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Abschied nehmen

29 Apr 2013 09:14 - 29 Apr 2013 09:18 #19275 von Manni
Danke Rita,

ja ich bleibe bei mir und ich weiß auch, dass es richtig ist, wie es ist.

Es fällt mir nur schwer zu glauben, dass ich mir das alles so selbst ausgesucht habe. Warum möchte ich das alles erfahren? Ich könnte gut darauf verzichten! Was habe ich denn davon, wenn ich einen guten Menschen nach dem anderen verliere? Am Ende stehe ich ganz alleine da und muss mich mit den anderen Menschen rumplagen, wo ich nicht sein möchte. Es stößt mich entsetzlich ab, wenn ich all den Menschen in der Bahn begegne und mir ihr Gerede anhöre oder ihr Benehmen anschaue. Überall wo ich hinsehe, sehe ich Dinge, die ich nicht sehen möchte, wo ich hinhöre, höre ich Dinge, die ich nicht hören möchte, wo ich Düfte wahrnehme, die ich nicht wahrnehmen möchte, wo ich hin fasse und mich davor ekeln muss usw. Es ist einfach nur widerlich für mich so in dieser Menschenmenge zu sein. Aber ich kann mich ja nicht völlig isolieren und von all dem Leben distanzieren. Dann nehmen immer mehr Menschen Abschied von mir, mit denen ich gerne mehr Zeit gemeinsam verbracht hätte.

Na das ist dann wohl so und ich sollte besser akzeptieren, dass es so ist. Vielleicht lebt es sich damit dann leichter. Aber ich möchte schon auch gerne bei mir selbst bleiben und mich diesem Volk um mich rum nicht anpassen. Ich denke auch, dass ich andere Gesellschaft gebrauchen könnte oder die Stadt einfach verlassen sollte. Doch wo werde ich Arbeit finden und genügend Geld verdienen, um alles bezahlen zu können? Manchmal habe ich das Gefühl, ich bin auch nur noch zu diesem einzigen Zweck hier. Alles scheint sich auch nur noch darum zu drehen, wo das Geld herkommen soll, damit ich die regelmäßigen Rechnungen begleichen kann. Das ist doch kein Leben! Und die Leute, die es verstanden haben anders zu leben als ich, gehen nun einfach.

Ich denke ich habe noch viele Prüfungen zu überstehen und werde einiges ändern müssen in meinem Leben, bevor ich dann auch gehen darf. Also mache ich brav weiter meine Arbeit.

LG Manni
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29 Apr 2013 12:05 #19276 von Rita
Lieber Manni,

du bist nicht gerne hier, magst viele Menschen, dein Umfeld und deine Lebenssituation nicht. Wo ist die Liebe bei dir abgeblieben, mit der wir alle hierher kommen? Wo ist dein Vertrauen in dich und das Leben geblieben? Was versperrt dir den Blick auf all das, was sich lohnt und was schön ist hier auf der Welt? Du suchst im Außen, schau mal bei dir nach, in deiner eigenen Schatzkiste.

Ich möchte dir gerne einige Zitate aus dem Buch "Der Pfad des friedvollen Kriegers" von Dan Millman, das ich gerade mal wieder (zum ??? Mal) lese, weiter geben:

"Wo bist du?
"Hier".
"Wie spät ist es?"
"Jetzt"

"Bleib du in der Gegenwart. An der Vergangenheit kannst du nichts ändern. Und die Zukunft kommt immer anders, als du es geplant oder erhofft hast.
All deine Pläne, deine Sorgen, dein Zorn und deine Schuldgefühle, dein Neid und deine Sehnsucht existieren nur in der Vergangenheit oder in der Zukunft.
Die Gedanken aber, weißt du, sind wie Phantome. Sie existieren nie in der Gegenwart. Und sie haben die Macht, unsere Aufmerksamkeit von der Gegenwart abzulenken."

"Die Suche ist unnötig, das Streben führt zu nichts. Alles ist gleich, darum sei glücklich - und zwar jetzt. Die Liebe ist die einzige Wirklichkeit in dieser Welt, denn sie ist das All-Eine. Die einzig gültigen Gesetze sind Paradox, Humor und Wandel. Es gibt keine Probleme, es gab keine und wird niemals welche geben. Hör auf zu kämpfen, lass ab von deinem Grübeln, wirf die Sorgen von dir und fühle dich wohl auf dieser Welt. Du brauchst dich nicht aufzulehnen gegen das Leben. Tu einfach nur dein Bestes. Mach die Augen auf und erkenne, dass du viel mehr bist, als du glaubst: Du bist die Welt und der Kosmos. Du bist du selbst und alle anderen. Alles ist ein wunderbares Spiel Gottes. Wach auf und lerne wieder zu lachen. Mach dir keine Sorgen, sei einfach glücklich. Du bist schon erlöst!"

Ich weiß, es sind nur Worte und Gedanken eines anderen Menschen. Aber für mich waren und sind sie oft eine Initialzündung.

Liebe Grüße von
Rita
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29 Apr 2013 14:25 #19277 von Manni
Ja,

ich bin nicht gerne hier auf dieser Welt aber ich weiß auch nicht wo es schöner wäre. Ich wünsche es mir einfach nur, dass es woanders schöner ist.

Und wo ist die Liebe, die mich mal erfüllte? Ich glaube es geht immer etwas davon mit den lieben Menschen mit, die sich von mir bereits verabschiedet haben.

Liebe ist ja eigentlich die stärkste Energiequelle und somit auch unerschöpflich. Dennoch habe ich das Gefühl, dass sie bei mir langsam zur Neige geht. Ist aber auch nur ein Gefühl.

Oft wird mir gesagt, wie verbittert ich inzwischen geworden bin und dass von dem fröhlichen Menschen in mir kaum noch etwas zu erkennen sei. Mich beschäftigen ja auch nur noch all die Probleme, die gelöst werden wollen. Wo soll da noch Platz für Freude und Liebe sein? Es ist der Kampf um's nackte Übeleben und ich frage mich wieso ich ihn überhaupt noch führe. Wenn eh bald keiner mehr da ist, für den sich das lohnt, dann kann ich mir das doch auch sparen. Schön, ich sollte es ja für mich tun, doch so bin ich nun einmal nicht. Ständig setze ich mich für andere Leute ein und dann erlebe ich, wie ich am Ende einen Tritt in den Hintern bekomme. Ich sollte es echt sein lassen und mir könnte das so am Hintern vorbei gehen. Doch das tut es nicht! Warum nicht? Es kann mir doch völlig egal sein, was den Menschen da passiert. Auch die Tiere können mir völlig egal sein, die der mensch für seine zwecke missbraucht usw. Aber es ist mir nicht egal und ich rege mich darüber auf. Schließlich sind wir alle Gottes Schöpfung und sollten nach seinen geboten leben. Doch das tun wir nicht.

Na dann ist das eben so. Ich kann es ja auch nicht ändern.

Als mein Sohn am WE uns besuchen kam, musste so ein lieber Mitbürger unbedingt ihm die Luft aus einem Reifen ablassen (das Ventil war lose gedreht). Er hätte einen Unfall haben können, doch ich bin froh, dass er es rechtzeitig gemerkt hat und wir dann die Sache wieder in Ordnung bringen konnten. Soll ich mich jetzt bedanken dafür? Diese Dämlichkeit geht mir so auf den Geist, dass ich keine Lust verspüre, solchen Leute auch noch in mein Herz zu schließen.

Dann wird der Laubcontainer mit Gestrüb voll gestopft, sodass nichts mehr hinein passt. Ich habe mich erbarmt und alles wieder rausgezogen, klein geschnitten und hineingetan. Nun ist er nur noch halb voll. Ich mag nicht mehr. So viel Dummheit der Leute auf einmal, tut mir in der Seele weh. Was denken die sich wohl dabei? vermutlich denken sie gar nicht darüber nach und tun einfach, was ihnen in den Sinn kommt. Soll ich das auch so machen, damit ich wieder Freude an diesem Leben habe?
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29 Apr 2013 17:50 #19278 von Rita
Manni, du hast dich selbst verloren und dabei bist du das Wichtigste überhaupt. Selbst wenn du alles verlierst, aber dich noch hast, bist du reich. Selbst wenn du alles verlierst, nur noch du da bist und EINEM Menschen die Hand halten kannst, bist du reich. EINEM Menschen für eine Minute ein warmes Gefühl geben, dafür lohnt es sich zu leben. Wenn du für diesen Menschen in dieser einen Minute nicht da bist, fehlt ihm etwas ganz Wichtiges - Liebe und menschliche Wärme, selbst wenn es nur für eine Minute ist. Du hast verlernt, diese Minute zu sehen. Dein Fokus liegt nur noch auf den vielen Stunden ohne Liebe und Wärme und nicht mehr auf der einen Minute. Jesus hätte die Bergpredigt nicht halten können, wenn er so wie du empfunden und gefühlt hätte.

Wenn mir beim Einkaufen ein Mensch begegnet, unsere Augen sich treffen und in dem anderen Augenpaar leuchtet Freude und kurze Nähe auf, spendet mir das Wärme für einen ganzen Tag. Du hast vergessen, in andere Augen zu schauen, die Wärme, Liebe und Freude zeigen. Du schaust an ihnen vorbei und siehst nur noch platte Autoreifen und Gestrüpp im Container. Sei doch froh, dass ihr den platten Reifen früh genug entdeckt habt und den Schaden beheben konntet. Deinem Sohn IST NICHTS PASSIERT. Freu dich darüber und sei mit deinen Gedanken nicht bei dem, was eventuell hätte sein können, denn das kannst du nicht wissen.
Wenn ich bei dir sein könnte, würde ich dich gerne schütteln und dir sagen:"Wach auf, schau dich um und siehe DAS RICHTIGE!"

"Zwei Gefangene schauten durch das Gitter in die Ferne. Der eine sah nur Schmutz - der andere die Sterne!!!"

Ich nehme dich mal virtuell in den Arm, halte dich und gebe dir ein wenig von meiner guten Energie. Ich würde sie dir gerne schenken :)

Liebe Grüße von
Rita
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30 Apr 2013 06:58 #19279 von Manni
Guten Morgen Rita,

mir ist durchaus bewusst, dass ich meinen Fokus auf all die positiven Dinge längst verloren habe. Daher wünsche ich mir ihn wieder zu bekommen.

In den Augen meiner Mitmenschen sehe ich leider auch nur das, was ich nicht sehen möchte. Darum schließe ich meine Augen lieber in der Bahn und im Bus. Und wenn ich nicht hören möchte, was ich gerade höre, dann lege ich mir Musik auf meine Ohren, da ich sie anders nicht verschließen kann.

Ich habe genug von dem gesehen, was ich nicht sehen möchte, doch leider kann ich auch die positiven Dinge nicht mehr sehen, wenn ich die Augen verschließe.

Dann versuche ich mir etwas vorzustellen, was jedoch nicht da ist. Viele liebe Menschen, die genau wie ich die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen und damit die Umwelt etwas entlasten, dass sie aufeinander Rücksicht nehmen und Nachsicht üben. Doch kaum öffnen sich die Türen, werde ich zur Seite geschubst und weggedrängt von all diesen Leuten. Wieder muss ich meine Ellenbogen benutzen, um mir meinen Freiraum zu sichern oder geduldig abwarten, bis alle drin sind und für mich kein Platz mehr ist. Ich warte also auf den nächsten Bus oder die nächste Bahn, um das selbe erneut zu erleben.

Was freue ich mich auf mein Auto, mit dem ich mich zwar in den Stau stellen muss aber meinen Freiraum habe. Doch um die Umwelt freue ich mich natürlich nicht. Sie leidet dadrunter, dass ich meinen Freiraum haben möchte. Was soll ich also tun? Auf das was mir wichtig ist verzichten und meinen Beitrag für die Umwelt leisten? Oder auch nur an mich denken, die anderen Menschen weg schubsen und mir einen Platz im Bus oder in der Bahn ergattern.

Ich komme einfach nicht mehr klar in dieser Gesellschaft, wo jeder nur noch an sich selbst denkt. Jesus dachte vermutlich nur an alle anderen Menschen und nicht an sich selbst. Er gab sogar sein Leben für alle anderen hin. Aber ich bin auch nicht Jesus. Ich weiß nur, dass ich so einfach nicht weiter leben möchte.

Danke für die lieben Worte
Manni

PS.
Gestern habe ich einen Mann beobachtet, der mit einer Katze an der leine die öffentlichen Verkehrsmittel benutzt hat. Die Katze konnte natürlich nicht lesen, welcher Bus der richtige ist und wusste nur, dass sie dort einsteigen soll. Sie zog also bei jedem Bus zur Tür und wollte da rein. Sie störte auch nicht, dass da so viele Menschen sich an der Tür drängelten, um rein zu kommen. Somit hatte der Mann gut zu tun seine Katze ständig zwischen all den Beinen immer wieder von der Tür weg zu ziehen. Er hätte sie ja auch in den Arm nehmen können, doch das tat er nicht. Vielleicht war das ja auch ein Zeichen für mich, zu sehen, wie unbedarft so ein Tier mit dieser Situation umgehen kann. Doch das Tier wirkte auf mich auch etwas gestresst, genau wie mir es da geht. Was will mir dieses Erlebnis sagen?
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30 Apr 2013 08:23 #19280 von Rita
Lieber Manni,

ich bin nicht so vermessen mir einzubilden, dir deinen Lebensmut wieder geben zu können. Dass kannst nur du selbst und eventuell auch mit professioneller Hilfe. Du musst viel "Müll" aus dem Kopf bekommen der im Augenblick so laut ist, dass du das wirklich wichtige überhörst. Um diesen Müll los werden zu wollen, muss erst etwas da sein, was die Lücke dann füllen kann. Dieses Etwas ist dir im Moment nicht bewusst und darum hältst du auch an dem Müll fest, weil du Leere nicht ertragen könntest. Du müsstest "den Verstand verlieren" und das ist nicht so einfach. Unser Hirn ist der nützliche Teil, die Gedanken die darin herumgeistern sind es oft oder meistens nicht. Aber die los zu lassen oder gar zum schweigen zu bringen, ist der schwerste Teil der Arbeit - aber es geht, du musst es nur wollen, auch wenn es mehr als unbequem ist.

Sicher bist du nicht Jesus, aber er hat nicht nur an die anderen Menschen gedacht. Wie sagte er doch? "Liebe deinen nächsten wie dich selbst", und das war sicher keine Worthülse, das hat er vorgelebt.

Manni, du bist nicht für das Elend der Welt verantwortlich und niemand verlangt von dir, das komplette "Elend" (ich sehe es mehr als Lernaufgabe, denn als Elend) beseitigen zu müssen. Vor allen Dingen solltest du das nicht von dir selbst verlangen.

Die kleine Geschichte mit der Katze sehe ich so: Die Mieze hatte unbeirrbar ihr Ziel vor Augen, völlig egal, was um sie herum passierte, sie ging ihren Weg. Sie hat nicht umgedereht und gesagt: Das ist mir alles zu viel, das ist alles scheußlich, das will ich alles nicht. Sie hat das um sie herum einfach hin genommen. Sie war weise genug zu erkennen, dass sie sich darum nicht kümmern kann, wenn sie ihr Ziel nicht aus den Augen verlieren will. Wenn sie jemand getreten hätte, hätte sie sicher auch mal gefaucht oder die Krallen ausgefahren, aber sie wäre deshalb nicht wieder ausgestiegen. Wenn ihr jemand allzusehr auf die Pelle gerückt wäre, hätte sie ihm unmissverständlich ihre Grenze gezeigt - und sich dann nicht mehr mit ihm beschäftigt.
Der Mann hätte die Katze auf den Arm nehmen können, aber hat es nicht getan. Sicher weil er wusste, dass die Mieze selbst mit der Situation umgehen konnte. Er hätte es sicher getan wenn er gemerkt hätte, dass ihr Schaden zugefügt werden könnte. Aber erst mal hat er sie selbst entscheiden lassen, was sie tun will und wusste, dass sie zielstrebig das tut, was sie möchte.

Liebe Grüße von
Rita
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