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Disziplin

03 Okt 2015 12:44 #20414 von Richard179
Ich habe nichts gegen Disziplin, so sie da ist. Obgleich wir bei Disziplin oft allzu schnell an „Selberschuld“ und „Verantwortung“ denken. Es braucht auch Disziplin, 3 Stunden einen Berg hinaufzusteigen. Und doch ist auch das für so manchen eine Qual. Er tut das nur, weil er glaubt, es tun zu sollen. So tut er das ohne Freude im Hintergrund. Die Liebe im Herzen ist eher dem Widerstand gewichen. So braucht es den letzten Rest an Willen, der mobilisiert werden kann. Das nächste Mal ist vielleicht schon Resignation der vorrangige Zustand. Der Shaolin hat es hier besser. Mit seiner Spiritualität ist er in höheren Zuständen. Noch höher als Akzeptanz ist der Zustand von Liebe oder gar Dankbarkeit im Herzen. Seine Übungen bringen ihn auch immer höher. Genau wie das Akzeptieren und das Aushalten von Schmerzen uns weiter bringen. Wir werden dann Unwillen und andere Unstimmigkeiten immer leichter meistern. Denn mit solchen angehobenen Zuständen ist das Annehmen der körperlichen Schmerzen ein geringeres Unterfangen. Rituale und ein geregelter Tagesablauf der Shaolin in der Gemeinschaft helfen natürlich auch dabei, Gewohnheiten „disziplinierter“ aufrecht zu halten.

Ich meine, wenn das, was ich geplant habe, mich dazu führt, dass ich statt Liebe und Freude nur noch Widerstand in mir und ständige Überwindung vorfinde, dann arbeite ich gegen mich selbst, auf meine Kosten. Andererseits geht das Erarbeiten einer Gewohnheit auch einher mit einer Anhebung meiner Bewusstheit zu dem, was ich da tue. Und wenn ich zufrieden bin mit mir nach so einem Schritt mit Disziplin, gebe ich mir auch selber Liebe und Wertschätzung. Und damit komme ich etwas heraus aus dem Tief, gehe ich in Richtung der Zustände des Shaolin. Organisiertes Training und auch Therapie auf Basis von Umgewöhnung funktionieren deshalb auch, wenn auch oftmals zäh und mit weniger guter Erfolgsquote.

Was ist nun dran an der Wahrnehmung des Erfolgs, der auf Disziplin, harter Arbeit und Schweiß begründet sein soll? Offenbar erleben Menschen den Erfolg ja einfacher, er fließt ihnen gleichsam zu bei ihrem liebevollen, herzhaften Tun. Andere Menschen sehen sich erst recht frustriert, nachdem sie alles, aber auch alles gegeben haben, um sich dann noch elender zu fühlen. Disziplin ist dann wohl doch nicht der Knopf, der einfach zu drücken ist, um etwas zu bekommen. Ich meine, das sind Symptome, nicht Ursachen. Obgleich harte Arbeit, Schweiß und Disziplin meinen Zustand immer weiter verbessern können, so ich schon mal in einem Zustand bin, in dem mir die täglichen praktischen Schritte leichter fallen und sich Akzeptanz einfach fließend leben lässt, sind sie doch Symptome. Ursache für Disziplin sind die erfahrene Liebe, das Urvertrauen, Zustände, bei denen das Gefühl von Unwertsein dem Gefühl von Akzeptanz und Dankbarkeit bereits gewichen ist. Disziplinierte Kinder stammen dann auch aus Familien, in denen die Kinder das erfahren. Und natürlich sind sie damit auch erfolgreicher.

Die „Säulen der Disziplin“ und weitere „Tips“ sind auch nur Aspekte von Akzeptanz, Vertrauen, Zufriedenheit und Willenskraft. Wobei Willenskraft immer nur momentan aufgebracht werden kann, aus einem Zustand des Urvertrauens und der Liebe heraus. Auch zusammen gebissene Zähne führen hier meist nur über sehr steinige Wege. Eher tun sich Fallen auf, z.B. wenn der Kopf vorrangig im Spiel ist mit seinen Illusionen und Vergleichen (selber schuld …). Im Grunde reicht die Aufrechterhaltung von Absicht aus dem Herzen heraus, der wir dann im Tun folgen, und das Sich Selber Akzeptieren, wie es eben gerade ist. So meine Meinung. Was mein ihr dazu?

LG Richard
Folgende Benutzer bedankten sich: Marlene
05 Okt 2015 18:45 #20415 von Caillean
Hallo Richard,

da hast du den Finger direkt in die Wunde gelegt.
Ich weiß, dass Disziplin wichtig ist, aber wie kann ich die lernen?
Bisher ist der innere Schweinehund immer stärker.

Als meine Oma noch bei uns lebte wurden erst Hausaufgaben gemacht und erst
dann durfte ich zum Spielen. Nachdem sie fortgezogen ist, war ich nach der Schule
allein zu Hause, da meine Mutter erst um halb acht von der Arbeit kam.
Ich konnte tun und lassen, was ich wollte also habe ich die Hausaufgaben erst
abends vor dem Fernseher gemacht.

Bis heute habe ich keine Disziplin gelernt, nur wenn mein Ergeiz geweckt wird, bin
ich in der Lage durchzuhalten bis mein Ziel erreicht ist.

Hast du einen guten Rat für mich? Wie kann ich jetzt noch Disziplin lernen?

Liebe Grüsse
Caillean
Folgende Benutzer bedankten sich: Richard179
06 Okt 2015 11:40 #20416 von Richard179
Danke Caillean fürs Teilen.

Ist das nun so, dass Disziplin derart wichtig ist? Was hat es auf sich, wenn wir glauben, wir müssten mehr Disziplin „haben“? Und was ist der „Schweinehund“ in uns? Ich meine, wir tun Dinge manchmal nur mit Überwindung. Doch manchmal folgen wir auch einem inneren Drang und einer Freude. Oft sind es auch einfach Gewohnheit und die Menschen um uns, die uns mitziehen.

Was war denn der Antrieb bei der Oma? War es das Lob, das dann Freude hervorgerufen hat, oder waren es eher Angst und Schuldgefühle, eine Drohkulisse sozusagen. Bist du nach einem Erfolgserlebnis mit freudiger Erwartung an die Arbeit gegangen, so dass es nur noch Ermunterungen gebraucht hat. Und du hast das dann mit Akzeptanz und Liebe getan? Oder war es mehr ein Vermeiden von Abwertung und deinem Gefühl von Unwertsein?

Im ersten Fall war der Schweinehund wohl eher klein. Im letzteren Fall ist er wohl gewachsen und hat vielleicht sogar für Schrecken im Bauch gesorgt, wenn du nur daran gedacht hast. Mit der Mama hat wohl die Ermunterung tagsüber gefehlt, vielleicht auch Liebe und Lob. So würde ich das doch Disziplin nennen, wenn du dann abends regelmäßig die Arbeiten fertig gebracht hast. Wobei ich den Fall, dass jemand neben mir steht und mir Druck und Angst macht, nicht unbedingt Disziplin nennen würde. Denn Disziplin hat für mich hauptsächlich etwas mit dem eigenen Antrieb zu tun und mit eigenen Plänen, die wiederum aus innerem Antrieb entstehen und nicht aus Angst oder Unwertgefühl aufgrund von Vergleichen. Zumal sich die Situationen meist gar nicht vergleichen lassen. Und Disziplin sollte nur auf kleinere Ziele gerichtet sein. Schließlich kann morgen meine stimmige Richtung eine andere sein. Und dann kann ich auch dieser folgen, ohne mich selber abzuwerten.

Klar hilft es uns, wenn wir gesteckte Ziele erreichen und daran dann wachsen können. Doch ist ein kleiner Schritt oft schon ein ziemlicher Erfolg, z.B. mit einem großen Schweinehund aus dem Erlebten heraus. So können wir aus meiner Sicht tatsächlich üben, unsere Absichten regelmäßiger in die Tat umzusetzen.

Es beginnt damit, großzügig mit sich selber zu sein, und die inneren Hindernisse nicht zu unterschätzen. Sie sind eben Ursachen. Und so sind kleine Schritte oftmals doch große Schritte, auf die wir auch stolz sein können. Und dann machen wir noch einen kleinen Schritt. Im Grunde geht es immer nur um den einen aktuellen Schritt, der auch klein sein darf. Gehen wir gewisse Ziele in einer Gruppe an, erhalten wir schneller Ermunterung, und auch Wertschätzung, so wir uns von vorne herein öffnen.

Oftmals hilft auch, Buch zu führen, zu Plänen und Schritten, die aber immer nur ein paar Wochen beabsichtigt sind. Einfach mal täglich reflektieren über die Schritte. War der Schweinehund hartnäckig? Morgen hat er vielleicht schon etwas weniger Energie. Denn nur wenn wir uns selber abwerten, bekommt er neue Energie. So ist ein scheinbar erfolgloser Tag, oft nur eine Vorbereitung auf den morgigen erfolgreichen.

Was meinst du dazu?

LG Richard
Folgende Benutzer bedankten sich: Caillean
06 Okt 2015 17:05 #20417 von Caillean
Danke Richard,

gestern Abend hab ich schon viel über Disziplin nachgedacht. Es ist wohl auch ein altes Muster, was in
mir steckt. Als Wassermann kann ich mich Zwängen nur schwer unterordnen. Alles was unter Zwang
geschieht erzeugt bei mir inneren Widerstand und dann geht auch die Arbeit nur schwer voran.

Dinge, die man mit Freude tut gelingen spielend, selbst wenn es harte Arbeit ist.
Du hast recht, es ist wohl wieder einmal eine Frage der inneren Einstellung. Man sollte mehr hinterfragen
und nicht die alten Glaubenssätze immer noch für wahr halten.

Ich werde jetzt den Weg der kleinen Schritte gehen. Es hilft bestimmt, eingefahrene Gewohnheiten einfach
mal zu ändern und ich muss mich auch nicht mehr selbst geißeln, wenn ich mal wieder etwas nicht schaffe.

Hab hier mal wieder etwas dazugelernt. Seidem ich mich hier angemeldet habe, hat mir dieses Forum
schon viel gebracht. Danke dir und allen anderen für die zahlreichen Inspirationen.

Liebe Grüße
Caillean
Folgende Benutzer bedankten sich: Richard179
08 Okt 2015 18:55 #20418 von Richard179
Ja der Wassermann ist wie der Wind. Er dreht schnell und fliegt hoch. Doch immer auf Harmonie bedacht. Disziplin definiert er sich am besten selber, aus dem Moment heraus.
Folgende Benutzer bedankten sich: Caillean