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Das "Ich" und das "Man"

03 Okt 2012 18:20 - 03 Okt 2012 18:25 #18434 von Syrina Mercury
Hallo ihr Lieben,

Heute beschäftigt mich ein Thema, welches immer wieder in meinem Leben aufgetreten ist. Lange Zeit hatte ich es nicht für Voll genommen, da ich damals noch dachte "Ach, das ist doch nur eine dumme Angewohnheit und kein Grund, ein Fass aufmachen zu müssen....MAN kanns auch übertreiben!;)" Doch mittlerweile sehe ich das nicht mehr so.

Seit meiner Kindheit wurde mir eingetrichtert, dass "sich nur der Esel als Erstes nennt" und das "Bescheidenheit eine Zier wäre"...die Rede ist von dem Wörtchen "Ich" und seine Tarnung als "Man".

Ich habe das "Man" früher sehr oft verwendet in meinem Wortschatz. Ich dachte immer, es sei nur Angewöhnung und jeder sagt es ja so, also ist es was ganz Normales. Bis mich immer mehr Menschen fragten, wer denn bitte "man" sei? Ob ich ihn kennen würde oder er vielleicht auch was dazu erzählen könnte in scherzhafter Weise :blink: ...

Der Schuss kam bei mir, als ich zur Behandlung bei einer Heilpraktikerin gewesen bin und sie mich fragte, warum ich mich so und so fühle und was der Auslöser sein konnte. Darauf sagte ich: "Naja, für gewöhnlich fühlt man sich..."...Jeder hat seine eigene Meinung von..."...Die Anderen meinen..."
Dann fragte sie mich, diesmal eindringlicher als Diejenigen davor: "Das ist ja sehr schön...aber was ist denn nun das, was Sie als "man" tarnen? Warum erzählen Sie nicht von Ihnen und Ihren eigenen Gefühlen oder Meinungen?" Ich blickte sie an. "Sie haben Recht...aber es ist so schwierig, ich falle immer wieder in dieses alte Muster hinein." Darauf meinte sie sanft: "Meiner Meinung nach ist das eine der wichtigsten Lektionen, die wir Frauen heutzutage lernen müssen..."
Und das blieb in meinem Kopf. Als sie mich dann noch in einen Kreis mit dem Wort "Ich" stellte und mich anleitete, meine innersten Gefühle mit eben diesem Wort zum Ausdruck zu bringen, da wandelte sich etwas in mir.
Ich fragte mich: "Warum soll ich noch weiterhin alles verallgemeinern und mich hinter dem Wort "man" verstecken? Hat nicht das "Ich" viel mehr Kraft und Potential?" Und dabei blieb es.

Seitdem habe ich erfahren, wie viel Macht in Worte stecken. Zuerst hatte ich Angst, dass mich andere Leute als egoistisch einstufen würden, weil ich nur noch von mir und meiner Sicht sprechen würde, doch das blieb aus. Und wenn es doch einmal geschehen sollte, dann würde ich mein Gegenüber fragen, von welchem Gesichtspunkt ich denn bitte sonst etwas schildern kann? Ich hab doch nur meine Erfahrung und mein eigenes "Ich", was ich beisteuern kann. Ich kann ja wohl schlecht aus der Sicht eines Nachbarn, eines Freundes oder der Gesellschaft erzählen.
Außerdem würde ich demjenigen ja auch nur seinen eigenen Spiegel zeigen und er könnte sich selber fragen, wo er es sich verweigert ein "Ich" zu sein.

Es hat sich so viel geändert. Mein Selbstbewusstsein ist gestärkt, die Energie wird in festere Bahnen gelenkt und das nur, weil ich mich in meinen Worten selbst mit einbringe, Menschen direkt anspreche, wenn ich was will oder einen Wunsch habe (also, den Menschen beim Namen nenne im Gespräch und direkt sage "Du könntest..." Anstatt "Man könnte".)

Jawohl, Worte sind wahrhaftig ein "Zaubermittel" für mich. Und auch die Art, wie ich etwas erzähle, kann je nach dem, einen anderen Einfluss haben. In jedem Fall finde ich es aber sehr wichtig, mit dem "Ich" ein Zeichen zu setzen, zu mir selber zu stehen.
Das merkt auch mein Energiekörper. Und er findet es gut und fühlt sich geerdet.

Was habt ihr mit den Worten "Ich" und "man" für Erfahrungen gemacht? Oder auch mit Anderen?
Wie ist es, wenn ihr bestimmte Gefühle oder Schwingungen in eure Stimme hineinlegt. Was ist dann anders? Habt ihr das mal überprüft?

Ich freue mich auf eure Antworten,
Eure Vivien <3
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03 Okt 2012 18:53 #18435 von Rita
Liebe Vivien,

das "Man" und "Ich" war vor viiiielen Jahren (bin ja schon bisschen älter ;) ) auch für mich ein Thema. Ich weiß nicht mehr, wer oder was mich darauf gebracht hat, aber ich habe damals auch bemerkt, dass ich oft das "Man" ausgesprochen habe, wenn ich "Ich" meinte. Ab und zu passiert es mir auch heute noch, aber dann ist es meistens etwas, was mich wirklich nicht so direkt betrifft.
Bei mir hat das aussprechen des "Ich" damals bewirkt, direkter Stellung zu beziehen, wo ich sonst bisschen wischi waschi war. Ich habe mein "Ich" viel intensiver wargenommen und viel öfter in mich hinein gespürt und mich mehr um mich gekümmert. Das war aber auch erst so, nach dem ich gelernt hatte, dass Egoismus nichts schlechtes ist, im Gegenteil. Wenn es mir gut geht, geht es auch anderen Menschen gut. Meine Neigung, mich um andere Menschen zu kümmern - in der Schule hieß ich "Anwalt der Armen" und später "Mutter Theresa - hat darunter nicht gelitten.
Heute gibt es bei mir kein "Man mag ja nicht so laut reden" sondern ein "Ich mag nicht laut reden". Kein "Man schließt sich diesem oder jenem an" sondern "Ich schließe mich an".
Ich habe damals auch festgestellt, dass ich das "Man" viel öfter gesagt habe, wenn ich etwas negatives beschreiben wollte, wie eben das nicht laut reden wollen. Es hieß sehr oft, "Man will ja nicht", "Man sollte nicht", "Man mag ja nicht" usw., jedenfalls war es bei mir so.
Ein interessantes Thema. Danke dass du es eingestellt hast :)

Liebe Grüße von
Rita
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03 Okt 2012 20:13 #18436 von nanabosho
Nun, es gibt auch einen anderen Aspekt.

Insgesamt ist es wohl wichtig, die eigene Position mit dem Wort "ich" zu bezeichnen. Doch nicht in jedem Fall und nicht jedem gegenüber. Wenn ich nämlich immer und in jeder Situation von mir selbst spreche und das obendrein ehrlich, muss ich mir bewusst sein, dass ich sozusagen Striptease betreibe. Menschen gegenüber, denen ich vertrauen kann, ist das in Ordnung, auch da, wo ich bereit bin, Vertrauen als Wagnis einzugehen.
Doch in einer Situation, in der ich Spießruten laufe, könnte es heftiger werden als meine schlimmsten Befürchtungen. Da sind dann unpersönliche, unverbindliche Sätze, deren Haupthandelnder irgendein "man" ist, hilfreicher. Sonst werfe ich, um mit Jesus zu sprechen, eventuell "Perlen vor die Säue". Ganz abgesehen von einem gewissen Schutzbedürfnis, das jeder Mensch hat.
Dass vor allem Frauen - glaube ich nicht, aber nach den Beiträgen, die ich gelesen habe, hat es den Anschein - sich hinter dem "man" verstecken, zeugt in meinen Augen erst recht von diesem Schutzbedürfnis. Denn wenn wir wirklich konsequent sein wollten, müssten wir auch in anderen Situationen als nur während gewisser Liebesmomente einander nackt gegenübertreten.

Herzliche Grüße,
Andreas
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03 Okt 2012 20:35 #18437 von Marlene
Danke Vivien
für dein Thema Ich/man.

Beim lesen Eurer Beiträge erinnerte ich mich an meine Muttersprache, und fragte mich ob es im französichen überhaupt ein "man" gibt.

Mir kam gerade nur das Wort "on" in den Sinn, und das bedeutet "Wir".

Wie sieht das in anderen Sprachen aus?

Dafür reicht mein Englisch nicht, gemäss dem Google ÜBERSETZER wird das Wort "man" mit You übersetzt.

Ein Interessanten Aspekt, schmunzel, wenn mir eine Nahestehende Person sagt, man sollte dies oder jenes erledigen, frag ich auch wer ist man, bin ich damit gemeint?

Das "man" scheint mir eher in der Deutschen Sprache geläufiger zu sein, kann das sein?

Liebe Grüsse
Marlène
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03 Okt 2012 21:13 #18438 von nanabosho
Interessant, Marlène!
Der Spruch, der mir wirklich auf die Nerven geht im Deutschen, der lautet: "Man sieht sich." Er klingt allzu fremd, allzu abstandbedacht.
Aber diese vielen englischen Worte, die das Deutsche mehr und mehr zurückdrängen, schaffen insgesamt Abstand. Ich mag Sprachen und ich spreche auch sehr gern englisch. Das neuzeitige Denglisch finde ich indessen grässlich. Ist aber vielleicht generationsbedingt.
"Man" ist da für mich eher einer Kleinigkeit. Literarisch verwendet man (heißt in diesem Fall, es klingt in den meisten Ohren gut oder sieht in den meisten Augen gut aus) es, um ständige Wiederholungen der Passiv-Form zu vermeiden, wenn es keine bestimmte Bezugsperson gibt. Manchmal klingt auch die Passiv-Form ungeschickter. (Bsp.: "Man jubelte dem Regenten zu" klingt besser als "Dem Regenten wurde zugejubelt"; ist aber - meistens, das ist Gefühlssache - schlechter als "Die Menge jubelte dem Regenten zu".)
Was das Französische betrifft, so habe ich früher mal gelernt, das kleine Wörtchen "on" müsse mit "man" übersetzt werden. "Wir" aber kenne ich als "nous" ("nous chantons des ballades" o. ä.). Vielleicht ist "on" von dem damit verbundenen Gefühl her dasselbe wie das "man" im Deutschen. Was speziell Feministinnen auch gern "frau" schreiben, obwohl es in der Herkunftsform nur ein n hat.

Herzliche Grüße,
Andreas
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03 Okt 2012 21:18 #18439 von Barbara
schönes thema!

ich will hier nun gestehen, dass ich das total vergessen habe wie das bei mir war. ich weiß, dass ich oft man benutzt habe, aber ich erinnere mich nicht mehr daran wie oft und in welchen situationen.

heute benutze ich das wort auch noch ab und an. ich benutze es jedoch wesentlich bewusster.

zum schutz, wie andreas sagte, nutze ich es allerdings gar nicht. eher zum schutz anderer, wenn ich weiß, dass diese sich schnell angegriffen fühlen und ich dinge umschreiben will um besser zu der person vordringen zu können ohne sie zu verletzen.

mich macht das wort, wenn es ständig als platzhalter für ICH benutzt wird, regelrecht wahnsinnig. wie oft habe ich meinen freund schon gefragt wer denn "man" sei!? er benutzt es ständig als platzhalter. ich habe ihn auch schon gefragt, ob er vielleicht auch mal seine wünsche äußern könnte und nicht nur die von "man" ;) er versteht mich allerdings nicht was ich damit sagen will. bei ihm muss ich wohl einfach mal deutlicher werden.

weshalb stört es mich jedoch so sehr???

danke!
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