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Das "Ich" und das "Man"

05 Okt 2012 06:51 #18460 von Syrina Mercury
Hallo ihr Lieben,

Wahnsinn, was euch zu den Thema bewegt und welche Erfahrungen ihr mit diesen beiden simplen Wörtern gemacht habt!

Das sich hinter "Ich" und "Man" ganze Innenleben und Empfindungen verbergen, wurde mir auch erst mit dem genauen Studium meines Wortschatzes bewusst.
Interessant ist es auch, was ihr zu den unterschiedlichsten Sprachen beigesteuert habt.
Gerade die deutsche Sprache ist ja eine sehr komplizierte und schwer zu erlernende.
Mit ihren vielen Wörtern und dem harten Klang sehe ich es so, dass sich die Art, wie wir sprechen auch sehr auf unsere kollektive Psyche ausgewirkt hat.
Nicht umsonst gelten wir Deutschen als sehr direkt und fachlich (genau wie in anderen Sprachen mit vielen Wörten zB Russisch o. Chinesisch). Wir haben keinen verschnörkelten, kreativen Akzent, wie die Franzosen, oder ein temperamentvolles, rollendes "R" wie im spanischen. Wir sagen die Sachen, wie sie gerade sind und uns in den Kram passen, wollen alles auf den Punkt genau haben, sind sehr an Terminen gebunden, müssen alles genau auf 0,000 prazise ausrechnen und katalogisieren. Es gibt für ein und den selben Begriff zig Weitere, die genau das gleiche bedeuten. Und so sind wir meiner Meinung nach auch: Lieber alles 100 mal mit ähnlichen Wörtern erklären und zusammenfassen, damit nur ja jeder es versteht und keine Information verloren geht, denn "Verlorengehen" macht ja Angst und führt zum Kontrollverlust.
Dennoch denke ich, brauchen wir ja auch solche Kulturen wie die unsere. Die klare Strukturierung hat uns viele wichtige Entdeckungen und einen angenehmen Lebensstandart gebracht.

Mmh interessant, mir ist noch die aufgefallen, dass ich das Wort "man" je als etwas Bewusstes verwendet habe, denn wenn ich bewusst spreche, dann nenne ich die Dinge ja beim Namen und auch wenn ich nicht von mir spreche, sage ich lieber: "Der Generalvorstand hätte es in meinen Augen soundso machen können..." Als "Man hätte es soundso machen können..."
Das "man" ist in meinem Wortschatz immer etwas Unbewusstes, was ich schnell mal hersage, wenn ich nicht bei mir bin.
Mir fällt es gerade immer sehr bei meinem Sohn auf, wenn er mich fragt: "Mama, warum?" Und ich dann antworte: "Weil man das eben nicht macht!"...die unbegründete Angewohnheit.

Versteht mich nicht falsch, es geht mir auch nicht darum, immer auf jeden Fitzel meines Wortschatzes zu achten, das ist mir auch auf Dauer zu ansträngend, doch es ist irgendwie auch ganz lehrreich, etwas mehr über die eigene Person haruszufinden.

Diesbezüglich gibt es bestimmte Worte, die ich in meiner Art zu reden oft wiederhole, wie zB: schon, immer, irgendwie, weißte (weißt du), auch, oft, nur mal kurz... Oder auch mein "Mmh", bevor ich ein Gespräch beginne und selbst gar nicht mitbekomme *lach*

Wie sieht es bei euch mit den Worten "müssen" und "wollen" aus? Ich bin gerade dabei, mir das "muss" aus meinem Wortschatz abzugewöhnen, weil ich es viel zu oft sage, obwohl es gar nicht von Nöten ist und mir damit selbst unterbewusst Stress mache. Stattdessen ersetze ich es mit "ich will/möchte zuerst das machen..." Viel besser.

Habt ihr euch schonmal Gedanken gemacht, wie der Klang eurer Stimme und die Art eures Sprechens auf die Menschen wirkt und wie ihr dadurch Situationen und Gespräche beeinflussen könnt?

Liebe Grüße
Vivien
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08 Okt 2012 09:43 #18470 von KeepOnSmiling
Hallo Vivien,

ich hol mir mal kurz mein R zurück ;-)
Nicht nur die Spanier, auch wir Wetterauer, die Franken und die Pfälzer rollen gerne das R mit Leidenschaft ;-)

Sprache ist Ausdruck der Gedanken - beim Individuum und auch in der jeweiligen Sprachkultur. Deshalb stimme ich zu, das von der Sprache auch jeweils auf die Gedanken- und Gefühlswelt des jeweiligen Kulturkreises geschlossen werden.

Das "man" hat in der Tat in der deutschen Sprache seine besondere Bedeutung und ist wichtig dafür. Ich möchte nur soviel hier dazu beitragen:

Wer auf seine Worte achtet, der achtet auch auf seine Gedanken.
Und wer auf seine Worte und Gedanken achtet, der lebt bewußter, achtet auch auf seine Handlungen und Taten. Letztenendes führt das zu mehr Aufmerksamkeit sich selbst und seiner Umwelt gegenüber... Und das ist eine gute Basis für eine freies Leben, oder?

KeepOnSmiling
:) lliKöhl
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10 Okt 2012 17:06 #18493 von traeumerle13
Hallo,
ja ich und man ist ein interessantes Thema. Ich habe durch eine Selbsthilfegruppe gelernt, in der "Ich" Form zu reden, was ich mittlerweile in mein Leben integriert habe. Besaonders wichtig finde ich den Aspekt des Ichs in der Kindererziehung. Ich selbst wurde mit "das macht man....man nicht" erzogen und bei meinem Sohn, beziehe ich STellung und sage ihm, dass mag ich, dass mag ich nicht. Ich möchte das .......usw. es hat eine ganz andere Wirkung, wenn ich von mir spreche.
Zu diesem Thema ist mir dann noch das "Wir" eingefallen. Vor kurzer Zeit hat mich mein Freund darauf aufmerksam gemacht, dass ich oft frage"Wollen wir mal weiter gehen etc. anstatt zu sagen, ich möchte weitergehen....bis dahin ist es mir gar nicht bewusst gewesen und ich bin sehr dankbar, dass er mich darauf aufmerksam gemacht hat. Denn auf diese Art von Frage kann der andere ja gar nicht antworten.....tja, die Gewohnheit, aber ich bin am üben immer mehr in der "Ich Form" zu reden und es fühlt sich total gut und authentisch an.....:)
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11 Okt 2012 04:27 - 11 Okt 2012 04:30 #18497 von Martl
Grüß Euch,

das ist schon interessant. Mir wurde nämlich das "man" im Deutschunterricht verboten. Ich kann mich noch gut an meinen Lehrer erinnern, der meinte: "Entweder Du hast eine Meinung und stehst dazu, oder du hältst ganz einfach den Schnabel!"

Das überzeugte mich, und ich habe es fast ganz aus meinem Wortschatz eliminiert.

Wenn ich "man" übersetze, denke ich an sowas wie "die Meisten" ..., und empfinde es als Ausdruck von Feigheit.

Alles Liebe,

Martl
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11 Okt 2012 07:53 #18501 von Jeliel
Hi, ihr,

also mich würde mal interessieren, warum so viele etwas Negatives mit dem Wort "man" gleichsetzen. Wie Martl schon (meiner Meinung nach richtig) sagte, steht es doch für "die Meisten", "Viele" usw. Diese Menschen sind uns unbekannt, wobei wir durchaus auch welche kennen können, wenn wir davon sprechen (in der "man".Form). Vielleicht ist damit auch oft "die Anderen" gemeint. Aber an sich ist es doch nicht verkehrt, wenn "man" es sinngefmäß einsetzt und es bewusst benutzt. Oder?

"Man" könnte auch das "man" weglassen und alles mit "ich" und "du" formulieren, oder "man" lässt es ganz weg, doch dann kommen meiner Meinung nach tatsächlich völlig unpersönliche Sätze raus...

Liebe Grüße,
Jule
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11 Okt 2012 08:18 #18502 von Lois
Also ich muss auch sagen, dass ich das Wörtchen "man" nicht komplett weglassen kann.

Gerade auch in der Erziehung, wenn es um Höflichkeit, Anstand und Respekt geht, dann vermittle ich in dem Moment nicht nur meine Meinung, sondern die mehrerer Menschen, die ich aber nicht persönlich kenne. D. H. das "man" ist dann unerlässlich.

Geht es z. B. um das Verurteilen von anderen Menschen, die mein Neffe gar nicht kennt, dann sage ich: Das macht man nicht!
Es hätte nicht die gewünschte Wirkung, wenn ich sagen würde: Das mache ich nicht! Ich will, dass er versteht, dass ich nicht alleine mit dieser Meinung dastehe.

Genauso kann ich auch nicht sagen: Das machen wir nicht!, das schränkt die Aussage auch noch zu sehr ein auf mir bekannte Menschen!

Mit dem Wörtchen "man" drücke ich aus, dass ALLE Menschen das nicht machen sollten!

Letztendlich kommt es ja auch immer darauf an, in welchem Zusammenhang das Wort verwendet wird. Geht es um etwas Allgemeingültiges oder geht es um mich.

LG Lois