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Die Schule des Lebens

03 Jan 2012 10:59 #16332 von nanabosho

Mannimen schrieb: Wenn wir unser Bewusstsein nur auf das begrenzen, was wir mit den uns gegebenen Sinnen wahrnehmen, wird es auch keinen erweiterten Horizont für uns geben. Ich finde das sehr schade, denn es hemmt jede Form von Weiterentwicklung.


Nun, Mannimen,

jetzt kann ich nur hoffen, dass es nicht meine Zeilen waren, die zu dieser Deiner Feststellung geführt haben.
Ich glaube Folgendes:
Wir bestehen aus mehreren Teilen, die so etwas wie ein Bewusstsein bilden, nennen wir sie mal Körper, Seele und Geist. Alles, was in diesen Teilen gemeinsam angelegt ist, können wir tatsächlich - im Tiefsten - glauben. Und damit Neues manifestieren. Alles aber, was nur in einem oder maximal zwei dieser Teile versucht, zum Tragen zu kommen, ist eine subtile Art von Selbstbetrug. Wir zwingen uns zu einem inneren Spagat, den wir in Wirklichkeit nicht leisten können und dessen Ergebnisse in der Materie ungenügend sind oder gar nicht eintreten, weil wir mit uns selbst uneins sind.
Menschen, deren Redeweise und Denken etwas anderes ausdrückt als ihr Körper, erkennen wir als "abgehoben" oder "nicht geerdet".
Ich weiß, dass diese Feststellung nicht so ganz der Friede-Freude-Eierkuchen-Brille entspricht, die etwa eine gewisse Rhonda Byrne aufzusetzen empfiehlt, aber ich stehe gern dazu. Habe vom Leben nicht wenige Korrekturen einstecken müssen, bis ich begriff, dass Authentisch-Sein mehr bringt als Blütenträume.
Auch Drogen erweitern das Bewusstsein notfalls, aber der Boden der Tatsachen macht das SEIN bewusst.

Herzliche Grüße,
nanabosho
Folgende Benutzer bedankten sich: Martl
03 Jan 2012 11:52 #16335 von Rita
Hallo Nanabosho,

das sozialistische System der ehemaligen DDR war ja schon lange am Ende. Wenn das der Grund zum Scheitern gewesen ist, hätte das schon viel früher passieren müssen. Wieso dann erst zu diesem Zeitpunkt und wieso auf diese Art? Da steckt für mich mehr dahinter.

Grüße von
Rita
Folgende Benutzer bedankten sich: nanabosho
03 Jan 2012 13:02 #16339 von nanabosho

Rita schrieb:
das sozialistische System der ehemaligen DDR war ja schon lange am Ende. Wenn das der Grund zum Scheitern gewesen ist, hätte das schon viel früher passieren müssen. Wieso dann erst zu diesem Zeitpunkt und wieso auf diese Art? Da steckt für mich mehr dahinter.


Ist mir schon klar, worauf Du hinaus willst, Rita!
Sagen wir, es war der Zeitpunkt, an dem die richtigen Leute an den richtigen Orten richtig handelten. Und das bezieht auch Leute ein, die keine blasse Ahnung davon hatten, dass sie an den richtigen Orten richtig handelten. Ich meine bestimmte Personen von der "Gegenseite".
Aber Du hast schon recht: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und das Richtige zu tun ist schlichtweg: LIEBE. Obwohl ich immer vorsichtig mit Begriffen bin, die dermaßen inflationär benutzt werden.

Herzliche Grüße,
nanabosho
03 Jan 2012 13:20 #16341 von Martl
Liebe Kathrino,

Du erkennst das schon richtig: Wahrnehmen und Zulassen. Doch dann können wir bewusst die Situation erfassen, und z.B. die Angst überwinden.

Es stimmt, dass das Erkennen einer Gefahrensituation uns einen Adrenalinschub beschert, der es erst möglich macht, die Gefahr zu meistern.

Doch das Verharren in der Angst, bringt genau das Gegenteil: Es lässt uns verkrampfen, erstarren und macht uns handlungsunfähig.

Erst die Überwindung bringt uns wieder in den Fluss.

Die größte Herausforderung eines Bergführers ist es, seinen Schützlingen zu helfen, ihre blockierende Angst zu überwinden.

Ich selbst spiele oft mit der Angst, wenn ich in der Wand bin. Ganz bewusst stelle ich mir an einer ausgesetzten Position vor, was alles passieren könnte. Und promt werden meine Hände feucht, ich zeihe mich ganz automatisch dicht an den Fels, und beginne mich krampfhaft festzuhalten.

Schalte ich nun bewusst um, und sage mir, dass der liebe Gott mich schon beschützen wird, und vertraue auf meine Kraft, lockert sich augenblicklich alles wieder, und wie ich mich wieder Griff für Griff voll aufs Tun konzentriere, erlebe ich eine Lebendigkeit die mich durch und durch begeistert. Ich nenne das auch Liebe.

Ganz genau so können wir auch mit der Wut verfahren. Komme ich in eine Situation, die mich zornig macht, dann handle ich auch sofort danach. Ich gebe mein entschiedenes Nein kund. Dadurch lasse ich die Wut los. Erst durch die Unterdrückung meiner eigenen Wahrheit, setzt sich die Wut fest, und wird zu Groll, und langsam zum Hass.

Schauen wir zum Beispiel unsere Amokläufer an, sie sind in aller Regel als ruhig bekannt.

Ein klares Erkennen was in uns wirklich abgeht, und ein direkter Ausdruck unserer Wahrheit fördert auch die viel gewünschte Zivilcourage.

Ich weiß, es klingt immer so nach rosaroter Brille, wenn ich schreibe von Liebe, und Hass hinter uns lassen. Wer mich kennt, weiß dass ich im bestimmten Moment unheimlich heftig werden kann. Und Liebe hat bei mir immer auch etwas mit Lebendigkeit zu tun.

In diesem Sinne, alles Liebe,

Martl
03 Jan 2012 14:12 - 03 Jan 2012 15:51 #16343 von kathrinro
Hallo Mannfred,
Du schreibst:

Wenn wir unser Bewusstsein nur auf das begrenzen, was wir mit den uns gegebenen Sinnen wahrnehmen, wird es auch keinen erweiterten Horizont für uns geben. Ich finde das sehr schade, denn es hemmt jede Form von Weiterentwicklung.

Ich BEGRENZE nicht mein Bewußtsein auf die uns gegebenen Sinne, ich ÖFFNE es diesen Sinnen. Und das hat in den letzten Jahren meinen Horizont in nicht geahntem Umfang erweitert.

Liebe Rita,
Du schreibst:

Also haben auch Wut und Hass einen Sinn nämlich den, zu erkennen, wie es sich ohne Wut und Hass lebt. Wobei geht es unserem Körper, unserem Herzen und unserer Seele besser - wenn wir Wut und Hass empfinden oder wenn wir Liebe empfinden? MIR geht es mit Wut und Hass im Bauch nicht gut, mit Liebe in mir aber seeeeehr. Habe ich die Erfahrung des Empfindens von Wut und Hasse gemacht, habe gespürt, wie schlecht es mir und demzufolge anderen Menschen damit geht, muss ich diese Erfahrung doch nicht immer wieder machen. Ich kann mich dann doch für das bessere Gefühl, die Liebe entscheiden. Sie trägt uns, sie hilft uns, sie ist ansteckend - und sie entwaffnet, im wahrsten Sinne des Wortes.


Hast Du schon einmal wirklich innegehalten und ganz genau beobachtet, was in Deinem Körper passiert wenn Du wütend bist ?

Meine Erfahrung in den letzten Jahren ist die, dass alle Gefühle nur so lange unangenehm sind, so lange ich sie versuche zu verdrängen, so lange ich gegen sie ankämpfe.

Wenn ich ihnen liebevoll lausche, ihre Botschaft erkenne, dann sind sie mir plötzlich guter Freund und Unterstützer in meinem Leben. UND , wenn ich sie wirklich liebevoll in mein Herz genommen habe, dann drängen sie sich nicht mehr in jeder Situation in meine Leben. Es kehrt wirklicher Friede in mir ein.

Ich bin in Leipzig auch dabei gewesen. Und ich kann Euch versichern: WIR HATTEN WUT !! und wir hatten auch Angst. Wenn wir die Herrschenden geliebt hätten, wären wir nicht auf die Straße gegangen. Und die, die die mächtigen geliebt haben sind mit Sicherheit auch nicht dabei gewesen.
Es war die WUT, die uns die Kraft und den Mut gegeben hat, aufzustehen. Schon Anfang der achtziger Jahre zu den Friedensdemos.
Die Liebe war die Kraft, die es uns möglich gemacht hat, uns von unserer Wut nicht beherrschen zu lassen. So sehe ich es heute.

Meines Erachtens geht es nicht zuerst darum, alle und alles UM uns zu lieben - jeden Mörder und Vergewaltiger eingeschlossen - sondern alles IN uns zu lieben. Dann können wir auch alle uns von Gott in dieses irdische Leben mitgegebenen Möglichkeiten nutzen.

Wenn wir einen Teil der Gefühle, die uns gegeben wurden einfach los werden wollen, verdrängen oder als etwas schlechtes verurteilen, wird es immer wieder Situationen in unserem Leben geben, die uns genau auf diese Gefühle stoßen.
Und wer weiß, vielleicht wird dann immer weiter die Not-wendigkeit bestehen, dass Seelen inkarnieren, die großes Leid auf sich nehmen, um uns aus unserem Stumpf-Sinn zu erwecken.

Durch Achtsamkeit gegenüber den EIGENEN Gefühlen - allen Gefühlen - entwickelt sich auch in viel größerem Maße MIT-Gefühl.
Wenn ich mit der hungernden Seele mit fühle, dann be-wirkt es, das ich von meinem Überfluss abgebe. Wenn ich mit der Seele mit fühlt, die auf offener Straße verprügelt wird, schalte ich mich ein. Und wenn ich auch noch mit der Seele mit fühle, die den anderen verprügelt, finde ich vielleicht die richtige Möglichkeit, wirklich effektiv zu handeln und so, dass es allen gut geht damit.
So jedenfalls erfahre ich es in den letzten Jahren.

Und um nochmal ganz konkret auf das Thema dieser Diskussion zurück zu kommen:
Die Schule des Lebens ist für mich das, was das Leben IN MIR bewegt.
Wenn ich damit IN MIR achtsam umgehe, dann geschehen UM MICH Wunder.

Hallo Martl,
Ich lese gerade noch Deinen letzten Beitrag.

Mit der Angst habe ich auch gespielt, war sie doch eins der Gefühle, vor denen ich mich am längsten gedrückt habe.

Und promt werden meine Hände feucht, ich zeihe mich ganz automatisch dicht an den Fels, und beginne mich krampfhaft festzuhalten.


Ja, genau das ist es. Und wenn ich das beobachte - aha, meine Muskeln spannen sich an, ich bin hochkonzentriert, wow, was für eine geniale Einrichtung , diese Adrenalinschub.... - dann bin ich voller Ehrfurcht, voller Dankbarkeit, dass Gott dafür gesorgt hat, dass ich in dieser Situation noch mehr Kraft habe als ohnehin schon. Dann kehrt Vertrauen ein. Auch das Vertrauen, dass mich Gott behütet.

Nicht ich lasse das Gefühl los, sondern das von meiner Verurteilung befreite Gefühl läßt MICH los. Und dann verschwindet auch die Erstarrung. Ich kann das Gefühl in seinem ganzen Potenzial nutzen.

Das gilt nach meiner Erfahrung für JEDES Gefühl.

Liebe Grüße Euch allen,
und vielen Dank für diese Diskussion.
Ich fühle gerade eine große Klarheit in mir.
Kathrin.
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03 Jan 2012 15:49 #16345 von Manni

kathrinro schrieb: Ich BEGRENZE nicht mein Bewußtsein auf die uns gegebenen Sinne, ich ÖFFNE es diesen Sinnen. Und das hat in den letzten Jahren meinen Horizont in nicht geahntem Umfang erweitert.
...

Meine Erfahrung in den letzten Jahren ist die, dass alle Gefühle nur so lange unangenehm sind, so lange ich sie versuche zu verdrängen, so lange ich gegen sie ankämpfe.

Wenn ich ihnen liebevoll lausche, ihre Botschaft erkenne, dann sind sie mir plötzlich guter Freund und Unterstützer in meinem Leben. UND , wenn ich sie wirklich liebevoll in mein Herz genommen habe, dann drängen sie sich nicht mehr in jeder Situation in meine Leben. Es kehrt wirklicher Friede in mir ein.


Nun,

ich werde schon seit Jahren von immer wiederkehrenden und sehr heftigen Schmerzen begleitet und mir ist auch gesagt worden, dass ich mich nicht dagegen wehren sollte, sondern sie als einen Teil von mir annehmen, dann würden sie überflüssig werden usw.

Ich habe das versucht und je mehr ich mich mit ihnen befasst habe, um so deutlicher habe ich sie auch wahrgenommen. Und ich kann nicht behaupten, dass dies eine sehr schöne Erfahrung ist. Vielmehr könnte ich gut darauf verzichten. Aber mich dagegen zu Wehr setzen oder sie zu unterdrücken bringt mich auch nicht weiter.

Aber ich habe sie als ein Warnsignal meines Körpers angenommen. Er sagt mir, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Natürlich war ich auch bei Ärzten, doch die konnten mir einfach nicht helfen. Insofern habe ich versucht in meinen Gedanken positiver zu werden. Mich nicht mehr über alles und jeden aufzuregen und auch mich selbst nicht zu bemitleiden.

Ja, ich habe versucht mich mehr zu lieben. Doch Liebe für etwas zu empfinden, was mich quält, fand ich jetzt nicht so angebracht. Also habe ich alles das in mein Herz geschlossen, was ich gut an mir fand. Doch das ist nur die halbe Wahrheit, denn es gibt etwas, was noch dazu gehört und auch der Liebe bedarf. Aber wie kann ich es lieben, wenn es in meinen Augen unvollkommen ist und nicht zu mir gehört?

So bin ich dann zu dem Schluss gekommen, dass ich mir diesen Körper mit all seinen Schmerzen nur ausgeliehen habe und eines Tages auch wieder ablegen werden. Es ist mir also egal geworden, was mit ihm passiert. Und je mehr ich mich mit diesem Gedanken vertraut mache, um so näher sehe ich diesen Übergang kommen und unter Schmerzen wünsche ich ihn mir sogar noch schneller herbei.

Doch dann bremst mich der Gedanke wieder aus, warum ich dies wohl so gewollt haben soll. Und ob es eine Lösung ist, diese Prüfung so einfach wieder abzubrechen. Ich denke nicht. Also schaue ich immer weiter, was mir diese Schmerzen wohl sagen wollen bzw. was ich aus dieser Erfahrung lernen kann. Schon schenke ich dem wieder mehr Aufmerksamkeit und die Schmerzen nehmen zu. Manchmal weiß ich schon nicht mehr, was mir alles weht tut und wo genau. Jede Bewegung ist schmerzhaft und auch das Liegen wird immer unerträglicher. Ich kann mich nicht mehr ablenken und muss akzeptieren, wie sich das anfühlt.

Das ist also eine gewisse Ohnmacht, die sich da breit macht und sie lässt mich erkennen, dass es sich eben nur auf auf meinen Körper begrenzt. Mein Geist ist rege und tut nicht weh. Nur der Kopf selbst. Ich weiß nicht, was alles noch an Schmerzen auf mich zukommt und was ich aushalten werde aber ich weiß, dass es begrenzt ist und dass ich durch diese Erfahrung mich ganz sicher auch weiter entwickeln werde.

Ich denke, dass ich geistig schon über diesen Schmerzen stehe und dass sie mir diese Distanz dazu verschafft haben. Vermutlich könnte ich ihnen auch dankbar sein oder sie gar lieb gewinnen. Doch dafür habe ich mir diese Prüfung wohl kaum ausgesucht. Vielmehr denke ich, dass ich erkennen wollte, wie wenig mir (meinem Geiste) das anhaben kann.

LG Manni