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kontrolle loslassen

22 Nov 2012 14:09 #18671 von anja sophia
wow so viele Antworten schon von euch und alle bejahen im Prinzip meine Erkenntnis, dass es für den Flow des Lebens und für dessen Früchte weitaus klüger ist Kontrolle loszulassen, anstelle an ihr haften zu bleiben.

Teresa...die Kontrolldramentransformation von Katharina Klees interessiert mich. Habe derzeit etwas Stress mit meinem Hund und da einfach was noch nicht geblickt. Magst du mir kurz erläutern, wie diese Kotrolldramentransformation geht? Oder mir einen Link für mehr Infos hier in den Thread setzen? Vielen Dank dafür! =)

Manni...wieso glaubst du denn dass Kontrolle im Beruf absolut nötig ist? Wofür denn? Hab über zwei Jahre lang in einer Jugendbildungsanstalt bis vor kurzem gearbeitet u empfand es immer wieder als absolut nervenaufreibend und ohne großartige Erfolge, wenn zu starke Kontrolle ausgeübt wurde. Klar ists wichtig klare Absprachen auch einzuhalten und miteinander in den Dialog zu treten, wenn etwas wiederholt anders als vereinbart passiert. Weil da nun eben auch noch andere Mitarbeiter mit ihren Entscheidungen sowie Handlungen in der Kette drin hängen, wenn Absprachen untereinander umgangen oder willkürlich einfach nach Lust und Laune geändert werden. Trotzdem auch hier kann Vertrauen in die einzelnen Personen, Klarheit und Kommunikationsfluss im Miteinander sowie Mitgefühl und Achtung voreinander Wunder wirken. Wozu brauch ich dann noch die Kontrolle? Du sagst ja im Prinzip selbst, dass positive Verstärkung von gelungenen Aktivitäten und Verhaltensweisen besser klappen als wenn man kontrolliert, da dann höchstens geradeso das gewünschte Verhalten gezeigt wird, aber eben nicht mehr. Da verstehe ich deinen GEdankengang noch nicht so. Magst mir da noch mal ein paar Sätze zu schreiben?

Danke! =)

herzliche Grüße an euch alle!
ana
22 Nov 2012 17:15 #18672 von Manni
Hi Ana,

gerne schreibe ich dazu noch ein paar Gedanken.

Die Berufswelt habe ich bislang ziel- und gewinnorientiert erlebt. Es geht also darum, den Aufwand zu minimieren und den Gewinn zu maximieren. Da stoßen dann sehr unterschiedliche Interessen aufeinander, die alleine mit positiver Verstärkung nicht abgestimmt werden können. Mit Druck aber auch nicht. ;)

Da braucht es dann schon etwas Fingerspitzengefühl, wann ich mich auf etwas verlassen kann und wo ich besser kontrollieren sollte. Es ist ja im Geschäftsleben eben nicht so, dass alle an einem Strang ziehen. :unsure:

Ich komme aus dem Baugewerbe und mache dort halt immer mehr die Erfahrung, dass ich eigentlich ständig daneben stehen müsste, damit am Ende des Tages auch das gebaut wird, was bestellt wurde. Sobald ich mich auf etwas verlasse, fällt es mir später wieder vor die Füße. Aber ich kann auch nicht ständig alles kontrollieren.

Also versuche ich da in eine Balance zu kommen und mich auf die ganz wesentlichen Dinge zu konzentrieren, die ich nach wie vor kontrolliere. Fallen mir daneben Dinge auf, die auch ohne mich gut gelaufen sind, lobe ich die Beteiligten dafür. So gelingt es schlussendlich auch, ein Werk zu vollenden, auf das alle stolz sein können.

Und es gibt noch einen weiteren Grund, den ich für die Kontrolle sehe. Sie ermöglicht mir frühzeitig etwas zu erkennen, was dann noch verändert werden kann. Wird ein Mangel erst am Ende entdeckt, sind die Folgen meist sehr schlimm für die Beteiligten und oftmals kaum noch zu ändern. Die Beteiligten sind unzufrieden.

Kontrolle kann also auch zur Zufriedenheit der Beteiligten beitragen, wenn sie als Hilfe verstanden wird. Ich werde inzwischen auch schon abgerufen, wenn es ein Problem zu lösen gibt. Nicht weil die Menschen Angst vor der Kontrolle haben, sondern nachträgliche Unannehmlichkeiten rechtzeitig vermeiden möchten. Das erspart mir dann auch wieder die Kontrolle, denn dann weiß ich ja, das sie es so machen werden und kann mich darauf verlassen. Sie wissen also worauf ich Wert lege und beachten das. Sie wollen es mir also Recht machen und ich lobe sie dafür. Selbst wenn das Mehraufwand für sie bedeutet, ist es immer noch weniger Aufwand, als wenn sie es im Nachgang wieder gerade bügeln müssten. Es lohnt sich also auch für sie. B)
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23 Nov 2012 07:09 - 23 Nov 2012 07:11 #18673 von KeepOnSmiling
Liebe Community,

Mannimen schrieb: ...Es ist ja im Geschäftsleben eben nicht so, dass alle an einem Strang ziehen. :unsure: ...


Dazu fällt mir das Buch "The Wealth of Nations" von Adam Smith ein. Er beschreibt das "Geschäftemachen" bzw. das miteinander Handeln so, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen, weil beide Parteien zu geringsten Kosten den höchsten Gewinn erzielen.
Wenn z.B. ein Bäcker, der nebenbei auch noch schlachtet mit einem Metzger, der nebenbei noch backt einen Handeln eingeht, dann gewinnen beide, wenn sich Bäcker und Metzger auf deren Hauptgeschäft konzentrieren, sich so selbst optimieren und dadurch auch dem anderen helfen, sich zu optimieren. Nur so funktioniert das Geschäft.
Wenn jetzt Bäcker und Metzger allerdings anfangen, sich dabei auch noch übervorteilen zu wollen, dann ist es neben sehr egoistisch und mit Kontroll- oder Verlustdramen verbunden... :ohmy:

Mannimen schrieb: Und es gibt noch einen weiteren Grund, den ich für die Kontrolle sehe. Sie ermöglicht mir frühzeitig etwas zu erkennen, was dann noch verändert werden kann.


Hierbei stelle ich fest, dass Kontrolle unterschiedlich definiert werden kann, siehe DUDEN:
1.
a.dauernde Überwachung, Aufsicht, der jemand, etwas untersteht
b.Überprüfung, der jemand, etwas unterzogen wird
2.Herrschaft, Gewalt, die man über jemanden, sich, etwas hat
3.(Motorsport) Kontrollpunkt, -station

Kontrolle im Sinne von Überprüfung, ob ich mich noch auf dem Weg befinde, den ich beschreiten will/wollte ist sicherlich eine sehr sinnvolle Kontrolle. Sozusagen die Feststellung meine Standpunktes... Bewege ich mich noch auf mein Ziel zu?
Kontrolle im Sinne einer dauernden Überwachung oder Machtausübung ist sicherlich immer ein arg zweischneidiges Schwert, an dem ich mich zu leicht selbst verletzen kann. In der Regel schadet es mehr, als es nützt.

Die ein Kontrolle würde ich loslassen, weg schicken.
Die andere Kontrolle möchte ich "an der langen Leine" bei mir lassen. Sie ist ein sehr hilfreiches Instrument, gerade auch im Sinne von Selbst-Kontrolle.

KeepOnSmiling
:) lliKöhl


P.S.:
@Ana... Meine Schwester hatte auch Stress mit ihrem Hund: Dann das Buch "Du bist der Rudelführer" gelesen... Und ist nun entspannt, stressfrei UND: Der Rudelführer ;-)
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23 Nov 2012 07:56 #18674 von Manni
Hi Olli,

zu den Führungsansprüchen möchte ich gerne meine Erfahrungen dazu mitteilen. Diese sind ja nicht nur im Umgang mit Hunden sondern auch mit Pferden sehr beliebt.

Ich habe genau diese Erfahrung gemacht, wie Du sie zum Kontrollverlust beschrieben hast. Ich muss also ständig die Kontrolle über das Tier behalten, damit ich sie nicht verliere, denn wenn ich sie verliere entgleitet mir die Führung. Das könnte man auch auf das Führen eines Kraftfahrzeuges übertragen.;)

Diese Sache hat meiner Ansicht nach jedoch einen Haken, denn sie entmündigt das geführte Lebewesen mehr oder weniger. Es kann keine freien Entscheidungen mehr treffen und auch nichts von sich aus anbieten. Somit funktioniert es nur noch wie eine Maschine (überspitzt gesagt).

Mir hat das nicht gefallen und daher habe ich davon losgelassen und mehr an eine Ziel und den Weg dorthin gedacht aber nicht mehr jeden Schritt meines Pferdes kontrolliert. Es durfte selbst etwas anbieten und ich habe es entweder angenommen oder abgelehnt. So entstand dann ein Dialog. Dieser wurde immer intensiver je mehr sich mein tierischer Partner daran beteiligte. Das ist natürlich auch sehr viel anstrengender als ihm nur klare Vorgaben zu machen, die er zu befolgen hat. Aber ist ist auch um Welten schöner, denn so erfahre ich erst was ihn bewegt, zu was er Lust hat und was er gerne tut. All diese Dinge kann ich nun fördern und weiter ausbauen. Da brauche ich nur noch sporadisch etwas zu kontrollieren, ob wir noch auf dem Weg sind oder bereits davon abkommen.:)
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24 Nov 2012 17:55 #18678 von anja sophia

Mannimen schrieb: Sobald ich mich auf etwas verlasse, fällt es mir später wieder vor die Füße. Aber ich kann auch nicht ständig alles kontrollieren.


Guten Abend Manni,

Hmm dies scheint mir ein wesentlicher Knackpunkt zu sein. Wie arg du Kontrolle in deinem Berufsleben noch ausüben musst, hängt nicht rein damit zusammen nach meiner Erfahrung, wie es da draußen im Berufsleben so zu geht (da wissen wir alle, dass noch einiges sich transformieren darf), sondern auch wie du innerlich eingestellt bist, wovon du überzeugt bist. Wenn du dich auf etwas oder jemanden verläßt und es dir dann vor die Füsse kracht - das ist mir auch schon oft im Berufsleben im Bildungswesen mit jungen Menschen passiert - gilt es sehr genau nach innen zu schauen und zu erkennen, was du dazu tust, dass du diese Szenarien erlebst.

Was mir auch immer wieder stark auffällt - sicher weil es ein wesentliches Themenfeld auch für mich im Leben ist - ist der Umstand, dass oftmals die zwischenmenschliche Kommunikation hängt, wenn es im Betrieb, im Ablauf aufm Bau oder wo auch immer schwierig läuft und die Leute tun was sie wollen etc. Wenn die Rahmenbedingungen klar sind, die Werte von allen Mitarbeitern mitgetragen werden, weil sie sie vllt auch mit weiterentwickelt haben und die Kommunkation rund läuft, brauche ich in einem Arbeitsgefüge so gut wie keine Kontrolle mehr. Dann weiß jeder was zu tun ist und darf auf seinem Platz, wo er/sie sich am besten zum Wohle des GEsamtgefüges einbringen kann, sein Sinnvolles beisteuern. Bei mir im Betrieb wurde mir das von meinen Jugendlichen immer wieder bestätigt: wenn ich Ihnen Klarheit vermittele und ihr Können respektiere, ihnen genügend Freiraum zum Entfalten anbiete, dann tun sie am leichtesten das was sie tun sollen und rebellieren etwas weniger als wenn eben nichts klar ist, wir aneinander vorbei reden und morgen schon nicht mehr gilt was heute abgesprochen war. Dann macht in der tat jeder was er will, dann gibts unangenehme Ergebnisse und die Arbeit macht keinen Spass. Aber eigentlich wollen viele an einem Strang ziehen - sie wissen oft einfach nicht wie das geht, wenn der Karren erstmal feststeckt.

Bei mir is zb eher das Problem dass ich die Prozessabläufe anfange zu kontrollieren, wenn sich ERfolg zeigt, weil ein inneres Selbstläufer Programm das noch in mir wirkt meint: jetzt musste die Karre steuern, jetzt musste genau da am Ball bleiben und das verstärkt vorantreiben, was zum Teilerfolg führte. Und wenn ich dann aus dem Vertrauen rein ins kontrollieren gehe, anstelle einfach nur Danke zu sagen und dem Flow des Lebens den Vortritt zu lassen, bleibt der nächste Teilerfolg aus und es wird anstrengend. Hier gibbet noch was zu checken und loszulassen für mich :lol:

Manni...haste denn ne Idee seit wann du diese sich für dich bewahrheitete Überzeugung, dass dir das vor die Füße knallt, wenn du dich verlässt in dir mit dir trägst? Diese Art von Erfahrung muss ja irgendwo seinen Ursprung haben und vllt hilft dir das weiter, wenn du den findest? Weil du ja immer wieder schreibst, wie toll du es findest, wenn du weniger kontrollierst.

Soll natürlich nur n Impuls sein und keine Therapiestunde werden :huh:

Herzlichst
ana
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25 Nov 2012 15:57 #18685 von Entfalten
Hi Ana,

Bei mir is zb eher das Problem dass ich die Prozessabläufe anfange zu kontrollieren, wenn sich ERfolg zeigt, weil ein inneres Selbstläufer Programm das noch in mir wirkt meint: jetzt musste die Karre steuern, jetzt musste genau da am Ball bleiben und das verstärkt vorantreiben, was zum Teilerfolg führte. Und wenn ich dann aus dem Vertrauen rein ins kontrollieren gehe, anstelle einfach nur Danke zu sagen und dem Flow des Lebens den Vortritt zu lassen, bleibt der nächste Teilerfolg aus und es wird anstrengend.


DAS kenne ich bei mir auch. Grade im Beruf geht es mir so und das obwohl ich jedesmal wieder feststelle: Kontrolle erzeugt nur Druck und Druck führt eher zu Misserfolg.

Zum Thema Tier und Kontrolle: Da ist es so, dass ich gelernt habe, Kontrolle gegen Vertrauen zu tauschen. Seitdem ist es einfach wunderschön mit mir und meiner Hündin.

Ich glaube, das Kontrolldrama entsteht immer dann, wenn man glaubt: Ohne eigenen Einsatz kann das nicht gut gehen. Und auch glaube ich, dass ein gewisses Urvertrauen fehlt, wenn man gerne die Kontrolle behalten möchte.
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