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Auf dem Weg

23 Jun 2015 09:53 #20324 von Richard179
Ja, wir sollten die Liebe finden, diesen für uns meist vergleichsweise angehobenen durchschnittlichen Zustand unseres Seins. Und mit Dankbarkeit werden sich leichter Ereignisse einstellen, für die wir dann dankbar sind. Was tun, wenn wir ständig den Alltag im Nacken haben und der Verstand der Hauptakteur ist? Ich habe hier ein paar Gedanken für euch.

Akzeptanz ist wohl eine Vorstufe von Dankbarkeit, die wir kaum überspringen können. Trotzdem tun wir uns oft schwer mit solchen Gedanken. Und das ist nachvollziehbar. Ich vermute, dass das Schwertun etwas mit unserem gewöhnlich recht lebendigen Verstand zu tun hat, der gewohnt ist zu analysieren und auch eifrig sogleich in Aktionen zu gehen. Andererseits gibt es auch einen Kontext, in dem auch Dinge in unserem Sinne geschehen, derer wir uns nicht einmal bewusst sind. Wir sollten dies aber auch geschehen lassen, was natürlich wie ein Fallen in das Ungewisse erscheinen kann.

Wir können hier nicht einfach den Schalter umlegen und einfach ankommen. Auch wenn unser Verstand eine klare Strategie haben möchte, sind wir doch auf einen etwas unsichtbaren Weg. Für die Dinge, die über den Verstand hinaus gehen, brauchen wir einfach Urvertrauen und den Mut, den Moment so zu lassen, wie er ist. Statt “Willen” verwende ich lieber den Begriff “Bereitschaft”. Trotzdem brauchen wir nichts gezielt hinnehmen. Und das Bewerten können und sollen wir nicht einfach wegschieben. Auch hier geht es um das Akzeptieren (dass eben etwas in mir lebt und auch Schwung hat).

Denn diese Energie kann durch den Körper abfließen, nur wenn ich sie zulasse. Ich kann aber Beobachter des Geschehens sein. Und als solcher bin ich nicht gefangen in Denkmustern des Verstands, der mit Aktionismus diese Energie eher wieder verstärken könnte. Ich tue also nichts, außer meiner Absicht zu folgen, einen Schritt zur Seite zu treten und den Mut für das Gefühl des Fallens aufzubringen. Nur den Wunsch des Verstands, sofort etwas zu regeln, erfülle ich damit nicht. Ich muss schon abwarten, bis die Wellen der Flut ausbranden.

Ähnlich ist es mit dem Fokus, mit dem wir es auch oft in der Meditation zu tun haben. Kann ich meinen Fokus einfach auf Dankbarkeit richten? Den Fokus kann ich beabsichtigen und auch einstellen. Andere Kräfte werden ihn wieder wegbringen. Auch hier steckt Energie dahinter, die sich erschöpfen wird, wenn ich dem keine Bedeutung gebe. Ich gebe der Energie einfach nach und hole dann den Fokus geduldig immer wieder zurück… Gewinnen durch Nachgeben, wie z.B. im Judo.

Eure Meinungen zu lesen, würde mich freuen.

LG Richard
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25 Jun 2015 02:14 #20327 von Marlene
Danke Lieber Richard

ich kann dem aus ganzem Herzen zustimmen.
Immer wieder schön deinen Worten zu folgen, die mir sehr weitergeholfen haben.

Da ich annehme, dass auch Du Caillean hier lesen wirst, freut mich, dass die Geschichte Dir was gebracht hat.

Und wie es so ist, bin ich vorhin wieder auf eine Herzerwärmende Geschichte gestossen, die zu deinen Worten Richard für mich passend scheint. Da in deinen Worten der Verstand und das annehmen ein Thema ist, annehmen heisst für mich auch fühlen dürfen. Nichts bleibt ewig, so gehen sowohl erfreuliche Gefühle wie auch weniger erfreuliche, alles ist im Fluss und wechselt sich ab. Durch das Annehmen schlägt der Pendel weniger hoch in die jeweilige Richtung, was unser Verstnad gerne mit positiv oder negativ bewertet.

Nun die Geschichte: :-)

☼ Das Tor zur Freiheit ☼

Es war einmal ein kleines Mädchen, das immer sehr ehrlich war und voller Liebe für das Leben.
Alles, woraus es bestand war so wahrhaftig und so einzigartig unschuldig, dass es, wo immer es erschien, mit seiner strahlenden Energie jedes Lebewesen einhüllte und es berührte mit seiner Natürlichkeit.
Als es das Licht der Welt erblickte stürzte es sich voller Neugier in das Abenteuer Leben, um es mit allen Sinnen zu erfahren und zu spüren, wie es ist, zu sein ... einfach nur zu sein, zu fühlen wie es ist lebendig zu sein, wie es ist zu lieben, wie es ist geliebt zu werden, wie es ist das Leben mit all seinen Möglichkeiten zu spüren, um zu erfahren, was es wirklich ist.

Die erste Zeit seines so jungen Lebens ließ es sich auch noch recht einfach seine Natürlichkeit leben.
Solange das Mädchen sehr zurückgezogen im Schutze seiner Reinheit und Unschuld lebte, konnte es sich ausbreiten in all seinen Möglichkeiten. Es lernte, wie es sich anfühlt, geborgen zu sein, beachtet und respektiert zu werden, Bedürfnisse zu haben und sie zu stillen, enttäuscht zu werden und damit umzugehen, wütend, verletzt und getrennt zu sein. Es erfuhr, dass in ihm so viele verschiedene Möglichkeiten stecken, das Leben wahrzunehmen, wie es
ist ... ein ständiger Fluss von unendlichen Eindrücken, wahrgenommen durch die Sinne und die Liebe zu allem, was ist.

Das Mädchen liebte seine Unschuld und Natürlichkeit so sehr, dass es eines Tages seine Obhut verlassen wollte, um der Welt und seinen Lebewesen zu zeigen, wie sehr es das Leben mit allem, was dazu gehört in seinem Herzen trug. Es spürte den Impuls, alles mit anderen teilen zu wollen … die Leichtigkeit, die Freude, die Kreativität, die Neugierde, die Unbekümmertheit und alles, was ihm innewohnte.

Voller Übermut und mit einem Lächeln auf dem Gesicht machte es sich auf in die Freiheit … jedoch …
schon nach einigen Schritten endete plötzlich seine Reise. Es stand vor einem großen, schwarzen Tor, dass in einer endlosen Mauer eingearbeitet war und sich ihr in den Weg stellte.
Ein großes Schild, dass es nicht lesen konnte hing an dem Tor und die roten Symbole signalisiertem ihm, dass es etwas sehr Wichtiges sein musste, was ihm hier den Zutritt verweigerte.

Das verwunderte Mädchen klopfte an das Tor, konnte aber nicht wissen, warum hier auf einmal der Weg zu Ende ist.
Da es aber unbedingt seinem Herzen folgen wollte, klopfte es noch ein paar Mal an das Tor …immer wieder … und siehe da, die Pforte öffnete sich ganz langsam und vor ihm stand ein alter Mann …

Mit seinem kurzem, nach hinten gekämmten Haar und seinem in Form gehaltenen Schnurrbart, mit seiner etwas zu kleinen Brille und seinem schwarzen Frack, sah er sehr „geordnet“ aus.
Viele graue mischten sich unter die anderen schwarzen, ein wenig vor Fett glänzenden Haare und die Augenbrauen wölbten sich in der Mitte ein ganzes Stück nach oben, fast schon arrogant,
so wie er auch seine Nase ein wenig höher trug, was diesen Eindruck noch verstärkte.
Mit verschränkten Armen stand er vor dem Mädchen, welches ihn aber freundlich anlächelte und sich nur wunderte, warum er so unglücklich, fast leblos aussah.

„ Hallo, ich freue mich, dass du mir aufgeschlossen hast, denn ich würde gerne in die Welt hinaus gehen, um meine Welt mit allen anderen zu teilen. Ich möchte verbunden sein mit allen Lebewesen in Leichtigkeit, Natürlichkeit und Liebe, die uns alle frei sein lässt!“ so sprudelte es aus dem Mädchen heraus und es hüpfte voller Ungeduld von einem auf das andere Bein. Ein Strahlen in ihren Augen zeugten von ihrer so übersprudelnden, bedingungslosen Liebe.

Der alte Mann schaute auf das kleine Mädchen hinab, beugte sich zu ihm hinunter, schaute ihm tief in seine unschuldigen Augen und sprach:“ Das würde ich mir aber noch einmal gründlich überlegen!“
„Was ist das … überlegen?“ wollte das Mädchen wissen, „Ich weiß nicht, wie das geht!“
„Ich meine, du solltest erst einmal nachdenken, ob es auch richtig ist, was du vorhast!“ erwiderte der Mann
„Nachdenken? Auch das kenne ich nicht … ich kenne nur fühlen und empfinden oder spüren … ist es etwas dergleichen?“ fragte es in seiner Einfachheit

„ Ach, du hast auch keine Ahnung, von was ich rede? Das ist ja interessant, du bist nicht das einzige kleine Mädchen, was keine Ahnung hat von der großen, weiten Welt.
In der Welt, die du beglücken willst mit deiner Liebe ist es sehr gefährlich, fast schon lebensgefährlich. Überall findest du Feinde, die dir etwas Böses wollen, die dich mit ihren Füßen treten, die dich ausnutzen, dich zur Marionette machen. Du wirst verletzt und rennst immer nur dem Geld hinterher, wovon nicht genug da ist, um gut zu leben. Ungerechtigkeit und Leid schüren immer mehr Krankheiten und Katastrophen beherrschen das tägliche Leben auf dem Planeten Erde!
Willst du wirklich in diese Welt und dich dem ausliefern, was dich dort erwartet?“ der alte Mann redete auf das Mädchen ein, doch bevor er noch mehr sagen konnte fuhr ihm das kleine Mädchen ins Wort:
„ So wie du das sagst, klingt das aber gar nicht schön und es tut mir auch sehr leid, dass du so schlechte Erfahrungen gemacht hast. Doch ich kann dir trotzdem nicht folgen, weil ich es nicht fühlen kann. Das einzige, was ich weiß ist, dass du nicht glücklich bist und dass du Angst hast.
Deine Augen schauen so traurig und dein Körper sieht angespannt aus. Das fühle ich und es macht mich traurig!“

Doch der Mann ließ sich nicht beirren und die Worte des Mädchens prallten an ihm ab und fielen klirrend zu Boden.
Mit einer fast Angst einflößenden Strenge verschränkte er seine Arme vor seinem Bauch und stellte sich aufrecht vor das kleine Mädchen.
Es spürte die Unnachgiebigkeit und die Selbstdisziplin des alten Mannes, der fest an seiner Meinung festhielt und um seine Haltung noch zu stärken fuhr er fort in seiner Belehrung:
„ Was weißt du schon vom Leben! Du hast nicht erlebt, wie es ist, nichts zu sein. Du kannst nicht mitreden, wenn es darum geht, wie schwer es ist, Arbeit zu finden. Du hast noch nicht erfahren, wie es sich anfühlt, verlassen zu werden von einem geliebten Menschen. Du hast noch nicht gespürt, vor lauter Schmerzen nicht mehr funktionieren zu können. Du hast … ach, du weißt gar nichts!
Ich habe alles erlebt oder mitbekommen, wie es anderen ging, wenn sie die falschen Entscheidungen getroffen haben. Wenn einer weiß, wie gefährlich das Leben ist, dann bin ich das! Dir, kleines Mädchen möchte ich nur den guten Rat geben: Bleibe lieber, wo du bist und ziehe dich zurück in die Obhut, in der du sicher bist! Diese Welt ist nichts für dich, wenn du nicht verletzt werden möchtest ...“

Er schien auf einmal so zerbrechlich, als würde er unter all seiner Erinnerung niederfallen und sich auflösen in einem See aus ungeweinten Tränen … doch irgendwie behielt er die Kontrolle über sich und fasste sich wieder, indem er sehr konzentriert auf seine Uhr blickte und sich räusperte:
„ Mhmm … schon so spät! Die Zeit vergeht immer schneller … doch auch das kennst du sicher nicht, oder!?“

Das kleine Mädchen hatte sich ganz still angehört, was der alte Mann ihr erzählte und es regte sich in ihr eine Stimme, die ihr zu flüsterte, dass sie sich nicht von ihm zurückschicken lassen sollte.

„Lieber alter Mann“, sprach sie mit ganz leisen, aber klaren Worten,“ Ich danke dir für deine Sicht, von dem, was du für Erfahrungen gemacht hast und für deine gutgemeinten Ratschläge, aber ich muss trotzdem hier meinen Weg weitergehen und darf mich von dir nicht aufhalten lassen.
Du sprichst aus deiner eigenen Erfahrung und meinst es gut mit mir, dass ich nicht auch so verletzt werden soll, wie du. Das fühlt sich sehr gut an und ich respektiere deine Sicht des Lebens.
Und doch kann ich nicht zurück, ohne mich in meiner Freiheit selbst
einzuschränken. Meine Freiheit besteht darin, meinen eigenen Weg zu gehen und all das zu fühlen, von dem du erzählt hast …
Wenn ich mich von dir aufhalten lasse, käme es gleich einem Rückzug in ein Gefängnis, dessen Schlüssel ich dir überlasse und du bestimmst, wann ich Ausgang habe oder nicht!
Nein, ich bin kein kleines Mädchen, dass sich in Sicherheit wiegen möchte. Ich will leben, aus dem Leben schöpfen, meine Freude hinausschreien, mein Leid mit den Tränen fließen lassen, meine Vollkommenheit spüren und diese Vollkommenheit mit allen teilen, bis in die tiefste Faser meines Seins!“

Der alte Mann, mittlerweile ganz ruhig und sanft, bückte sich wieder dem Mädchen entgegen, in seine Augen schimmerte ein Hauch von Glanz, ganz tief innen … und ein leichtes Lächeln, ganz unscheinbar, verwandelte sein Gesicht für einen kurzen Augenblick in einen Knaben …
in diesem einen Moment konnte er sich erinnern … damals, als er noch unschuldig und frei war …

„ Kleines Mädchen, lauf durch das Tor und lass dich niemals mehr aufhalten!“, so sprach er, indem er zur Seite trat, um dem Mädchen den Weg frei zu machen.

„Ich danke dir, lieber Mann, und wünsche dir alles Liebe,“ freute sich das kleine Mädchen und hüpfte frohen Mutes durch das große Tor.

„Doch bitte, würdest du mir noch deinen Namen nennen?“ rief er ihm hinterher.

„ Ich heiße GEFÜHL und wie ist dein Name?“ wollte es von ihm wissen.

„ Mein Name ist VERSTAND! … und ein Lächeln begleitete seine Worte …

Cäcilia Wentker
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25 Jun 2015 20:39 #20328 von Caillean
Hallo Marlene, hallo Richard,

danke, Marlene. Eine wirklich schöne Geschichte. Ich denke zur Zeit noch darüber nach.

Danke, Richard. Akzeptanz ist wohl wichtig. Es bringt nichts, einer Situation inneren Widerstand
entgegenzustellen. Irgendwo habe ich mal eine schönen Spruch gelesen:

"Ich ärgere mich nicht, wenn es regnet, denn wenn ich mich ärgere, regnet es trotzdem."

Bin auf dem Weg ...

Danke euch beiden.

Liebe Grüße

Caillean
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27 Jun 2015 08:28 #20329 von Richard179
Danke euch beiden,

das Gefühl, verstanden zu werden ist wunderbar.

Ja Caillean, Akzeptanz ist wichtig, finde ich. Besonders das Sich Selber Akzeptieren und das Akzeptieren der Menschen, die wir zunächst an unseren Ursachen hängen sehen. Denken wir etwas weiter, dann erging es diesen Menschen ja genauso wie uns selber. Auch bei ihnen gab es Ursachen. Letztlich können wir so niemanden mehr als schuldig erklären, besonders uns selber nicht. Und wenn wir uns dies vor Augen halten, während wir alten Zorn in unserem Bewusstsein "lassen wie er ist", kann auch diese Emotion an Energie verlieren. Die alten Situationen machen immer weniger mit mir. Wir nennen dies auch "vergeben", was nicht vergessen meint. Vergessen geht einher mit Verdrängung, womit niemandem geholfen ist.

Nun kann ein Zustand der Akzeptanz auch einer Gehirnfrequenz zugeordnet werden, entsprechend eines Modells nach Hawkins, der dies erforscht und gemessen hat. Demnach ist so ein durchschnittlicher Zustand schon weit besser als der des durchschnittlichen Deutschen. Was nicht verwundern sollte, da unsere Denkmuster auch Gefühle von Schuld und gar Scham hervorrufen. Beide sind am unteren Ende der Frequenzskala zu finden. Von dort können wir uns dann anheben zu Wut, Mut und Zorn, also Zustände, die mit Gegenaktionen einher gehen. Aber wir machen keine Sprünge zu Akzeptanz oder noch höher (im Durchschnitt). Nur der Verstand mit seinen Illusionen denkt, dass das ginge. Subjektiv mag das mit den Bildern, Strategien und Zielen im Kopf auch so erscheinen und oberflächlich ein angenehmes Gefühl verbreiten. Auch brauchen wir das, um unseren Alltag zu bewältigen. Doch ist das eben nur ein Zudecken und dem Hoch folgt dann wieder das Tief, was dem durchschnittlichen Zustand Rechnung trägt. Also ist auch Zorn willkommen, so er innen gewartet hat, um wieder betrachtet und gelebt zu werden. Ist er dann etwas weniger geworden, sind wir einen Schritt weiter auf dem Weg.

LG Richard
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27 Jun 2015 09:09 #20330 von Richard179
Danke Marlène,

wie immer teilst du mit uns aufbauende Lektüre. Ich meine, gerade diese Geschichte ist es wert, dass sie auf uns wirken darf. So finde ich es wertvoll, wenn sie viel Raum bekommt und in unseren Gedanken verweilen darf. Denn es braucht keine neue Information und keine neue Geschichte, auch wenn unser Verstand meint, immer Neues sei wichtig zu lesen. Es ist wie mit Langeweile an sich. Langeweile, vieles Lesen und auch Aktionismus sind aus meiner Sicht nur Zeichen von innerem Druck. Druck, der dazu führt, dass das Gefühl aus dem Innen eben gerade nicht diesen Raum bekommt.

Was ist nun gerade in dieser Geschichte, sodass es keine weitere Information braucht? Ich meine sie ist bezeichnend für das Menschsein. Der Verstand kümmert sich um den nächsten erdgebundenen Schritt, um bestehen und überleben zu können. Er will das als "schlecht" Verstandene nicht wieder erfahren, baut Bilder für das, was kommen sollte, kombiniert und analysiert in seinem beschränkten Erfahrungsraum. Wurden "schlechte" Gefühle erlebt, werden diese wegdiskutiert und zugedeckt mit Verstandsdingen. Die geschaffenen Muster und Routinedinge werden auch automatisiert und im Unbewussten verwahrt.

Und doch gibt es noch eine ganze Menge, die der Verstand mit tiefster Analyse nicht erfassen oder regeln kann. Dinge, die vielleicht als erstes das Herz spüren und "wissen machen" kann, obgleich sofort der Verstand zur Stelle ist und dies verleugnet, abwertet und gar hämisch kommentiert. Der Verstand will eine funktionierende Maschine und er will, dass alles erfassbar und kontrollierbar ist. Das Herz will einfach nur der Sehnsucht und der Freude folgen, mit Urvertrauen auf das was geschieht und mit bedingungsloser Liebe für alles was ist. Und umso mehr der Verstand erfahren hat, will er diese Erfahrungen einbringen, uns aber unbewusster machen für das was über den Verstand hinaus geht. Das Herz kann nur aufleben mit Urvertrauen und Bewusstheit für das mit dem Verstand nicht Erreichbare. So ist es einleuchtend für mich, dass ein Kind dem Herzen folgt, gerade weil der Verstand noch nicht so ausgeprägten Mustern folgen kann. Und das Herz kann doch eindringen, durch die Mauern der Vernunft hindurch, es lässt sich einfach nicht auf Argumente ein, ist bedingungslos bis zum Ende.

Das Mädchen und der Mann. Wir sind beides und brauchen auch beides.

LG Richard
Folgende Benutzer bedankten sich: Marlene, Caillean