Lieber Gast. Du befindest dich im alten Forum der Celestine Community. Ein Teil des Forums ist öffentlich. Mitglieder, die sich bis 2016 registriert haben, können sich weiterhin einloggen und den Mitgliederbereich betreten.

Unsere neue Community ist nun online. Wir laden dich herzlich ein, dich mit uns auf unserem Campus zu vernetzen.

Zur neuen Community

×

Hinweis

Das Forum ist schreibgeschützt.

× 2. Erkenntnis - Ein Umdenken findet statt:
Dieser Aufbruch repräsentiert die Schöpfung eines neuen, vollständigeren Weltbildes, da es uns die fünfhundert Jahre alte Schuke der Präokkupation mit irdischem Überlebenskampf und materieller Bequemlichkeit zu liefern imstande war. Obwohl es sich bei der Beschäftigung mit den technologischen Aspekten unseres Menschseins um einen wichtigen Schritt in unserer Entwicklung handelte, wird das Erkennen der bedeutsamen Fügungen in unserem Leben unsere Wahrnehmung für den wirklichen Grund unserer Anwesenheit auf diesen Planeten öffnen und uns die wahre Natur des Universums enthüllen.

Ein "Geschäft" machen ! ?

03 Okt 2012 05:50 - 03 Okt 2012 05:55 #18424 von Manni
Hallo ihr Lieben !

Gestern hatte ich ein Vorgespräch zu einem neuen Auftrag, welches mich sehr nachdenklich werden ließ.

In diesem Gespräch wurde beiläufig erwähnt, dass man ja im Freundeskreis einen Architekten hätte, der diese Arbeiten auch übernehmen würde aber man wolle mit Freunden kein Geschäft machen. :huh:

Ich habe meine Leistungen bislang immer als einen Dienst für den Kunden empfunden und dabei war mir auch immer gegenseitiges Vertrauen sehr wichtig. Insofern mag ich die Offenheit und Ehrlichkeit. Doch der Gedanke an ein Geschäft lässt stattdessen eher so eine betrügerische Absicht erkennen. Man möchte sich auf meine Kosten gerne einen Vorteil verschaffen. Da fühle ich mich eher ausgenutzt und nicht mehr als Partner, der die Absicht hat zu unterstützen und zu helfen. :S

Doch von der Sache her bin ich ja auch geschäftlich tätig, denn ich nehme Geld für meine Leistungen, lasse mich also dafür honorieren. Wäre es eine Anerkennung dürfte ich sie weder erwarten noch fordern und dann wäre es auch kein Geschäft! Was wird nun von mir erwartet und gefordert? Bei einem guten Geschäft für den Auftraggeber wäre das maximale Leistung für minimale Vergütung. Für mich müsste es dann wohl eher minimale Leistung bei maximaler Vergütung sein. ;)

Somit stehen die Geschäftspartner in einem klaren Interessenkonflikt und sollten dabei vielmehr Einigung erzielen. Sie müssen also den anderen Partner etwas versprechen was nicht sein wird. Damit fangen dann die Probleme auch schon an, denn auf dieser Basis kann es kein Vertrauen geben. Jeder unterstellt dem anderen unlautere Absichten usw. Das Misstrauen wächst. :unsure:

Diese Erfahrungen rauben mir zunehmend meine Energie. Ich möchte einfach keine Geschäfte mit anderen Menschen machen. Aber ich möchte mich auch nicht ausnutzen lassen. Vielmehr suche ich nach der positiven Verstärkung, sich gemeinsam zu verbinden um so die gesetzten Ziele zu erreichen. Da wo alle an einem Strang ziehen und nicht darauf bedacht sind sich Vorteile zu verschaffen. B)

Doch das wären keine Geschäfte mehr! Muss ich meine Tätigkeit nun aufgeben? Ich kann doch keine Aufträge annehmen, wo die Basis nur ein Geschäft ist, bei dem es nur darum geht sich einen Vorteil zu verschaffen, anderen Menschen ihre Energie zu rauben, um daraus gestärkt hervor zu gehen, sich abzusetzen, etwas Besseres zu sein usw. All diese Dinge gehören nicht zu mir. Ich möchte mich verbinden, gemeinsam etwas erschaffen und teilen. Mein Wissen und meine Erfahrung im Austausch mit einer auskömmlichen Vergütung. :dry:

Aber ich soll Gewinne erwirtschaften als Geschäftsmann. Also bin ich wohl keiner! Was bin ich?

Immer noch auf dem Weg der Selbstfindung
Manni
03 Okt 2012 07:20 - 03 Okt 2012 07:27 #18425 von nanabosho
Ein Thema, das auch mich immer wieder beschäftigt, Manfred!
Und bei mir ist es noch einen Zacken heftiger, weil ich einer von den sogenannten "Kreativen" bin, den Künstlern. Es gibt sogar Bücher, in denen steht: "Künstler und Geschäftsmann, das ist ein Gegensatz wie Feuer und Wasser. - So etwas geht gar nicht." M. a. W.: Wenn Du als "Kreativer" überleben willst - von LEBEN will ich ja noch gar nicht sprechen -, brauchst Du einen Helfer, der das Geschäftliche für Dich erledigt, einen Agenten, einen Mäzen, einen, der sich auskennt. Als ich meinen Weg vor zwölf Jahren ungefähr begann, hatte mich eine Motivationstrainerin ein paar Monate lang "gecoached", wie es auf Denglisch heißt, und mir das auch so ungefähr eingebleut. - Doch es funktionierte nicht so, d. h., ich fand jahrelang weder Mäzen noch Agenten und sah mich zwangsläufig in der Situation, die geschäftliche Schiene selbst fahren zu müssen.
Als gelernter Ossi kannte ich viele Tricks nicht und bin 1000x reingefallen, um es unverblümt zu sagen. (War einfach nicht "schlitzohrig" genug.) Es waren also teilweise meine geschäftlichen Gehversuche, die mir das Desaster bescherten, das ein paar Jahre später eintrat. Und doch mache ich weiter.

Weil ich erlebt habe, das sich kein Mensch darum schert, wovon ich lebe, zum wenigsten solche Institutionen wie das Finanzamt, bin ich dann eben auch kühler geworden (der deutsche Ausdruck des denglischen "cool"). Habe mich gewehrt und damit aufgehört, Rechnungen sofort zu bezahlen, wenn sie reinkamen. (Ebenfalls eine alte "Ossi"-Dummheit, die jedem anderen Geschäftsmann sofort zeigt, dass ich keine Ahnung habe und leicht über den Tisch zu ziehen bin.)
Ich verkaufe meine Bücher - und sie werden gekauft! - rücksichtsfrei. Ohne solche Gedanken wie "mit diesem Menschen bin ich lange befreundet, dem muss ich Rabatt einräumen oder ihm ganz und gar eines schenken". In Deutschland kann ich mich sowieso auf die Buchpreisbindung berufen, aber 2 Jahre nach Veröffentlichung eines Werkes ist diese auch hinfällig. Versand an gute Kunden (die schon mal was gekauft haben) bei Vorkasse natürlich auch portofrei, das sind einfach nette Gesten, die die "Härten" der Geschäfte etwas abmildern. -
Außerdem mache ich Übersetzungen oder Layoutarbeiten. Da sehe ich mir die Leute an und schätze ein, ob sie eher ärmer oder reicher sind. Und wenn ich merke, dass sie reicher sind, verlange ich mehr für die gleiche Leistung. Ohne schlechtes Gewissen, ohne lange darüber nachzudenken. Banken - die Symbole des kapitalistischen Geschäfts schlechthin - machen es umgekehrt, sie nehmen von den Ärmeren (d. h., wer weniger hat, muss höhere Zinsen zahlen) und geben den Reicheren, das ist die allgemeine Regel. Das gilt bei ihnen als "seriös" und keinesfalls als Raub oder sogar Verbrechen. Nur der Bankräuber, der seiner Verzweiflung ein wenig unkonventionell Ausdruck verleiht, gilt als Verbrecher; und dabei hat er nur die Spielregeln nicht beachtet.
(In meinen Augen ist heute noch jeder Bankräuber eine Art Robin Hood, da kann ich mir nicht helfen.)
Wie willst Du es sonst schaffen, im Kapitalismus zu überleben? - Auch ich wollte immer alle Menschen achten und respektieren, wenn möglich, sogar lieben. Ihnen entgegen kommen, so viel wie möglich Gutes tun. Eine Gesellschaft, in der so etwas gelebt werden kann, funktioniert nicht mit dem heutigen Geldsystem. Es ist ein saurer Kompromiss, aber wenn Du ihn nicht eingehst, säufst Du ab. Bei jedem Geschenk, das Dir einer bietet, musst Du prüfen, ob es nicht etwa eine Falle ist... Da kannst Du Dich nicht um Freundschaften kümmern. Wenn jemand nicht länger mein Freund sein will, weil er meint, für irgendetwas, das er von mir erhalten hat, zuviel bezahlt zu haben, geht er eben. Das ist seine Sache. Erst in der Not erfahre ich, wer tatsächlich mein Freund ist.

Statistiken gibt es, die sagen, dass in Deutschland beinahe 90 Prozent der in kreativen Berufen selbstständig Tätigen (bildende Künstler, Komponisten, Schriftsteller, Schnitzer, Skulpteure usw.) weit unter dem Existenzminimum leben oder eben von Hartz IV. Und das meistens über viele, viele Jahre. Sie lehnen es ab, die Geschäftswelt so zu akzeptieren, wie sie ist, sich in ihre Härten einzuklinken, die Gratwanderung zu wagen zwischen "Schwein-Sein" und "Mensch-Sein". Und sie bekommen die Quittung.
Ich habe mich irgendwann nicht mehr länger darum gekümmert, was dieser oder jener über mich denken mag. War einfach dankbar, wenn etwas funktionierte, Aufträge kamen oder sich Bücher verkauften. Fragte nicht länger nach dem "Wer?" oder dessen Erwartungen. Ob die Geschäfte "gut" waren oder "böse". Naiv und für Geschäfte ungeeignet bin ich immer noch, doch das allzu zarte Gewissen habe ich abgestellt.
Und sogar im diesjährigen Celestine-Camp habe ich in einem Seminar gelernt, dass NEHMEN-KÖNNEN eine lobenswerte Eigenschaft ist.

Aber: Ich verspreche niemandem je etwas, das ich nicht halten könnte. Würde wohl bei einem Hausverkauf den Käufer noch heute selber darauf hinweisen, dass es eine nasse Mauerstelle gibt oder die Heizung reparaturbedürftig ist. Dazu versetze ich mich noch immer zu sehr in seine Lage, das kann ich einfach nicht abstellen.

Herzliche Grüße,
Andreas
Folgende Benutzer bedankten sich: Lois
03 Okt 2012 10:36 #18426 von Manni
Genau Andreas,

das kann ich auch nicht abstellen.

Meine Frau sagt mir jedoch, dass ich den Leuten einfach nur nicht alles sagen muss. Sie wollen das auch nicht hören, welche Probleme es womit gibt. Sie möchten nur hören, dass ich ihnen alle Sorgen abnehme und das es so wird, wie sie sich das wünschen. Wenn es dann doch anders kommt, dann bitte in kleinen Häppchen und nicht alles auf einmal.

Gesagt getan:

Ich sollte eine Bauanzeige stellen in einem B-Plan gebiet. Alles was ich dafür geplant hatte, war so auch genehmigungsfähig. Dennoch kam es zu einer Versagung mit der Begründung, dass der Bestand so nicht genehmigungsfähig sein und erst zurückgebaut werden müsste. Durch das geplante Vorhaben würde der Bestandschutz auch aufgehoben. Dazu waren die Bauherren jedoch nicht bereit und ich konnte den geschuldeten Erfolg (Werkvertragsrecht) nicht erbringen. Damit hatte ich dann auch keinen Anspruch auf Honorierung meiner Leistungen und ging wieder einmal leer aus.

Ich habe daraus gelernt, dass ich noch viel mehr leisten muss, als das was mir übertragen wird. Ich muss auch prüfen, ob der Bestand so bleiben kann oder im Zuge dessen geändert werden muss. Also müsste meine Vergütung eher noch viel höher sein, weil ich ein sehr viel größeres Risiko trage und auch viel mehr Leistungen erbringen muss. Hätte ich das den Leuten gleich gesagt, wäre es erst gar nicht so weit gekommen und sie hätten davon Abstand genommen. Da ich es ihnen aber nicht gesagt habe, darf ich neben dem Wegfall meines Honorars auch noch für den entstandenen Schaden aufkommen und die Gebühren für den ablehnenden Bescheid tragen sowie die verlängerte Miete usw. Ich werde also noch lange damit zu tun haben und blöde Schriftwechsel der Anwälte lesen und beantworten müssen etc.

Ja, ich könnte gut einen "Mäzen" (kannte dieses Wort bislang noch nicht) gebrauchen, der mir all diese Dinge abnimmt, mir den "Spaß" vorfinanziert und sich um die rechtliche Seite kümmert, damit ich als freischaffender "Künstler" (der ich ja auch bin) überleben kann.

Und die Unterschreitung des Existensminimums ist für mich schon lange Alltag. Ich war zwischendurch auch schon mal auf Harz IV. Das ging innerhalb von 14 Tagen da hatte ich bereits Geld auf dem Konto für's Nichtstun. So schnell habe ich nach erbrachter Leistung noch nie Geld gesehen. Aber ich habe mich damit nicht wohl gefühlt, weil ich keinem Menschen auf der Tasche liegen möchte. Ich habe bislang immer für mich selbst sorgen können und das soll auch weiterhin so sein. Mir reicht schon, dass ich für meine Familie nicht mehr aufkommen kann und diese von meiner Frau getragen werden muss. Das belastet mich schon sehr, denn ich kann ja arbeiten, nur auf meiner Stirn scheint ganz groß zu stehen: "Nutzt mich aus!" Und das lassen sich die windigen Geschäftsleute nicht zweimal sagen. Sie machen davon gnadenlos Gebrauch, bis da nix mehr zu holen ist. Insofern hätte ich vor denen erst meine Ruhe, wenn ich in die private Insolvenz gehe oder diese dummen Spruch auf der Stirn gelöscht bekomme. :side:

Für Letzteres habe ich mich auch schon "coachen" lassen (Denglisch scheint ja bald Europäisch zu werden). Allerdings bedarf das schon irgendwie einer gewissen Schauspielkunst, die man sich aneignen muss. Durch die aufgesetzte Fassade darf der wahre Kern niemals zum Vorschein kommen. Und soviel Künstler bin ich leider auch wieder nicht.

Aber ich setzte immer noch auf die Macht des Universums, vor der ich mich ohnehin nicht verstellen kann. Da wird sich immer wieder was ergeben und mir helfen weiter meinen Weg zu gehen. Ist er auch noch so beschwerlich, einen Rosengarten hat mir ja auch Niemand versprochen. Und welchen Leidensweg hatte Jesus zu gehen, nur um uns zu zeigen, dass es mehr als diese "reale" Welt hier gibt. Der brauchte sich nicht zu verstellen oder sich zu verändern. Er blieb so wie er war. Natürlich war ihm auch klar, dass dieser Weg so enden würde, wie er dann endete. Aber er hat damit mehr erreicht, als all die Menschen nach ihm. Vielmehr machen die sich auf, vom "rechten" Weg abzuweichen usw.

Das kann mir ja alles auch völlig egal sein, ist es jedoch nicht, weil ich mich als Teil des Ganzen sehe.

Liebe Grüße
Manfred
03 Okt 2012 11:50 - 03 Okt 2012 11:54 #18428 von nanabosho
Nun, Manfred,

da ich heute noch zum "Antworten" komme (ab Freitag bin ich wieder auf Reisen und klicke mich nur selten ins Forum ein):
Mir scheint, Du bist eben auch einfach zu gutmütig. Kann ich wahnsinnig gut verstehen. Da wir heute an den Fall der Mauer denken (zumindest manche): Hätten wir damals gewusst, was uns blüht, wären wir vielleicht nicht ganz so eifrig gewesen mit ihrem Niederriss, aber die DDR war ja ebenfalls pleite und wäre so oder so in die Knie gegangen. Von Marx habe ich nie viel gehalten, aber inzwischen ist mir sehr klar, dass er faktisch recht hatte und die kapitalistische Wirtschaft bis ins Kleinste durchschaute. Nur die Idee, das mit einer gewaltsamen Umkrempelung der Verhältnisse zu ändern, ist fragwürdig.

Es gibt für Dich nun folgende Alternativen, meiner Ansicht nach:

1. Alles hinwerfen, Insolvenz anmelden, Hartz IV beantragen (kann sein, dass es nicht mehr lange funktioniert, die sozialen Netze werden früher oder später reißen, aber im Augenblick geht es noch). Dann tun, was Dir wirklich Freude macht. Zu essen, zu trinken, zu wohnen hast Du; und eine Art kleines Grundeinkommen ist gesichert. Da ist Deutschland weiter als andere Länder. Nur tun sie auf den Ämtern so, als seiest Du damit kaum besser als ein Krimineller und sämtliche Post, die Du von denen bekommst, ist so gestaltet. D. h., sie wollen Dich natürlich runtermachen und kleinhalten. Mit etwas Übung trittst Du aber immer auf wie Bud Spencer, wenn Du auf's Amt gehst, da hast Du eine gewisse Chance. Mir scheint, die "spirituelle Lernaufgabe" - um mal dieses Vokabular auch zu verwenden - bei einem sozialen Absturz besteht u. a. darin, Selbstbewusstsein zu entwickeln, Selbstachtung, Aufrecht-Gehen, vor allem wenn es "gegen den Wind" ist.

2. Weitermachen und dabei so schnell wie möglich ein breites Kreuz zu bekommen (also die Sache mit der Selbstachtung). Meistens kommt aber Panik auf, wenn es weiter abwärts geht (jedenfalls war es bei mir so), und die Chance, etwas zu retten, wird immer kleiner. Der Stolz des Zähnezusammenbeißens und Durchkämpfens ist u. U. selbstzerstörerisch und bringt nichts. Nur wenn Du sehr schnell sehr viel Vertrauen (auf Gott, ins Leben, ins Universum, woran immer Du glaubst) entwickeln kannst, schaffst Du es; aber der Spagat ist heftig. Ich habe ihn nicht gepackt, als es bei mir so weit war.

3. Die Gauner - inklusive und ganz besonders den Staatsapparat, die Behörden - mit ihren Waffen schlagen. Die Hartz-IV-Behörde z. B. setzt in ihren Briefen voraus, dass die Leute darauf aus sind, sie zu betrügen, also tue es!!! Sie wollen es so und es ist gut, wenn sie bekommen, was sie wollen! Geld einstreichen und schwarz arbeiten! (Wenn Du nicht schwarz arbeitest, nehmen sie Dir alles wieder weg!) So einfach geht das. Sage nicht, das sei kriminell, denn viele - vielleicht die meisten - können sich nur so ein halbwegs passables Überleben organisieren. Heb Dir Deine Moral für die Menschen auf, die sie brauchen! Sogar die Bibel sagt: "Sei nicht allzu gerecht und allzu weise, damit du dich nicht zugrunde richtest!" (entweder Sprüche Salomos oder Kohelet, ich bin jetzt zu faul zum Blättern). Jeder Psychologe wird Dir sagen: "Lerne, für dich selbst zu sorgen!" Es ist keine Sünde, wenn Du Dich gegen diejenigen wehrst, die Dir das Fell über die Ohren ziehen wollen, und die Wahl der Mittel unterliegt eben einer gewissen Kreativität. Der Mafia als "braver Bürger" gegenüber zu treten ist so gut wie Selbstmord und jede Mafia ist ein Abklatsch gegenüber dem sogenannten "demokratischen Staat".

4. Der Weg, der wahrscheinlich die meiste Geduld erfordert: Alles, was geschieht, zulassen, akzeptieren. Sich tatsächlich das Fell über die Ohren ziehen lassen. Alle Wut, allen Zorn, alle Verzweiflung fühlen, u. U. auch rauslassen. Einsehen, dass Du Deinem Selbstbild nicht genügen kannst und Dich gewissermaßen in Dein Schicksal fallen lassen. Das bisherige Leben sterben lassen und bereit sein zur Auferstehung. Das, was nicht mehr zu Dir passt, wird Dir genommen, um Platz zu schaffen, für das, was zu Dir passt. An Dingen, an Menschen. Es ist ein Prozess, der aber tatsächlich die Wunder geschehen lässt, die Du brauchst.Irgendwann beginnst Du mit neuer Kraft, aber dann bist Du ein anderer. Das Phönix-aus-der-Asche-Prinzip. Das Dich endlich zum Schöpfer macht, aber auf sehr geheimnisvolle Weise.
Diesen Weg gehe ich, doch ich habe alle anderen beschriebenen zumindest streckenweise auch beschritten. Am besten ist er mit Weg Nr. 1 kompatibel.

Es ist nämlich möglich, dass auch n a c h dem Dezember 2012 die Welt noch eine Weile braucht, bis sie sich zu einem gemütlicheren Platz verändert.

Herzliche Grüße,
Andreas
Folgende Benutzer bedankten sich: Lois
03 Okt 2012 12:26 #18429 von Manni
Hi Andi,

die Welt wird sich ganz sicher verändern, so wie wir uns auch verändern werden.

Ich bevorzuge daher Weg 5, der zu mir selbst führt, damit ich mich anschließend auch so verändern kann, wie ich mir das wünsche. Ich möchte in keine Form gepresst werden und auch nicht abhängig sein. Einfach nur sein, was ich im Kern bin und überflüssigen Ballst abwerfen, der mich blockiert und mir die nötige Energie raubt. Das finde ich schon schwer genug und wenn ich das schaffe, bin ich zufrieden.

Dazu sollte ich natürlich auch erst einmal loslassen können. Sind eben viele kleine Schritte, die zu gehen sind. Aber einfach nur geschehen lassen oder dagegen ankämpfen, ist nicht meins. Da wusel ich irgendwo dazwischen rum. mal bin ich der Baum im Wind und mal der biegsame Grashalb.

LG Manni
Folgende Benutzer bedankten sich: Lois, nanabosho
08 Okt 2012 06:56 #18465 von KeepOnSmiling
Da lasse ich das Forum mal drei, vier Tage aus den Augen und dann kommen die spannenden Themen zum Vorschein...

Liebe Community,
lieber Manfred, lieber Andreas,

ich hab schon drei mal in meinem Leben von Hartz IV gelebt. Dem einzigen, den ich da auf der Tasche gelegen habe, war ich selbst! Ich habe nämlich die Beträge zurückerhalten, die ich in den Jahren davor eingezahlt habe, u.a. an das Finanzamt und die Sozialkassen.
In einem anderen Beitrag wurde dazu schon viel geschrieben - auch von mir - HartzIV ist nicht schlimmens, tut nicht weh und... JA, und ist ein Geschäft wie jedes andere auch.

Um beim viel zitierten Denglish zu bleiben: Business is a win-win situation!
Wie ich auf deutsch gerne sage: Ein Geschäft ist nur dann ein Geschäft, wenn BEIDE etwas davon haben!
Und mein liebster - wie ich meine erfolgreichster - Geschäftsmacher auf der ganzen Welt ist: Hans im Glück

Mein zweitliebster Geschäftemacher bin ich selbst... Weiter kann ich mein Ego nicht zurückstellen *schallendlach*
Als Geschäftsmacher war ich stets so erfolgreich, dass ich mich (als Finanzberater) von meinen Kunden (zu deren Vorteil) derart über den Tisch ziehen lies, dass es mir mittlerweile dreimal gelang, die Steuern, die ich in "besseren" Jahren an Steuern und Abgaben gezahlt habe, via HartzIV wieder zurückerhalten habe!
Ich finds toll - das meine ich ehrlich und wahrhaftig, dass ist kein Scherz.

Anstatt der umfangreichen Gelder, die meine "Kollegen" angestrichen habe, habe ich mit oft mit Dankbarkeit oder wenigstens Erfahrungen bezahlen lassen. Heute bin ich nicht mehr ganz zu leicht zu haben ;-)
Mitterweile habe ich auch gelernt, dass ein (von mir abgelehntes) Geschäft nicht schlechter als ein angenommenes Geschäft sein muss.

Investiere nur in das, was Du verstehst, soll Warren Buffet mal gesagt haben.
Daraus folgere ich, mache nur das Geschäft, dass Du verstehst! Wenn Du nicht wenigstens zu fast 98,9% absehen kannst, was für die Abwicklung eines Geschäftes nötig und zu machen ist, welche Folgen darauf entstehen, lass es sein!

JA, genau! Wenn wir das konsequent durchziehen würden, wären 90% der Finanzdienstleistungen und wenigstens 30% aller anderen Geschäfte absolet... Keiner würde sie mehr machen oder anders gesagt: Der der sie machen wollte, würde nur schwer einen zweiten dafür finden!

Gott verdammt, was ist schlimm am Geschäftemachen? Wer hat diese böse Legende erfunden?

Ein Geschäft ist nichts anderes als ein Tausch. Ein Tausch, den ich soll will (und Hans im Glück übrigens auch)!
Geschäfte machen hat rein gar nichts damit zu tun, etwas zu versprechen, was ich nicht einhalten kann. Geschäfte machen hat nicht damit zu tun, einen anderen zu übervorteilen.
Geschäfte machen geht nur nachhaltig. Alles andere ist Betrug und kein Geschäft!

Wen ich heute bescheiße, der wird mit mir kein zweites Mal ein Geschäft machen! Das aber ist voraussetzung, damit ich auch Morgen noch Geschäfte tauschen kann!
JA, Geschäfte tauschen kann!

Lieber Andreas, lieber Manfred,
wendet Euch ab von den negativen-Geldmacherei-Gedanken und
wendet Euch hin zu den positiven-Geschäftemacherei-Gedanken!

Horscht in Euch herein, fragt Euch selbst, wie muss, kann, darf das Geschäft aussehen, dass ich gerne mache. DAS Geschäft, dass ich gerne mache, weil ich es verstehe, durchdringe, von Herzen und mit der Seele gut heiße - für mich und den Geschäftspartner!

Für mich hieß das, vieles, was gerne gemacht hätte, eben kein Geschäft war, weil nur mein Gegenüber davon profitiert (wenn überhaupt). Weniger Geschäft machen, weil weniger mehr ist; Weil weniger nachhaltig ist!

Geschäfte machen sogar Tiere, Pflanzen und Einzeller. Teilweise wird das Sympiose genannt.
Tiere fressen die Fürchte der Pflanzen... einfach so! Und geben Ihren Dünger dazu... einfach so!
Und keiner regt sich darüber auf, dass Obst gegen Scheiße ein schlechtes Geschäft wäre!

KeepOnDoingBusiness
:) lliKöhl
Folgende Benutzer bedankten sich: Nirvana, Schelm, Lois