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Die eigene Dankbarkeit finden

27 Mai 2011 18:49 #14114 von Syrin
Vor etlichen Jahren lernte ich in Indien eine Dankbarkeit in mir kennen, die meinem Leben eine neue Richtung gab. Ich besuchte die Stadt Varanashi; mein Hotel lag direkt an einem Abwasserkanal, der sich vom Stadtkern hinzog bis zum heiligen Fluss Ganga, der großen Mutter Indiens. Ich konnte von meinem Fenster die Dächer der Tempel am Wasser sehen, und fast stündlich läuteten Glocken eine neue Prozession am Ufer ein. Morgens und abends schien man in der Stadt die Schleusen zu öffnen, die in den Kanal flossen — Abfälle jeder Sorte glitten an mir vorbei. Im Kanal entdeckte ich Schmutz und Unrat, bei näherem Hinsehen auch tote Tiere, die man einfach so entsorgte. Mein Herz kochte vor Wut und Trauer über diese Praxis, die mir unverständlich schien. Die Verwesung der Körper war weit fortgeschritten, die Passanten gingen vorbei, und meine Ohnmacht quälte mich. Um mich war eine heitere und fröhliche Umgebung, ich dagegen hatte viel zu tun mit meiner Wut, die mich jeden Tag von Neuem auf das Wasser sehen ließ. Warum konnte ich mich nicht losreißen, einfach vorbeigehen und scheinbar nichts spüren wie die anderen Menschen hier? Ich wusste es nicht. Von meinen Gefühlen gezeichnet verlangsamte ich meine Schritte. Wo ich vorher Freude und Licht gespürt hatte, war nur Überheblichkeit und Geringschätzung für ein Volk geblieben, das seine Tiere derart behandelt.
Zwischen den unzähligen großen Tempeln gibt es viele Anbauten, in denen Lehrer ihre Schüler unterrichten. Ich weiß bis heute nicht warum, aber an jenem
Morgen fand ich mich weinend auf den Stufen einer solchen Schule wieder. Ich weinte und weinte, der Schmerz wollte nicht enden. Mit jeder Träne strömte mehr Trauer, Wut, das Leiden der Welt aus meiner Seele heraus. Verheult und schluchzend wie ich war, nahm mich jemand in den Arm. Eine fremde Hand zog mich nach oben, und ein Arm stützte meine Schulter. Ich ließ mich einfach führen. Über schiefe Stufen stolperte ich mit. Eine Frau führte mich, soviel nahm ich noch wahr. Plötzlich waren meine Füße im Wasser. Sie zog mich die Stufen zum Ganges hinunter, es war mir egal. Sie hielt meinen Kopf und drückte mich tief in das Wasser. Für einige Sekunden bekam ich keine Luft. Dann zog sie mich nach oben und strich meine Haare aus meinem Gesicht. Sie war jung, kaum älter als ich, das konnte ich spüren, aber nicht sehen. Ich konnte mich nie an ihr Gesicht erinnern.
Mein Leben, meine Ängste und meine kindliche Wut hatte ich in der Ganga gelassen. In der Mitte des Flusses schwammen die toten Körper der Tiere und Reste der Menschen an uns vorbei. Ich ekelte mich nicht, sondern spürte eine tiefe Dankbarkeit in mir, die ich bis heute nicht in Worte fassen kann. Ich bin den toten Tieren dankbar, der jungen Frau, dem Schmutz und Elend und der Ganga. Sie alle haben mich in einem Augenblick, an dem ich die Undankbarkeit in mir selbst nicht mehr ertragen konnte, von ihr geheilt. Als ich die Tiere zum ersten Mal in dem Kanal treiben sah, habe ich ihren Tod und die Art und Weise ihrer Auflösung auf mich bezogen. Ich war wütend über etwas, was ich sehen musste und was ich nicht ertragen konnte. Ich. In einem Land, das von Freude und Elend gleichermaßen geprägt ist, in dem sich der Duft von Gewürzen mit dem von verkohltem Menschenfleisch verbindet, war es mir möglich, vollkommene Dankbarkeit zu finden.
Die Frau führte mich noch an das Ufer, sie setzte mich in die Sonne und verschwand. Mehrere Frauen umarmten mich und saßen um mich herum. Wie selbstverständlich war ich nun Teil von Leben und Sterben.
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30 Mai 2011 16:49 #14186 von Daniel2010
Eine wunderbare Geschichte!!! Ich danke dir <3
31 Mai 2011 09:52 #14196 von Martin
Liebe Syrin,

bitte bei fremden Texten IMMER die Quelle mit angeben und den Text als Zitat kenntlich machen (Urheberrecht).
Vielen Dank und liebe Grüsse

Martin
31 Mai 2011 13:56 #14201 von Syrin
Hallo,

Ebenfalls ist diese Geschichte aus dem Buch "Die 7 spirituellen Gesetze der Lichtarbeit" von Nicole Schöfmann.

Liebe Grüße,
Vivien