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Das "Ich" und das "Man"

03 Okt 2012 21:22 #18440 von Marlene
Andreas

ich hab Französich als erste Sprache gelernt, doch ab dem Kindergarten habe ich es lange verdrängt.

Mit dem Wort "on" habe ich gefühlsmässig das "WIR" verbunden, vielleicht weil ein Kind noch nicht trennt.

Du sprichst doch noch viele andere Sprachen, wie sieht es da mit dem Wort "MAN" aus, Andreas?

:-)

Ich Glaub Gernot hat uns mal in einem Chat auf die Wörter "man" und noch einige die in diese Richtung gehen hingewiesen.
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03 Okt 2012 21:59 #18441 von nanabosho

Marlene schrieb:
Du sprichst doch noch viele andere Sprachen, wie sieht es da mit dem Wort "MAN" aus, Andreas?


Mir sind spezielle "man"-Wörter nur im Deutschen und im Französischen bekannt. Andere Sprachen benutzen für ähnliche Sätze immer die Passiv-Form (also nicht etwa "man tut dies oder jenes", sondern "es wird dies oder jenes getan"). Es ist also oft sinngemäß so, dass entweder der oder die Handelnde oder die Handelnden nicht genannt werden sollen oder wollen. Aus welchen Gründen auch immer.
Der Holländer benutzt wie der Englischsprachige die "du"-Form (je, jou, you), im Englischen gibt es auch Formulierungen mit "they", also "sie" (Mehrzahlform). Im Polnischen, im Russischen wie allen slawischen Sprachen sonst gibt es nur das Passiv, und das Spanische verwendet ebenfalls nur das Passiv. In weiteren Sprachen bin ich zu schwach, um es zu wissen. - Mir scheint nur, dass die Passiv-Form die verbreitetste ist, um Unpersönliches auszudrücken.
Was ein Hinweis wäre, dass der Sprecher empfindet, dass mit ihm etwas geschieht anstatt dass er selbst handelt.

Herzliche Grüße,
Andreas
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03 Okt 2012 22:25 #18442 von Jeliel
Ja, interessant ist das Thema schon, vor allem, weil man die verschiedenen subjektiven Auslegungen merkt.

Ich zum Beispiel finde, dass der Satz "Man sieht sich." durchaus etwas Verbindenes hat. Wie eine Einheit. Eine lockere Formulierung, die nicht zu nah und nicht zu entfernt ist, falls ihr versteht, wie ich es meine. (?) Er kann getrost auch in sehr engen/innigen Freundschaften benutzt werden. Es kommt ja auch darauf an, WER es zu WEM sagt etc., versteht ihr? Also wirkliche Freunde werden das sicherlich nicht negativ auffassen usw. .

Marlene, gibt es im Französischen nicht das Wörtchen "il" für die "man-"Form? Ich kenne es so aus dem Französischunterricht. Il faut fait qu'elle que chose, oder so heißt doch ein Satz, der grob übersetzt "Hier muss/sollte man etwas tun/machen." oder so lautet.

Ich benutze manchmal "man", wenn ich es auch so meine. Also wenn ich bewusst etwas verallgemeinernd beschreiben/erklären möchte. Spreche ich von meinen eigenen Erfahrungen, betone ich immer, dass ich eben von MIR aus gehe und MEINE Gedanken schildere.

"Man" hat manchmal eine eigenartige Doppelbedeutung, eben die dritte Person, die damit zwar nicht direkt und gleichzeitig eben doch direkt angesprochen wird bzw. gemeint ist.
Wenn "man" also bewusst sagt: "Man möchte das eben nicht." Dann meint man ja immer eine bestimmte Gruppe von Menschen bspw. .

Ich persönlich finde allerdings, dass es schlichtweg höflich und respektvoll ist, zuerst die andere Person und erst zum Schluss sich selbst zu nennen. Ich buttere mich damit in keiner Weise selbst unter oder so, finde ich. Aber das muss ja jeder für sich selbst entscheiden. ;)
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04 Okt 2012 05:44 - 04 Okt 2012 05:55 #18443 von Manni
Danke Vivien für diesen Beitrag.

Mir ging es ganz genau so wie dir. Auch ich habe als Kind gelernt mich nicht in den Vordergrund zu stellen und musste erst später erkennen, dass ich mich hinter dem "Man" versteckte und dies bei anderen Menschen als eine Verallgemeinerung ankam, die die wiederum so nicht stehen lassen konnten.

So mussten mir dann auch erst andere Menschen regelrecht beibringen das "Ich" zu verwenden, wenn ich von mir selbst spreche. Natürlich hatte ich dann die Angst, egoistisch rüber zu kommen, doch wenn ich mich weiter verstecke, dann stehe ich auch nicht zu mir selbst. Das kommt bei anderen Menschen noch sehr viel schlimmer an, denn sie können mich so auch nicht ernst nehmen.

Hinzu kommt die Frage der Liebe zu mir selbst. Bin ich es nicht wert meine Meinung zu sagen und zu dem zu stehen? Was habe ich zu befürchten wenn ich das tue? So wissen andere Menschen wenigstens gleich, was sie von mir zu halten haben und ich komme nur noch mit denen in engeren Kontakt, die mich gut verstehen und auch meine Meinung akzeptieren.

Aber das ist nicht so leicht, weil ich (man) andere Menschen nicht so gerne vor den Kopf stoßen möchte. Doch ich tue es ja nicht, wenn ich bei mir bleibe und so diese Absicht nicht verfolge. Und wenn es dennoch andes bei meinem Gegenüber ankommt, dann hat das nicht mit mir zu tun, sondern vielmehr mit ihm, weil er es dann so empfindet. Ich habe ja nicht über ihn gesprochen, was ich bei der Verallgemeinerung eher getan hätte, sondern nur von mir.

Das musste mir erst einmal klar werden.

Herzlichen Dank
Manni
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04 Okt 2012 08:35 #18445 von Rita
Hallo Andreas,

ich weiß nicht mehr, ob ich mich früher hinter dem "Man" versteckt habe. Da das nicht meinem Naturell entspricht glaube ich eher, dass es ein Nachplappern war, weil man (und nun meine ich das "Man" wirklich als Verallgemeinerung ;) ) als Kind halt das macht, was die Erwachsenen vorgeben. Wenn ich mit dem "Ich" Position beziehe, muss ich doch keinen Seelenstriptease machen. Auch wenn ich jemanden nicht nah an mich heran lassen will, kann ich doch meine "Ich" Position beziehen. Selbst bei unverbindlichen Gesprächen behalte ich die bei. Ich habe aber auch nicht bei allen Menschen den Anspruch, dass meine "Ich" Position angenommen oder verstanden wird. Ich kann auch mit einer Ablehnnung gut leben, wenn das "Ich" für mich stimmig ist.

Liebe Grüße von
Rita
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04 Okt 2012 11:28 #18447 von Marlene
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