Jeder spielt das eine oder andere Kontroll-Drama. Unsere persönlichen Kontroll-Dramen stellen sich uns in den Weg und verhindern dadurch den Eintritt einer wichtigen Fügung. Der erste Schritt für jeden von uns besteht darin, sich das eigene Kontroll-Drama in das Bewusstsein zu bringen....

6. Erkenntnis:
Je länger es uns gelingt, diese Verbindung aufrecht zu erhalten, desto deutlicher wird uns bewußt, wenn sie wieder unterbrochen wird, was gewöhnlich der Fall ist, wenn Stress in unser Leben tritt. Bei dieser Gelegenheit läßt sich deutlich erkennen, auf welche Weise wir Energie manipulatives Verhalten gewonnen, so festigt sich auch unsere Verbindung mit der göttlichen Energie, und wir sind in der Lage, unseren Pfad des inneren Wachstums und die uns auferlegte spirituelle Aufgabe zu erkennen, durch deren Annehmen wir zum Wohlergehen dieser Welt beitragen.

HINTERGRUND DER ERKENNTNIS

Jeder spielt das eine oder andere Kontroll-Drama. Unsere persönlichen Kontroll-Dramen stellen sich uns in den Weg und verhindern dadurch den Eintritt einer wichtigen Fügung.

Der erste Schritt für jeden von uns besteht darin, sich das eigene Kontroll-Drama in das Bewusstsein zu bringen. Nichts kann sich entwickeln oder fortschreiten, bevor wir uns nicht selbst anschauen und erkennen, was genau wir tun, um die Energie zu manipulieren.

Der nächste Schritt besteht darin, in die eigene Vergangenheit zurückzugehen, zurück zu den Anfängen des Familienlebens, wo sich derartige Gewohnheiten ausgebildet haben. Die Anfänge zu sehen heißt auch, unsere Kontrollmechanismen verstehen zu lernen. Erinnern wir uns zurück so erkennen wir, dass die meisten unserer Familienmitglieder selbst Kontroll-Dramen entwickelt hatten, um die Energie von uns Kindern abzuziehen. Deshalb haben wir überhaupt damit begonnen, Kontroll-Dramen zu entwickeln. Es war unsere einzige Chance, Energie zurückzugewinnen, und alle unsere Dramen stehen grundsätzlich in bezug zu den Familienmitgliedern. Gelingt es uns jedoch, die energetische Dynamik unserer jeweiligen Familie zu erkennen, können wir hinter diese Kontrollstrategien schauen und einen Blick auf die wirklichen Abläufe werfen. Die wirklichen Abläufe bestehen darin, dass wir lernen müssen, unsere Erfahrungen in der Familie von einem evolutionsbezogenen, einem spirituellen Standpunkt aus zu betrachten, um dadurch zu erkennen, wer wir wirklich sind. Gelingt uns das, fällt auch das Kontroll-Drama von uns ab, und unser Leben setzt sich in Bewegung.

Unser Anfang zur Erkennung sollte darin bestehen, zunächst zu verstehen, wie wir unser eigenes Drama geschrieben haben. Dabei ist es auch wichtig das Kontroll-Drama unserer Eltern und jener Personen die unsere Entwicklung geprägt haben, klar zu erkennen.

Im Manuskript  wird   die   Einteilung  der  Kontroll-Dramen   aufgezählt. In ihrer Abstufung lauten die Typen:

A. DER EINSCHÜCHTERER

Jeder Mensch bemüht sich um Energie, entweder aggressiv, das heißt, er zwingt andere Mitmenschen mit direkter Gewalt ihre Energie an ihn abzugeben, oder passiv, indem jemand mit dem Mitleid oder der Neugierde anderer Menschen spielt, um auf diese Weise Aufmerksamkeit zu erregen. Bedroht uns zum Beispiel jemand körperlich oder verbal, so denken wir aus Angst davor, dass uns etwas Schreckliches widerfahren könnte, gezwungen zu sein, ihm unsere Beachtung zu schenken und damit auch unsere Energie. Der uns Bedrohende zieht uns damit in das aggressivste aller Dramen, ein Typus, der in der Sechsten Erkenntnis als  "Einschüchterer" bezeichnet wird, hinein.

Einschüchterer provozieren das Drama des  "Armen Ich" oder, falls dies nicht zum gewünschten Erfolg führt, einen weiteren  "Einschüchterer"!

 

B. DER VERNEHMUNGSBEAMTE

Der  "Vernehmungsbeamte" ist eine typische Ausprägung des Kontroll-Dramas. Menschen bedienen sich des Verhörs, um Energie auf sich zu ziehen, indem sie spezifische Fragen stellen und so in die Welt des anderen eindringen, um dort Fehler zu finden. Gelingt es ihnen, beginnen sie damit, jene Fehler zu kritisieren. Wenn diese Taktik Erfolg hat, so wird der Kritisierte in das Drama des Vernehmungsbeamten integriert. In Gegenwart des Vernehmungsbeamten werden sie plötzlich befangen und beginnen darauf zu achten, was dieser tut und denkt, um seine Aufmerksamkeit nicht zu erregen. Diese psychische Abwehr liefert dem anderen die gewünschte Energie.

Denken wir zurück, wie es war, wenn solche Figuren in unserem Leben auftauchten. Haben wir dazu tendiert, unser Verhalten zu verändern, um nicht kritisiert zu werden? Der Vernehmungsbeamte zieht uns von unserem eigenen Pfad und betrügt uns um Energie, nur weil wir uns danach beurteilen, was er denken könnte.

Vernehmungsbeamte schaffen Menschen mit dem Kontroll-Drama des  "Unnahbaren" oder auch des  "Armen Ich".

 

 C.  DER UNNAHBARE

Spielt jemand das Kontroll-Drama des  "Unnahbaren", um Menschen und Situationen zu kontrollieren und um Energie in seine Richtung zu lenken, so entwickelt er ein Drama in seinem Kopf, in dessen Verlauf er sich zurückzieht und versucht, geheimnisvoll und verschlossen zu wirken. Er redet sich selbst ein, vorsichtig zu sein, hofft aber in Wirklichkeit, dass sich eine andere Person in sein Drama ziehen lässt, indem diese versucht herauszufinden, was eigentlich mit dem anderen los ist. Geht tatsächlich jemand auf diese Geheimniskrämerei ein, so bleibt der betreffende vage und zwingt den anderen, Nachzugraben und regelrecht um seine wirklichen Gefühle zu kämpfen.

Wenn sich jemand so intensiv mit einem anderen Menschen beschäftigt, erhält er dessen volle Aufmerksamkeit und Energie. Je länger er jemanden für sich und sein angebliches Geheimnis interessieren kann, desto mehr Energie erhält er.

Unglücklicherweise entwickelt sich das Leben eines  "Unnahbaren" sehr langsam, da das gleiche Szenario wieder und wieder abgespult wird.

Wenn uns also als Kind jemand mit der Androhung körperlicher Gewalt um unsere Energie bringen will, dann reicht Unnahbarkeit als Gegenwehr nicht mehr aus. Durch gespielte Schüchternheit bekommen wir unsere Energie nicht mehr zurück - man kümmert sich dann einen Dreck darum, was in uns vorgeht. Der Druck von außen ist dann zu groß. Also sind wir gezwungen, uns passiver zu verhalten und in das Drama des  "Armen Ich" zu flüchten, wir appellieren an die Gnade der betreffenden Person und flößen ihr Schuld für ihre Untaten ein. Wenn das nicht funktioniert, müssen wir als Kind einfach durchhalten, bis wir groß genug sind, um zu explodieren und gegen die Gewalt zu kämpfen. Aggression steht gegen Aggression.

"Unnahbare" Menschen schaffen  "Vernehmungsbeamte" oder auch Menschen mit dem Drama des  "Armen Ich".

 

D.  DAS ARME ICH

Zählt uns jemand all die grässlichen Dinge auf, die ihm, möglicherweise auch noch unseretwegen, zugestoßen sind, und erklärt, dass sich diese Schreckenserlebnisse fortsetzen würden, sollten wir uns weigern, ihm zu helfen, so versucht diese Person auf der passivsten aller Ebenen Kontrolle zu erlangen. Das Manuskript nennt dies das Drama des  "Armen Ich". Denken wir einen Augenblick darüber nach. Waren wir jemals mit Menschen beisammen, die uns das Gefühl der Schuld vermittelt haben, obwohl es eigentlich keinerlei Grund dafür gab? Wenn ja, so lag es daran, dass wir uns in das Drama des „Armen Ich" haben ziehen lassen. Alles was diese Leute sagen und tun, soll uns signalisieren, dass wir nicht genug für die betreffende Person sind. Deshalb reicht uns ihre bloße Gegenwart, um uns schuldig zu fühlen. Weniger passiv als das Drama des „Armen Ich" ist das Drama des  "Unnahbaren".

Das  "Arme Ich" provoziert in den meisten Fällen das Drama des  "Einschüchterers" oder das des "Vernehmungsbeamten".

Dies sind die Mechanismen nach denen sich Kontroll-Dramen entwickeln, wie sie sich darstellen und fortsetzen.

 

KONSEQUENZEN UND FOLGEN AUSGELÖST DURCH DIESE ERKENNTNIS

Man kann davon ausgehen, dass jeder Mensch unter einer der genannten Typen einzuordnen ist. Manche Menschen benutzen allerdings mehrere Dramen, wenn die Situation es rechtfertigt, doch die meisten unterliegen einem einzigen dominanten Kontroll-Drama, das ständig wiederholt wird, da es sich vorher in der Familie bewährt hat.

Ein Mensch versucht alles, um in seiner Familie an Energie zu gelangen. Jedes Mittel ist ihm recht. Und ist er einmal erfolgreich, wird diese Strategie zum dominierenden Mittel, um den Energiezufluss aller anderen zu kontrollieren, und somit zu einem ständig wiederkehrenden Drama.

Wir sollten aber immer die Tatsache im Auge behalten, dass wir durchaus dazu neigen, diese Dramen in anderen zu erkennen, während wir uns selbst in diesen Belangen für unfehlbar halten. Jeder von uns muss diese Illusion aufgeben, bevor wir uns weiterbewegen können. Die meisten von uns hängen zumindest einen Teil ihrer Zeit, in einem Drama fest, und unsere Aufgabe besteht darin, einen Schritt davon zurückzutreten und uns selbst lange genug zu beobachten, um herauszufinden, worin genau das eigene Kontroll-Drama besteht.

 

Was geschieht,
wenn wir unser eigenes Kontroll-Drama
erkannt haben?

Dann erst steht es uns wirklich frei, eine Rolle in einem anderen Stück unseres Lebens zu spielen und nicht immer nur den gleichen Akt, den uns unser Unterbewusstsein vorschreibt. Wir können uns dann um die höhere Bedeutung unseres Lebens kümmern und möglicherweise einen spirituellen Grund dafür finden, warum wir in eine bestimmte Familie geboren wurden. Wir können uns endlich darüber klar werden, wer wir wirklich sind.

Vor einem sie hier allerdings gewarnt. Beginnen wir alle Menschen unserer Umgebung fortwährend nach ihrem Kontroll-Drama zu klassifizieren, ein- und zuzuteilen und sie dazu noch zu bewerten, so bringen wir uns selbst um die Fähigkeit Kontroll-Dramen wirklich zu erkennen.