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Abschied nehmen

11 Mai 2013 07:30 #19318 von Rita
Lieber Manni,

einem Alkoholiker kann ICH überhaupt nichts Gutes tun, wenn ich ihm keinen Schnaps gebe, das kann nur er alleine in einem langen und schmerhaften Prozess, und zu dem muss er sich erst mal durchringen. Bekommt er von mir keinen Schnaps, besorgt er sich den woanders und bis er den bekommt, geht es ihm erst einmal schlecht. Einem trockenen Alkoholiker kann ich helfen, in dem ich ihm einen Tee statt Schnaps anbiete.

Mir ist noch etwas eingefallen zu deinem Problem, dir die Schwierigkeiten anderer Menschen zu eigen zu machen.

Stell dir vor, du lebst in einer Hütte in der Wildnis, tief im Wald auf einem steilen Berg. Freunde wollen dich besuchen und dazu müssen sie einen sehr beschwerlichen Weg auf sich nehmen. Wenn dann das Wetter noch schlecht ist, wird es noch mühsamer, zu dir zu kommen. Sie müssen also einiges auf sich nehmen, um zu dir und deiner Hütte zu gelangen. Du kannst nichts anderes tun, als da zu sein und auf sie zu warten. Du kannst deinen Hütte nicht zu deinen Freunden ins Tal bringen, um ihnen die Unannehmlichkeiten zu ersparen, du kannst es ihnen nur gemütlich und behaglich machen, wenn sie angekommen sind. Der beschwerliche Weg zu dir ist ihr Preis, den sie bezahlen müssen, wenn sie bei dir sein wollen. Sie treffen selbst die Entscheidung, ob sie die Mühe auf sich nehmen oder ob sie es bleiben lassen. Es ist nicht an dir, diese Entscheidung zu treffen.

Vielleicht ist das Abschied nehmen für dich zur Zeit ein Thema, weil du Abschied von Gewohnheiten nehmen sollst, die dir nicht gut tun.

Ich wünsche dir einen schönen, entspannten Sonntag :)

Liebe Grüße von
Rita
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12 Mai 2013 22:10 #19331 von Manni
Hallo Rita,

dein Beispiel mit dem Beschwerlichen Weg zu mir findet aktuell sogar gerade statt.B)

Mir werden beruflich ja zu gerne allerhand Steine in den Weg gelegt und meine Arbeit geringschätzt. Dagegen habe ich mich nun auch mal gewehrt und enorm viel Rückenstärkung erhalten. Das hat den Anwalt mächtig gegen die Wand gedrückt und nun kommt er ganz kleinlaut wieder an und möchte sich mit mir versöhnen aber nicht ohne mir unterschwellig zu drohen, wenn ich dieses Angebot nicht annehmen würde.

Ich weiß nicht so recht, wie ich mit dieser Situation umgehen soll. Er hat mir großen Schaden zugefügt aber ich möchte ihn nicht auch so zu Schaden kommen lassen. Am liebsten wäre mir, wenn er einfach Ruhe geben könnte und mich meine Arbeit machen lassen würde. Doch das scheint er nicht zu können und so versucht er mich ständig auf seine Seite zu ziehen. Aber ich möchte mir die Finger einfach nicht schmutzig machen.

Am Besten ich überlasse ihn seinem Schicksal, denn er wird mächtig auflaufen und dann viele Menschen gegen sich haben. Und dann kann ich in meiner Hütte auf ihn warten, bis er den beschwerlichen Weg zu mir gegangen ist, von seinen Forderungen Abstand genommen hat und mir endlich zuhört und meine Arbeit anerkennt. Dann werde ich ihm die Tür auch nicht vor der Nase zuschlagen sondern ihn willkommen heißen. Aber bis dahin muss er unter diesem Druck einfach noch weiter leiden. Das kann ich und möchte ich nicht ändern, denn das hat er sich selbst eingebrockt.

Aber wohl ist mir bei diesem Gedanken auch nicht. Ich habe zwar unter diesem Menschen extrem leiden müssen und er hat mich an den Rand meiner Kräfte gebracht, da wäre mindestens eine Entschuldigung fällig. Doch die wird es aus seinem Munde einfach nicht geben. Das kann er nicht bringen, wenn er sein Gesicht nicht verlieren möchte, so wie er mich vor all diesen anderen Menschen bloss gestellt hat. Da wäre ihm natürlich am liebsten ich würde einlenken und ihm eine Brücke bauen. Ich habe ihm zwar längst vergeben und er tut mir sogar ein bisschen leid. Dennoch mag ich auf seine immer noch gestellten Forderungen verbunden mit Drohungen einfach nicht eingehen. Ich lasse ihn in diesem Elend einfach alleine strampeln und bei all den anderen Leuten abblitzen, die er gegen mich aufbringen wollte. Es ist auch schön zu erfahren, wie viele Menschen mir den Rücken stärken, ja mich sogar bitten nicht aufzugeben und alles hin zu schmeißen. Ich hätte große Lust dazu, denn was kümmern mich überhaupt die Probleme anderer Menschen und warum setze ich mich für sie ein? Sie wollten sich nicht mit diesem Kerl anlegen und ich habe nun den Ärger am Hals! Da hätte ich gleich von Anfang an sagen sollen, dass ich das nicht tun werde. Doch nun stehen sie hinter mir und das hat der Kerl erkannt. Darum lenkt er auch ein und kommt kleinlaut daher. Doch ich bleibe in meiner Hütte und werde ihm nicht helfen. Da muss er jetzt auch durch.:silly:
12 Mai 2013 23:45 #19336 von Marlene
Liebe Rita
und lieber Manfred

ich lese ja schon eine Weile mit, und bin eben auf eine Geschichte gestossen, die zum Ursprungs Thema passt.

Zwei Bäume im Park



Zwei große Bäume stehen dicht beieinander in einem Park. Sie kennen sich schon seit frühester Jugend. Die Äste des einen Baumes ragen in die Krone des anderen. Beide haben sich gegenseitig hervorragend einander angepasst. Im Frühjahr entfalten sichzur gleichen Zeit die ersten Blätter. Da, wo die einen Äste sich weiter ausdehnen, hält sich der andere Baum zurück. Beide nehmen Rücksicht aufeinander. Im Herbst machen sich beide für den Winter bereit. Sie schützen sich gegenseitig vor starkem Wind. Der eine Baum gewährt dem anderen Schatten. Sie holen sich aus dem Boden ihr Wasser und teilen es sorgfältig. So haben sich beide gemeinsam entwickelt, sind alt geworden und haben schon viele Jahresringe gemeinsam aufgebaut. Eines Tages schlägt der Blitz in einen der Bäume ein und fällt diesen. Er wird wortlos von Waldarbeitern abtransportiert. Der andere Baum bleibt alleine zurück. Er kann einfach nicht glauben, dass sein geliebter, treuer Nachbar nicht mehr da sein soll. Wo sie sich doch für den nächsten Winter schon so viel vorgenommen hatten. Er wünscht, einfach nur einen bösen Traum geträumt zu haben, und morgen nach dem Aufwachen sei alles wieder in Ordnung. Doch am nächsten Morgen ist er immer noch allein. Er schaut suchend umher, doch er kann seinen Nachbarn nirgendwo entdecken. Er fühlt sich nackt und hilflos. Jetzt erst wird ihm bewusst, dass er all die Jahre vom anderen Baum Schutz geboten bekommen hatte. Er bemerkt, dass er auf der Seite, die dem anderen Baum zugewandt war, schwächer entwickelt ist. Die Äste sind kürzer und weniger dicht mit Blättern übersät. Ja, er muss sogar aufpassen, sich nicht nach der anderen Seite zu neigen und umzufallen. Der Wind fährt ihm garstig in die schwache Seite. Wie schön wäre es doch, wenn sein Nachbar noch da wäre. Er beginnt zu hadern, warum der Blitz ausgerechnet in seinen Nachbarn einschlagen musste. Es gibt doch noch mehr Bäume im Park. Er hat Angst vor dem langen, harten Winter, den er jetzt alleine durchstehen muss. Er seufzt, fühlt sich sehr einsam. Warum konnte der Blitz denn nicht sie beide treffen? Nie mehr würde er so einen Nachbarn finden, mit dem er alles teilen könnte. Nie mehr könnten er und sein Nachbar über gemeinsame schöne Stunden sprechen, die sie beide erlebt hatten. Hätte er am Ende seine Äste weiter zu seinem Nachbarn hinstrecken sollen, dass der Blitz auch ihn hätte treffen können? So quält er sich mit Schuldgefühlen, Ängsten und Verzweiflung. Die Sonne scheint wie immer und sendet ihre wärmenden Strahlen, doch er verspürt sie nicht. Es wird Winter und er verbringt die Zeit alleine. Er überlegt, ob dies wohl der Sinn des Lebens sei. Eines Nachts, als er wieder einmal grübelte, kam ihm die Idee, dass er sich im nächsten Frühjahr sehr anstrengen könnte, besonders die Äste seiner schwachen Seite wachsen zu lassen. Er könnte versuchen, die leeren Stellen, die der Nachbar mit seinen Ästen ausgefüllt hatte, zu füllen. Er hatte ja jetzt mehr Platz, sich auszubreiten. Er musste keine Rücksicht mehr nehmen und hatte Nahrung für zwei. So begann er, all seine Energien darauf zu verwenden, die Lücke, die sein Nachbar hinterlassen hatte, allmählich auszufüllen. Ganz vorsichtig ließ er neue Äste wachsen. Es dauerte, aber er hatte ja Zeit. Und manches Mal war er sogar ein klein bisschen stolz darauf, alleine gegen die Kälte und die Winde anzukämpfen. Er wusste, dass es nie mehr so sein würde wie früher ? aber wenn der Nachbar jetzt noch einmal kommen würde oder gar ein neuer Nachbar, hätte er nicht mehr so viel Platz zur Verfügung wie früher. Eines wusste er genau. Er würde den alten Nachbarn nie vergessen, denn er hatte ja die ersten 50 Jahresringe mit ihm gemeinsam verbracht. Zu jedem Jahresring konnte er gemeinsam erlebte Geschichten erzählen. Zu den letzten drei Jahresringen hatte er zu erzählen, wie er gelernt hat, allein zu leben, seinen Ästen eine neue Richtung zu geben und seinen Platz im Park neu zu gestalten.
Folgende Benutzer bedankten sich: Manni
13 Mai 2013 08:19 #19338 von Rita
Liebe Marlène,

eine schöne Geschichte :)

Ich habe für mich daraus das entnommen, wie ich eh schon lebe.
Bleibe immer bei dir, nutze deine eigenen Stärken, entwickel dein eigenes Potential, freue dich an und mit Menschen, die dich ein Stück durch das Leben begleiten aber lehne dich nicht so sehr an sie an, dass du nicht mehr alleine stehen kannst, wenn sie nicht mehr da sind. Außerdem gibt es Kraftreserven in uns, von denen wir oft nicht wissen oder glauben, sie zu haben. Und - ganz wichtig - helfe den Menschen neben dir aber nicht so sehr, dass du selbst dabei verkümmerst!

Lieben Gruß von
Rita
Folgende Benutzer bedankten sich: Marlene
13 Mai 2013 09:24 #19341 von Marlene
Liebe Rita
Lieber Manfred

Rita, deine Einstellung bzw. wie Du es bereits lebst, gefällt mir.
Ich hab das auch lernen dürfen.

Danke

Marlène
21 Mai 2013 07:23 - 21 Mai 2013 07:24 #19369 von KeepOnSmiling
Liebe Community,

jede Existenz sehe ich als Kreislauf: Quelle und Ziel, Anfang und Ende...
Dazwischen ein Auf und Ab, ein Geben und Nehmen, Teilen, Trennen, Neuentdecken, Wiederfinden...

Und ich weiß zu keinem Zeitpunkt, ob und wie es weitergeht - so ist das Leben... Und das Sterben!
Jeder Begrüßung folgt der Abschied - jedem Halleluja folgt ein Amen...

Und so bleibt mir nur das Bewußtsein, jeden Augenblick, jedes Treffen und jedes Zusammensein als das zu erkennen, was es ist: Endlich

Und so freue ich mich, die Gelegenheit zu haben, Abschied zu nehmen.
Denn ein Abschied ist nur möglich, wenn ich begrüßen, erleben und erfahren durfte...

KeepOnSmiling
:) lliKöhl
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