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"Wie die Bescheidenheit eine neu geglaubte Sicherheit beschert!"

15 Mai 2012 09:54 - 15 Mai 2012 10:01 #17719 von nanabosho

Ulli schrieb: Aber ich gebe Dir Recht, Freiheit muss stückweise von jedem Selbst erarbeitet werden und auch in D-Land gab es eine Alice Schwarzer und Frauen, die für ihre Selbstverwirklichung viel aufgeben mussten.

Also, bei sich SELBST anfangen und durch sich Selbst den ANDEREN überzeugen.


Vor allem, ULLI,
wollte ich eher n i c h t eine Diskussion über die Rollenverteilung von Mann und Frau vom Zaun brechen geschweige denn eine über den Islam, das wäre ein Missverständnis. Denn die kleine Geschichte sollte nur eben als Beispiel dafür dienen, wozu es führt, wenn wir immer gleich denken, wir müssten von außen in bestimmte Zustände eingreifen (zumal wir meistens ihre Hintergründe nur unvollkommen kennen) und sie - nach unseren Ideen und nach unserer Fasson - verändern. Wir tun genug und mehr als genug, wenn wir darauf achten, was uns selbst glücklich macht (im Kleinen: was mir jetzt in diesem Augenblick ein gutes, nach Möglichkeit glückliches Gefühl beschert). Dadurch verändert sich meine Ausstrahlung und das nimmt andere - meist ohne dass es ihnen bewusst wird - mit. Es gibt hierzu einen wundervollen Text von Nelson Mandela - ich muss ihn mal heraussuchen -, der, wie mancher vielleicht noch weiß, auch lange Zeit einer war, der mit äußeren Mitteln Südafrika verändern wollte (Apartheid) und dann dafür viele Jahre im Knast zubrachte. Als er herauskam, war er ein junger alter Mann mit einer unbeschreiblichen Ausstrahlung.... (Seine Frau aber, die immer noch die alte Revolutionärin war, verstand ihn nicht mehr!)
In Wahrheit läuft es wie in der Natur: Die Veränderungen kommen immer von innen, werden durch Energien und Säfte erzeugt und brauchen oft viele Jahre. Nur wenn vorübergehende Zerstörung nötig ist, um Platz für Neues zu schaffen, gibt es sogenannten "Katastrophen" (Erdbeben, Stürme, Tsunamis usw.), die erst mal tabula rasa machen.#
So etwa meine ich das.
Wir können jetzt jederzeit gegen dieses oder jenes demonstrieren oder - das ist schon besser - f ü r dieses oder jenes; das ist niemandem benommen und vielleicht gehört das zum Wandel der Gesellschaft ohnehin dazu. Es ist gut, die eigene Haltung darin auszudrücken; dennoch aber glaube ich, dass jeder Eingriff von außen nur die Schieflage verschärft.
(Nebenbei: Vielleicht hat Alice Schwarzer etwas bewegt - würde mich hüten, das als Mann zu beurteilen! -, aber wenn man sie sieht im Fernsehen, scheint sie alles Andere als glücklich zu sein.)

Herzliche Grüße,
nanabosho
Folgende Benutzer bedankten sich: Ulli
15 Mai 2012 09:57 - 15 Mai 2012 09:59 #17720 von nanabosho
Habe auch gleich noch den Text gefunden, den ich meinte. Und musste mich belehren lassen: Er wird fälschlicherweise immer wieder Nelson Mandela zugeschrieben, stammt jedoch wirklich von Marianne Williamson (also doch einer Frau!).

Unsere größte Angst

Unsere größte Angst ist nicht, unzulänglich zu sein.
Unsere größte Angst ist, grenzenlos mächtig zu sein.
Unser Licht, nicht unsere Dunkelheit ängstigt uns am meisten.
Wir fragen uns:
Wer bin ich denn, dass ich so brillant sein soll?

Aber wer bist Du, es nicht zu sein?
Du bist ein Kind Gottes.
Es dient der Welt nicht, wenn Du Dich klein machst.
Sich klein zu machen,
nur damit sich andere um Dich nicht unsicher fühlen,
hat nichts erleuchtetes.

Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes,
der in uns ist, zu manifestieren.
Er ist nicht nur in einigen von uns,
Er ist in jedem einzelnen.
Und wenn wir unser Licht scheinen lassen,
geben wir anderen unbewusst damit die Erlaubnis,
es auch zu tun.
Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind,
befreit unsere Gegenwart automatisch die anderen.


Marianne Williamson
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15 Mai 2012 12:58 - 15 Mai 2012 12:59 #17721 von Ulli
Hallo Nanobosho,

auch ich wollte nicht eine politische Diskussion vom Zaun brechen, das waren auch fúr mich nur Beispiele.
Dass es an jedem einzelnen hängt, (bin jetzt mal von der Situation der Frau ausgegangen, weil ich der Meinung bin, dass die Frauen in ihrem persönlichen Umfeld viel ändern können, wenn sie sich selbst ändern) und weil in der Familie (zum grössten Teil durch die Frauen) Erziehung genossen wird, die die Persönlichkeit der späteren Generation formt und dann wieder dazu führt, dass ich an mir selbst arbeiten muss. usw.usw. (das ist jetzt KEINE Schuldzuweisung!)

Dann wollte ich damit ausdrücken, dass jede Kultur ihre Menschen formt und auch da wieder nur der Einzelne selbst etwas ändern kann, dass der Aussenstehende meisst keinen Einblick in die Hintergründe hat.

Frage: Hab ich mich unverständlich ausgedrückt in meinem vorigen Beitrag?(...bei sich selbst anfangen und den anderen durch sich selbst überzeugen) das war eine Bestätigung deiner Aussage und nicht als Kritik zu verstehen.
Könnte es sein, dass ich dein Spiegel war?

Alles Liebe ULLI
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15 Mai 2012 13:53 #17722 von nanabosho

Ulli schrieb: Frage: Hab ich mich unverständlich ausgedrückt in meinem vorigen Beitrag?(...bei sich selbst anfangen und den anderen durch sich selbst überzeugen) das war eine Bestätigung deiner Aussage und nicht als Kritik zu verstehen.
Könnte es sein, dass ich dein Spiegel war?


Du hast Dich voll verständlich ausgedrückt, Ulli,

nur habe ich mich vielleicht nicht ganz verstanden gefühlt, was Dir aber keine Kopfschmerzen bereiten sollte. Und Spiegel bist Du sowieso, ist im gewissen Sinn jeder hier mehr oder weniger; das ist nur immer die Frage, worin speziell. Oder was da genau aufkommt.

Ich denke, Kritik war da kaum, weder von Deiner noch von meiner Seite. Vielleicht war ich zu sehr bemüht, nicht wieder den Verdacht aufkommen zu lassen, ich würde selbst immer noch zu sehr in den Versuchen stecken, das Äußere verändern zu wollen. - Denn ich bezog mich deshalb auf die Beiträge von sillysunshine, weil ich darin ein Stück von mir erkenne; das, womit ich mich lange Zeit beschäftigte und was mich gleichzeitig ausbremste in vielerlei Hinsicht. Es ist noch nicht lange her, als ich merkte, wieviel Wut und Zorn auf die gesellschaftlichen Zustände in mir steckten - die auch erst raus mussten -, weshalb ich die Außenwelt fast immer als latenten Feind meines Lebens betrachtete... -
Beispiel: Es ist z. B. sehr einfach, als Erklärung dafür, dass mir gerade kein Geld zufließt, zu behaupten: "Die Banken pressen die kleinen Leute aus und so muss ich eben auch dran glauben. (Sie sind mächtig, ich dagegen ohnmächtig.)" Da mag etwas daran sein, da der Kapitalismus tatsächlich vom (schon vorhandenen) Eigentum ausgeht - und zwar dem materiellen bzw. immobilen Eigentum - und der Geldwert davon abgeleitet wird (die Gesellschaftsordnung der Sesshaften im Gegensatz zu den Nomadisierenden). Aber in Wahrheit sage ich es, weil ich voll Wut und Ohnmachtsgefühl stecke und einen Schuldigen brauche! Auf diesen Schuldigen möchte ich einschlagen und versuche, alle Welt zu überzeugen, dass sie ebenfalls auf diesen Schuldigen einschlägt.
(Der hilfreiche Schlüssel: Ich muss meine Gefühle ganz zulassen...)
Wenn ich also (erst mal) die Welt verändern will (bevor ich mich an mich selber mache), werde ich nur zum Revolutionär eventuell, aber nicht glücklicher. Für diejenigen aber, die glücklich werden wollen, ist es besser, die Mauer zu erkennen, die sie mit Hilfe der Wut- und Trotzgefühle zwischen sich und die Chance des Zufließens aller Segnungen gebaut haben.

Herzliche Grüße,
nanabosho
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15 Mai 2012 19:45 - 15 Mai 2012 19:58 #17724 von Richard179

Sillisunshine schrieb:
Ich denke eher , dass es daran krankt, dass nicht genug Menschen hinsehen, Mitgefühl zeigen und aktiv werden.

Es wird einfach nur hingenommen, so lange es mich nicht direkt betrifft und stehen nicht auf und sagen Stop, so nicht mehr.

Vielmehr sehe ich eine Gefahr darin , alles von dem Universum richten zu lassen und Vertrauen zu haben.

Ich denke vielmehr, dass wir durchlässig sind und die Chance darin begreifen können aufzustehen und dem Einhalt versuchen zu gebieten.


Mitgefühl zeigen und aktiv werden, was heisst das? Das Mitgefühl bezieht sich wohl auf eine der Seiten, wohl die, die du im Ungerecht findest, in deiner Wahrnehmung. Wer bist du, dass du dieses Urteil glaubst treffen zu sollen? Die eine Seite abzulehnen, dein Mitgefühl abzuziehen, das ist ja wohl Trennung. Aktiv sein, das ist wohl eine Aktion, die dir und ein paar Beteiligten Genugtuung verschafft, für einen Moment. Und dann brauchst du wieder eine Aktion. Du wirst niemanden mit aktiv sein erziehen. Du wirst sie nur in Momenten erreichen, in denen du dich einfühlst in den "Ungerechten", in annimmst, damit er sich etwas weniger absondern muss.

Die Ungerechtigkeit empfindest du schmerzhaft, weil derjenige, den du ablehnst in dir ist. Vergib ihm, so wird diesem Teil in dir vergeben sein und es wird nicht mehr schmerzhaft sein. Das ist nur dein Ego, das dir vormacht, du seist im Recht oder verpflichtet ein Aktion durchzuziehen. Gleichwohl, wenn du ganz bei dir bist, ganz aus der Intuition handeltst, kann es passieren, dass du dich wunderst über den Mut, den du gerade für etwas aufgebracht hast, ohne darüber nachzudenken.

Du hast vielleicht genau das Richtige gemacht, etwas erreicht, was du ein Wunder nennen könntest. Doch die Wunder hinterlassen in der Regel keine Verlierer, sondern nur Gewinner. Wenn ich dich richtig verstehe, dann heisst bei dir aktiv sein, dass jemand verlieren soll, damit er sich ändert, weil er in deiner Wahrnehmung ungerecht war.

Er ist eine Chance für dich, wenn du versuchst, über deinen eigenen Schatten zu springen, zu akzeptieren was ist, mit bewusster Wahrnehmung bei ihm zu sein mit deiner Liebe. Denn nur das was du gibst wird er zurückgeben müssen. Er wird gar nicht anders können. Er muss es ausgleichen.

Alle Liebe Dir,
Richard
15 Mai 2012 19:59 - 15 Mai 2012 20:02 #17725 von Sillisunshine
Namaste

:cheer: :cheer: :cheer:

Danke für die guten Beiträge.

Ursache und Wirkung ist hier nach wie vor zu benennen.
Danke für Deinen Tatsachen Bericht. Wie ich finde hat sich seit der Wende vieles entwickelt.
Wie Du ja schon oft auch mir die Frage gestellt hast, frage ich zurück: Was ist positiv und was hat sich negativ entwickelt. Wenn wir ein großes Ganzes betrachten, so sind wir dem durch die Wende ein sehr großes Stück näher gekommen.
OST West ist weiter zusammengewachsen. Jeder konnte und kann von einander lernen,das haben die Menschen erkannt. Der Klassenfeind ist auch nur ein Mensch mit seinen Stärken und Schwächen.Manch einer tickt so der andere so.
Es sind viele kleine Dinge , die uns weiter voran gebracht haben. Die gesamte Welt hat auf die friedliche Revolution geblickt und erkannt, dass es auch anders gehen kann.Viel öfter wird auch nun im nahen Osten Israel , Irak erkannt, dass die Menschen dort die Gewalt verachten und den Frieden wollen. Es wird immer mehr erkannt, dass wir eins sind und das die meisten Menschen Friede , Liebe und Glück empfinden wollen, wir wollen kein Leid für uns und auch kein Leid für alle andere Menschen auslösen. Denn so langsam begreifen wir, dass alles mit allem zusammenhängt und dass eine leidvolle Ursache eine leidvolle Wirkung erzeugt und umgekehrt.Es ist nix umsonst und nur durch friedliche Aktionen können wir eine Bessere Zukunft erschaffen.
Es ist so toll , was Du benannt hast: Es muss in Dir selbst reifen, wachsen und erkannt werden. Erst dann kannst Du Frieden/Heil bringen. Das etwas aus dem Nix entsteht, ist auch gut möglich, nix desto trotz sind wir aus meiner Sicht humane Figuren in dem Spiel des Lebens, die das Rad des Schicksals jederzeit drehen können.Ob nun mehr weibliche Energie oder mehr männliche Energie, kann ich nicht beurteilen und möchte dies auch nicht.
Was ich aber empfinde ist, dass das Mitgefühl ein wichtiger Schlüssel ist um weiter voran zu kommen. Würde jeder sein Mitgefühl dem anderen empfinden/ bekunden, wäre die Diskussion um eine Sozialkluft und Integrationsdebatten, Emanzipations Diskussionen und vieles mehr nicht mehr so interessant. Denn wir sind alle gleich , mit unseren Vor und Nachteilen. Wir sind Menschen die alle miteinander verbunden sind. So lange wir das nicht begreifen und das erfahren wir über das Mitgefühl, bewegen wir uns permanent im Kreis und lösen keine Schwierigkeiten auf. Die Chance ist sowas von greifbar nah in eine bessere Zukunft zu steuern, wir dürfen nicht aufhören danach zu streben, auch wenn immer wieder Rückschläge kommen.Deshalb kann ich aus meiner Sicht immer wieder dazu motivieren sich zu erheben und für die Dinge die Dir / Uns wichtig sind einzustehen. Wir sind die Figuren, das Leben ist das universelle Schachbrett.