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kontrolle loslassen

26 Nov 2012 11:17 - 26 Nov 2012 11:21 #18687 von Manni

anja sophia schrieb:

Mannimen schrieb: Sobald ich mich auf etwas verlasse, fällt es mir später wieder vor die Füße. Aber ich kann auch nicht ständig alles kontrollieren.


Manni...haste denn ne Idee seit wann du diese sich für dich bewahrheitete Überzeugung, dass dir das vor die Füße knallt, wenn du dich verlässt in dir mit dir trägst? Diese Art von Erfahrung muss ja irgendwo seinen Ursprung haben und vllt hilft dir das weiter, wenn du den findest? Weil du ja immer wieder schreibst, wie toll du es findest, wenn du weniger kontrollierst.


Hallo Anja,

vielen Dank für dein Mitgefühl. Sicher hat mich das die Erfahrung damit gelehrt.

Das fing bereits mit der Existenzgründung an, wo ich meiner Hausbank vertraut habe, dass ich die günstigen Fremdmittel bekomme und sie haben mich gelinkt, damit sie mir einen wesentlich teureren Hauskredit anbieten können.

Auch Bauträger, die mit mir ins Geschäft kommen wollten sprachen immer wieder von Gegenseitigem Vertrauen, welches wichtig sei in diesem Geschäft. Ich habe es ihnen entgegen gebracht und musste am Ende teuer dafür bezahlen.

Firmen, die günstige Angebote abgaben und vorgaben, nur beste Qualität zu liefern, nutzten mein Vertrauen auch gerne aus, um dann zu pfuschen. Die Bauherren, die mir vertraut haben, fragten mich dann, wo ich gewesen bin, als das so zur Ausführung kam und warum ich das nicht kontrolliert hätte.

Solche Erfahrungen brennen sich wie Brandzeichen in meine Haut und mahnen mich zur Vorsicht. Ich fing also an, jedem Geschäftspartner zu misstrauen und zu kontrollieren. Erst wenn ich bei den Kontrollen dann erkannt habe, dass die Leistung gut war, begann ich Vertrauen in sie zu setzen.

Leider konnten sich diese Firmen nicht lange am Markt halten und nun habe ich es mit denen zu tun, die ich ständig kontrollieren muss, damit überhaupt noch was einigermaßen mangelfrei hergestellt wird. Diesen Aufwand bezahlt mir kein Mensch aber ich muss auch kein Lehrgeld mehr zahlen und so ist es eben gerade so noch auszuhalten. Spaß macht es keinen mehr.

Bei Tieren hingegen ist das ganz anders. Sie sind grundweg ehrlich und da kann ich volles Vertrauen haben. Sie wollen mich weder ausnutzen noch irgend etwas durch mich zu ihrem Vorteil erreichen. Sie haben keine Hintergedanken oder böse Absichten. Und sie geben das Vertrauen, was ich in sie setze zu 100% zurück. Das kann ich mit den Menschen überhaupt nicht vergleichen. Zumindest sind meine Erfahrungen an dieser Stelle komplett anders. Und sie bestätigen sich immer wieder aufs Neue.

Ich weiß, dass dies dann auch schon eine Erfüllung meiner eigenen Prophezeihung ist und ich davon dringend loslassen müsste. Doch wann immer ich das versuche, bekomme ich die Quittung. Es fällt mir wieder vor die Füße und ich lerne erneut alles zu überwachen und zu kontrollieren, damit es sich eben nicht mehr wiederholt.

Das ist ein Teufelskreis, den ich nur zu gerne durchbrechen möchte.:(
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26 Nov 2012 12:51 - 26 Nov 2012 12:53 #18688 von Marlene
Lieber Manfred

ein Gedanke taucht bei mir auf.
Ich hab gestern mal wieder ein Stück weiter gelesen, im Buch

www.booklooker.de/B%FCcher/Kensington/id...46dc636797d5a787e334

und bin bei der 6. Botschaft am Ende angekommen.
Darin findest Du deine Antwort.

Mit dem Link kannst Du das Buch auch günstiger kaufen.

Du kennst sicher den Film und täglich grüsst das Murmeltier.



Ungefähr so ein wiederkehrender Tag erlebt der Buch Held.
Er durchlebt immer wieder den Montag den 6. ich weiss nicht mehr genau welches Datum.
Jedenfalls beginnt er mit dem Wecker und dem immer dem gleichen Lied, und dass sie kein Kaffee mehr im Hause haben, und seine Lebenspartnerin ein Vortrag hält, und darin ein Störfaktor Teilnehmer dabei ist, und der Held lebt den Tag auf ganz verschieden Arten, mal gibt er viel Geld aus, da es keine Rolle spielt, den sein Morgen wird wieder der Montag, den 6. sein und alles ist wie es war.
Er geht ins Casino und merkt sich die Zahlen und ein paar Tage später an immer wieder diesem Montag spielt er und gewinnt, er bringt sich um und erwacht wieder in seinem Bett, er fliegt weg und erwacht wieder in seinem Bett.

Die Lösung, ist in dem Kapitel für Dich.

So fühle ich es zumindest.

Alles liebe und herzliche Grüsse
Marlène
Folgende Benutzer bedankten sich: anja sophia
26 Nov 2012 13:30 #18689 von anja sophia
Aloha lieber Manni,

danke für dein Vertrauen, dass du mir entgegenbringst, indem du mir so viel von dir erzählst. =)

Doch das meine ich noch nicht mit Ursprung des gannzen. Solche Erlebnisse sind sicher unschön, viele von uns kennen sie - die einen weniger intensiv, die anderen intensiver. Und trotzdem erlebt nicht jeder von uns das Gleiche, das einem das immer wieder vor die Füße kracht.

Ich mag gern eine meiner Fragen aufrechterhalten, einfach rein für deine Reflexion, um dem Ursprünglichen auf die Spur zu gelangen:

Was tust du dazu, dass dir die Dinge beruflich vor die Füße knallen, wenn du die Kontrolle runterfährst und versuchst zu vertrauen? Was ist dein Beitrag? Wir treffen Menschen nicht einfach so und auch im Beruflichen passieren die Dinge nicht einfach so und die die daran beteiligt sind tun das auch nicht weil sie immer konkret die Absicht haben zu schaden. Und trotzdem geschiehts - woran liegt das?

danke für den Link Marlene - der Film ist gut! =)

entfalten: magst du noch etwas mehr erzählen, wie du das geschafft hast, das Vertrauen zu deinem Tier zu leben, was konkret hat du gemacht und wie hat sich das ausgewirkt? Mit Hilfe dem was du mir dazu noch erzählen magst, komme ich bei mir dem Knackpunkt näher - ich danke dir dafür! =) <3

herzlichst,
ana
26 Nov 2012 13:44 #18691 von Entfalten
Hi Ana,

das Ganze klingt bestimmt ver-rückt. Meine Hündin ist eine kleine, andalusische Podencohündin, also Jagdhund pur. Den Jagdinstinkt hat sie natürlich und das sehr stark. So versuchte ich sie beim Spazieren ständig zu kontrollieren. Das hatte zur Folge, dass die Hunderunden eher stressig statt entspannend waren - für mich und für meinen Hund. Und: Da Gedanken bekanntlich eine enorme Macht besitzen, tat meine Hündin genau das, was ich dachte. Mein Gedanke war z.B.: "Lauf bloß nicht zu weit weg" ...und sie lief weit weg; oder: "Oh Nein, ein Hase! Hoffentlich rennt die jetzt nicht hinter dem her"...und sie rannte hinterher...

Vor 2 Jahren wurde mir dann klar, dass es so einfach nicht weitergehen konnte. Und nu passierte das Ver-rückte: Ich vertraute meiner Hündin mehr und änderte meine Gedanken. Wie durch ein Wunder - und so sahen es auch meine nächsten Mitmenschen - läuft sie seitdem hinter keinem Tier her und bleibt immer bei mir (ohne Leine). Wenn sie einen Hasen sieht, bleibt sie stehen, guckt mich an, wartet auf mich und geht dann ganz normal weiter.

Ich weiß, das hört sich wirklich merkwürdig an, da sie ja ein Jagdhund ist. Und dennoch ist es seitdem total entspannt und ich lebe hier wirklich mitten in der Natur, wo es nur so von Hasen und Co. wimmelt. Ich gehe immer ohne Leine mit ihr spazieren und das seitdem ich ihr Vertrauen schenke und sie nicht dauernd kontrolliere absolut entspannt und genussvoll.

Ähnlich gings mir mit meinem großen Hund, der ein Streuner war und auch blieb. Auch ihn versuchte ich beim Spazieren zu kontrollieren, denn er nutzte oft Gelegenheiten, um auszubüchsen. Als ich innerlich gelassener wurde und einfach dachte: der haut nicht ab - wars vorbei mit Streunen. Er läuft auch immer ohne Leine mit mir und ist kein einziges Mal mehr abgehauen.
Folgende Benutzer bedankten sich: anja sophia
26 Nov 2012 14:05 - 26 Nov 2012 14:36 #18692 von Manni

anja sophia schrieb: Aloha lieber Manni,
Was tust du dazu, dass dir die Dinge beruflich vor die Füße knallen, wenn du die Kontrolle runterfährst und versuchst zu vertrauen? Was ist dein Beitrag? Wir treffen Menschen nicht einfach so und auch im Beruflichen passieren die Dinge nicht einfach so und die die daran beteiligt sind tun das auch nicht weil sie immer konkret die Absicht haben zu schaden. Und trotzdem geschiehts - woran liegt das?


Hmm,
schwer zu sagen, denn je weniger ich tue, um so mehr erlebe ich das so. Also von wegen dem Loslassen jeglicher Kontrolle. Sich auf andere Menschen verlassen und daran glauben, dass sie es tun, funktioniert so nicht. Genau das fällt mir ja dann wieder vor die Füße, wenn ich zu wenig kontrolliere.

entfalten: magst du noch etwas mehr erzählen, wie du das geschafft hast, das Vertrauen zu deinem Tier zu leben, was konkret hat du gemacht und wie hat sich das ausgewirkt? Mit Hilfe dem was du mir dazu noch erzählen magst, komme ich bei mir dem Knackpunkt näher - ich danke dir dafür! =) <3


Bei den Tieren ist es jedoch genau umgekehrt, sie öffnen sich mir, je weniger ich sie kontrolliere. Wenn sie losgelassen sein dürfen, erfahre ich mehr als wenn ich sie unter Kontrolle behalte. Sie geben auch mehr, wenn ich sie lasse. Das ist komplett anders als bei den Menschen. Menschen stellen Forderungen und erwarten etwas. Tiere nicht. Was also soll ich kontrollieren, von dem was sie von sich aus geben. Ich könnte nur kontrollieren, was ich von ihnen bekommen möchte usw.

Das könnte ich dann auch auf die Menschen übertragen. Ich erwarte eine bestimmte Leistung, die ich nur bekomme, wenn ich sie auch kontrolliere. Aber von sich aus geben mir andere Menschen das nicht, selbst wenn ich sie nicht kontrollieren würde. Ich darf es dann auch nicht erwarten und muss zufrieden sein, mit dem was ich bekomme. Doch damit kann ich den Anforderungen und Erwartungen, die an mich gestellt werden nicht mehr gerecht werden. Somit setzen sich die Menschen gegenseitig selbst unter diesen Erfolgsdruck. Würde ein Bauherr von mir kein mangelfreies Objekt erwarten, bräuchte ich die Firmen dahingehend auch nicht zu kontrollieren und er würde bekommen wozu sie bereit waren es ihm zu geben. Wäre er da noch zufrieden und bräuchte er mich dann überhaupt noch?

Ich habe gerade so einen Fall, wo der Bauträger einfach tut was er will und die Bauherren mich um Hilfe gebeten haben, das zu regeln. Der gute Mann hört jedoch nicht und ignoriert sämtliche Mängelanzeigen. Ich muss nun zum äußersten Mittel greifen und die Handwerker durch die Polizei von der Baustelle entfernen lassen, damit das endlich ein Ende hat und er gezwungen wird diese Dinge mit mir zu klären. Wie soll ich da loslassen und auf was soll ich da vertrauen? Er würde sein Ding durchziehen und das Geld verlangen.

Ein Tier, welches mir nicht zuhört, könnte ich einfach ignorieren und abwarten, bis es sich mir zuwendet. So einen Unternehmer jedoch nicht, denn er schafft Fakten und vergrößert ständig den daraus resultierenden Schaden, denn es muss alles zurückgebaut werden und das kostet zusätzlich Geld und Zeit. Dann steht der Winter vor der Tür usw. Auf diese Weise versucht er die Bauherren in eine Zwangslage zu bringen, damit sie letzlich alles so akzeptieren wie er es gemacht hat. Das ist also genau der umgekehrte Fall.

Welchen Ursprung könnte das bei mir haben? Bin ich der Auslöser dafür, wenn ich gerufen werde, wo es schon schief läuft? Ist es meine Gewissheit, die mir das so bestätigt, dass er nicht kooperativ ist? Woher hätte ich wissen können, dass er so skrupellos handelt? Darauf wäre ich selbst nicht gekommen.

Bei diesem Menschen werde ich wohl jede einzelne Nachbesserung kontrollieren und die fachgerechte Ausführung nachweisen lassen müssen. Diese Gewissheit wächst langsam in mir und es wird die Bauherren sehr viel Geld kosten und Ärger bereiten. Da kann ich nicht auf Einsicht und Besserung vertrauen, nur darauf, dass er sein Spiel weiter treibt, sobald ich die Baustelle verlasse. Schließlich hat er das auch genau so kalkuliert. Würde er mehr Aufwand betreiben reduziert das seinen Gewinn. Ich muss ihn also genau dort treffen und ihm schon heute klar machen, dass er keinen Gewinn haben wird, wenn er so weiter macht und dass er auch schadenersatzpflichtig ist, also für alle Mehrkosten aufkommen muss. Das wird ohne Kontrolle niemals gehen.

Was würdest Du tun an meiner Stelle? Soll ich von diesem Auftrag zurücktreten, weil der gute Mann nicht mit mir reden möchte und so keine Einigung erzielt werden kann? Sollen sich gleich die Anwälte darum streiten, wer hier was und wie zu tun oder zu lassen hat? Wie kann ein solches Debakel vermieden werden? Ich bin zwar kein Mentor aber Bauleiter und kann nur dann etwas leiten, wenn sich die Leute auch von mir anleiten lassen. Ich kann sie auch nur dann fördern, wenn sie etwas tun, was zielführend und damit ausbaufähig ist. Wenn nicht, müssen sich unsere Wege eben trennen, ganz egal, was da mal vereinbart wurde. Aber ich kann diesen Dingen doch nicht einfach freien Lauf lassen.

Ich habe den Auftrag das für die Bauherren zu regeln und zu überwachen, weil die damit bereits überfordert sind.
Folgende Benutzer bedankten sich: anja sophia
26 Nov 2012 14:34 - 26 Nov 2012 14:35 #18693 von Manni
gelöscht