Lieber Gast. Du befindest dich im alten Forum der Celestine Community. Ein Teil des Forums ist öffentlich. Mitglieder, die sich bis 2016 registriert haben, können sich weiterhin einloggen und den Mitgliederbereich betreten.

Unsere neue Community ist nun online. Wir laden dich herzlich ein, dich mit uns auf unserem Campus zu vernetzen.

Zur neuen Community

×

Hinweis

Das Forum ist schreibgeschützt.

× 5. Erkenntnis - Die Verbindung wird wiederhergestellt:
Unsicherheit und Gewalt enden, sobald wir eine innere Verbindung mit der göttlichen Energie verspüren, eine Verbindung, die von den Mystikern aller Schulen geschildert wurde. Einer der Maßstäbe für die Existenz dieser Verbindung ist ein Gefühl der Unbeschwertheit und der Tatenfreude sowie ein konstantes Gefühl der Liebe. Sind diese Zeichen gegeben, so ist die Verbindung mit der göttlichen Energie echt, sind sie es nicht, handelt es sich dabei lediglich um eine angenommene Verbindung.

Ein Celestinianisches Märchen

25 Okt 2015 12:22 #20443 von Richard179
Ich weiß nicht wirklich, ob ich träume oder wach bin. Denn wach ist mein Leben anders, als es jetzt ist. Wach bin ich der, dem das Leben zusetzt, der immer Schriftsteller sein will und damit erfolgreich, es aber nicht voll und ganz sein darf. Der geliebt werden will von klein auf, aber immer nur Angst hatte, dem nicht gerecht zu werden, was erwartet wird. Wach hat man mir alles genommen, was ich hatte. Und meine Schulden sind groß. Wach bin ich es nicht wert, geliebt zu werden. Wach muss ich mich heftig anstrengen. Selbst an den "universellen Gesetzen" habe ich alles versucht. Ohne Erfolg. Wach ist es sinnlos, einfach mal alles zu machen, was irgendwo gebraucht wird. Es würde mich nicht liebenswerter machen, mich dem Schriftsteller keinen Millimeter näher bringen.

Und wie fleißig ich auch meine Wünsche in das Universum geschickt habe. Positive Energie geschaffen und geträumt habe von einem schönen Leben. Mit den Indianern ein besseres Leben „gebetet“ habe. Wobei ich nicht so recht weiß, ob ich etwas herbei beten könnte, wie ein Indianer das tut. Ein Indianer hat den guten Manitu schließlich verinnerlicht, er lebt ihn, er IST es dann selbst beim „besseren Leben beten“. Und ich war ja wach und wach ist alles anders. Wach bleibe ich bei MEINEM Weg, auch wenn er anstrengend ist und bisher nicht weit führte. Ich hatte schon aufgegeben. Mehrere Male. Obgleich eine ganz schöne Menge an „positiver“ Energie geschaffen und im Universum unterwegs sein musste. Der Kanal zurück mit der Antwort war wohl irgendwie nicht bereit. Wenn es schon egal war, konnte ich dann auch mal in Kisslegg teilnehmen. So auf halbem Weg, das Wachsein einmal ruhen zu lassen. Da erschien ein Engel. Und das Wachsein trat noch mehr zurück. Ein Rinnsal konnte im Kanal fließen.

Ich schaute durch ein Tor, hinter dem der Traum begann. Was ich sah, konnte nicht sein. Denn ich wurde geliebt, einfach so, obwohl ich immer noch der war, den ich nicht wirklich liebte. Ich liebte auch nicht wirklich alles, das ich hätte tun können, für ein klein wenig besseres Leben. Ich liebte es aber, in Kisslegg zu sein, weg von all dem, was ich glaubte, tun zu müssen. Das Wachsein war nach der Zeit in Kisslegg schon recht hartnäckig. Es wollte nicht aufgeben. Doch die Liebe des Engels war sehr stark. So ging ich etwas mehr hinein in den Traum. Und bald liebte ich es, zu sein wo ich war. Ich war dem Engel gefolgt, war genug im Traum gefangen. Das Wachsein setzte mir immer noch zu, so zwischen den Welten, das Wo und das Wen liebte ich ja dann bereits. Nur den, der ich bin? Und das, Was ich Tun könnte, das so billig und unwert erschien?

Meine Gebete und Wünsche mussten dann doch für genug positive Energie gereicht haben und der Antwort-Kanal zurück musste etwas mehr geöffnet gewesen sein. Denn schließlich wich das Wachsein dann doch etwas mehr zurück, zu Gunsten der Spontaneität. Und das Tun, egal was, das war doch so schlecht auch nicht. Immer mehr meiner Wünsche kamen erfüllt zurück, freilich anders, anders, anders. Anders als das Wach sein konnte. Mein Kopf im Kanal gab den Weg frei?

Nun ist das Wunder geschehen. Teilweise, denn es gibt immer noch das Wachsein mit seinem Aber. Ich habe noch längst nicht alles so, wie ich es mir wünsche. Aber da ich mich nun auch selber liebe, es auch liebe, was zu tun, egal was, das mir irgendwie hilft! Die Wege und das Wann sind unüberschaubar. Und der Kopf ist bei den "universellen Gesetzen" meistens im Weg. Das Wachsein war der Traum. Und der Traum ist das bewusstere Leben.

Rein erfunden. Ähnliche Geschichten wären rein zufällig.

LG Richard
Folgende Benutzer bedankten sich: Marlene, nanabosho
26 Okt 2015 10:52 #20444 von Martl
:ohmy: :dry: :S
27 Okt 2015 07:42 #20445 von Richard179
Nun ist es geschehen. Zugegeben, das mit dem "rein erfunden" War nicht ernst gemeint. Bzw. Nur für den flüchtigen Leser gedacht, der näheres wenig kennt. Aber was dahinter steckt ist mein spontanes Handeln und Mitteilen. Bisher War das im Nachhinein auch immer gut. Nicht unbedingt für jeden, aber grundsätzlich schon.

Das schöne Märchen von Andreas fand Widerhall tief in mir. Natürlich bin das auch ich. Auch ich habe diese Leitplanken gesehen und spüre den theoretischen Kopf. Ob nun die Erkenntnisse von Celestine nur Theorie sind oder nicht, das entscheidet wohl jeder selber. Doch meine Theorie ist geprägt davon. Obgleich mir dies beim Schreiben nicht bewusst war. Ihre habe es wohl so verinnerlicht.

So mag es Theorie genannt werden, ist aber eine ehrliche Reflexion bei gleichzeitig tiefem Einfühlen. Und es floss nur das aus mir, was stimmig für mich ist. Etwas rein aus Angelesenem Kombiniertes ohne Intuition habe seit langem nicht mehr geschrieben.

Nun sind wir hier bei den Erkenntnissen. Und wer sich öffnet, der darf ehrliche Antworten erhalten. Auch ein Zurückhalten aus Rücksicht ist unehrlich in gewissem Masse. Zumal meine Refexion die meine ist. Und sie stützt sich auf meinen Weg. Klar war mein Weg somit nicht immer leicht. Anderenfalls würde ihn mich hier wohl gar nicht beteiligen.

Es mag somit als zu persönlich erscheinen, dieses Märchen. Ist es vielleicht auch. Jedenfalls für Menschen, die solche Ehrlichkeit nicht haben wollten für sich. Für solche Menschen würde ich diese Diskussion auch gerne löschen. Obwohl ich selber eher an die Intuition glaube. Doch ist derzeit kein Adm da. Wenn doch, dann löscht die Diskussion bitte.
Folgende Benutzer bedankten sich: Marlene
28 Okt 2015 01:48 #20449 von Marlene
Hallo Richard

jetzt war ich mir nicht mehr sicher, ob ich deinen Text überhaupt verstehe. ;-)

Ich hab ihn beim zweiten mal lesen dann doch irgendwie erfasst, im Grunde sprichst Du nur eine Person an, oder?

Der Admin liest glaube ich nicht mit, oder Olli?

Herzengrüsse an alle Leser, stille Leser und Dir Richard.
Folgende Benutzer bedankten sich: Richard179
28 Okt 2015 19:54 #20450 von nanabosho
Oha, Richard,
eine Menge hast Du getroffen, aber nicht alles. Und ich habe mich selbst so weit aus dem Fenster gelehnt - es ist also ok, wenn Du es hier so schreibst. Ich habe nichts zu verlieren.
Konnte nicht eher eine Antwort verfassen, weil ich, gleich nachdem ich den Text las, wieder auf Reisen ging.
Der Grundtenor könnte tatsächlich sein, dass ich mir vieles nicht wert war, aber das war mir keineswegs bewusst. (Inzwischen beobachte ich mich da schon ein bisschen bzw. bekomme interessante Rückmeldungen von meiner Liebsten.) Es gibt so Dinge, die könnten es aussagen. Aber die Sache hat ein paar mehr Komponenten.
So stimmt es beispielsweise nicht, dass ich immer Schriftsteller sein wollte. Es gibt zwar einen roten Faden, der mich darauf hinzuweisen schien und scheint - manchmal verstärkt -, dass darin mein Weg angelegt ist. Doch genau davor hatte ich immer Angst. Weil ich von klein auf lernte, dass "Kunst" kein Brot einbringt. Und im Grunde nur Klimbim ist, nichts, was der Mensch wirklich braucht. Kein Vergleich mit jemandem, der ein Handwerk betreibt und für den Alltag notwendige Dinge herstellt, geschweige denn mit jemandem, der - wie meine Eltern - an der Lebensmittelproduktion beteiligt ist. Ich habe die Verachtung meines Umfeldes gefürchtet, wenn ich je einen solchen Weg einschlagen sollte.
Habe den geheimen Wunsch also erfolgreich viele, viele Jahre verdrängt, als Schriftsetzer gearbeitet, dabei viel verdient und meine Familie großgezogen.
(So verstand ich z. B. nicht gut, wieso ich, als ich normal arbeitete, sehr viel Geld zur Verfügung hatte, es mir also zufloss, wogegen es aber später, als ich begann, das zu tun, was ich wirklich, wirklich wollte, ausblieb bzw. nur sehr, sehr spärlich floss. In den Büchern schrieben sie: Wenn du tust, was du wirklich willst und was du liebst, unterstützt dich das Universum in jeder Hinsicht. - Ich sah mich vom Universum verlassen und sah sozusagen ein, dass mir nichts übrig blieb als allein zu kämpfen.)
Mit dem "geliebt werden wollen von klein auf" ist das ebenfalls so eine Sache. Ich wusste, dass - wenn ich "Künstler" würde, ich mir z. B. die Zuneigung meines Vaters völlig verscherze. Und die vieler anderer Menschen, die ich gut kannte. Denn Schriftsteller ist "nichts Anständiges". Ich riskierte damit also - nach meiner Vorstellung - erst recht Liebesverlust.
Deshalb fiel es mir schwer, dieses Tun zu achten. Meine eigenen Kinder brachten mich auf den Weg und einige Ereignisse, die man u. U. ebenfalls "celestinianisch" nennen könnte. Ich habe nach dem Erscheinen meines ersten Buches - meines "miserabelsten" literarischen Textes, wie ich selbst glaube - eine Unmenge an begeisterten Rückmeldungen bekommen und hatte einen für einen bislang Unbekannten riesigen Erfolg. Und kam zu dem Ergebnis, dass meine Tochter recht hatte: Es ist das, was ich - obwohl nie gelernt oder studiert - richtig gut kann und wahnsinnig gern tun möchte. Ich fühle mich allmählich unwohl, wenn ich lange nicht geschrieben habe. Es ist eine kaum einzudämmende Leidenschaft. Obwohl noch längst nicht alles veröffentlicht ist und Verkäufe noch immer relativ sporadisch laufen, gibt es bereits mehr als 20 Werke von mir und viele weitere warten im Hinterkopf auf Gestaltung.
Für Quereinsteiger, die zudem nicht studiert haben, ist das literarische Parkett aber nicht vorgesehen. Alle Türen schließen sich. Allein das wachsende Lesepublikum kann es in diesem Fall richten, und dazu braucht es Geduld. Manchmal viele Jahre. Und geduldig bin ich nicht.
Dazu bin ich gezwungen, selbst zu verkaufen, weil mich der Markt nicht so schnell einsteigen lässt. Und Verkaufen ist gerade n i c h t meine Stärke.
Ich verlor auch mein Vertrauen, weil ich - im Gegensatz zu den Versprechungen der Bücher - statt durch positive Vorstellungen alles zu gewinnen, erst mal damit alles verlor.
Dann begann die Serie so mancher Wunder, aber immer ganz anders als vorgestellt und schon lange nicht "steil nach oben". Es hat mich sehr geärgert und wütend gemacht, dass all diese großen Versprechungen ("Wünsche m ü s s e n sich geradezu erfüllen") sich als nichtig erwiesen.
Vertrauen wächst erst langsam wieder. In meinem Fall vielleicht sogar s e h r langsam. Aber es wächst trotzdem.
Na ja. Dostojewski ist ein international anerkannter Schriftsteller, war es auch schon zu Lebzeiten, aber er blieb bis zum Tode arm wie eine Kirchenmaus, während sich sein Verleger dumm und dämlich verdiente. Jack London verlor seine Kreativität, nachdem er reich geworden war, wurde krank und starb wahrscheinlich an einer Überdosis von Medikamenten schon im Alter von 40 Jahren. Dennoch waren beide voll und ganz Schriftsteller. Manche wurden auch erst nach ihrem Tode wirklich bekannt und berühmt. Vielleicht muss man so etwas in Kauf nehmen. Wenn das Leben zu bequem ist oder zu bequem wird, geht die Kreativität den Bach runter... (Die neuen Werke von J. K. Rowling sind auch kein Vergleich mehr zum Harry Potter.)
Der Hinweis auf das Celestine Camp passt so auch nicht. Es war für mich alles Andere als inspirierend oder "auf eine neue Stufe hebend", Licht, Liebe usw. Ich empfand mich sogar am falschen Platz. Ich empfand die "Celestinianer" oder die "Spirituellen" als eine Gruppe, die homogen ist wie etwa eine kirchliche Gemeinde (eine Szene, die ich zu gut kenne). Und die ganz besonders keine Ketzer mag. Ketzer, wie ich zuweilen einer war.
Dass mich ein Engel rettete... keine Frage. Auch nicht das Ganze, aber dennoch. Viele kennen Barbara.
Ich habe nie Wachsein und Traum in meiner Weltvorstellung getrennt. Wollte auch immer den Dingen auf den Grund kommen. Kann mich aber in Deine Vorstellung meiner Welt auch hineinversetzen. Vielleicht würde sie übereinstimmen, wenn ich einen bestimmten Blickwinkel dazu einnehme, den ich bisher zu selten eingenommen habe. Doch er wäre nur ein Blickwinkel.
Auf jeden Fall hat mich Dein Text neu inspiriert, sehr neu sogar.
Danke!

Herzliche Grüße,
Andreas
Folgende Benutzer bedankten sich: Marlene, Richard179
29 Okt 2015 09:33 #20451 von Richard179
Das freut mich, Andreas. Um eine andern Blickwinkel zu reflektieren, dafür sind wir ja hier. Manchmal sind es „nur“ Glaubenssätze, die diesen Blickwinkel versperren. Ich will dir auf keinen Fall widersprechen, kann ja immer nur das von mir geben, was bei mir stimmig ist. Ob das dann vielleicht nur mit mir zu tun hat, kann ich auch nicht immer direkt erkennen. Es kann nur ein Angebot sein, diesen Blickwinkel einmal auszuprobieren. Auch wie du selbst meinen Text auffasst und kommentierst kann Hinweise geben zu Dingen, die immer selbstverständlich waren, und dennoch …. Es gäbe keine Glaubenssätze, die sich von den meinen unterscheiden, wenn du allem zustimmen würdest.

Ich würde an dieser Stelle gern die Community einladen, einmal die 3 angegebenen „Nicht-Treffer“ zu reflektieren. Das mit dem Camp wollte ich eigentlich nicht so verstanden wissen. Es ging mir dabei nur um einen gewissen Auslöser, welchen auch immer. Die Erwartung eines „esoterischen“ Gleichklangs hat mich vielleicht selbst bisher von einer Teilnahme abgehalten.

Also dann danke ich dir für deine Beiträge und die offene Diskussion. Auf jeden Fall bereicherst du die Diskussionen hier und gibst den Lesern damit unschätzbar Wertvolles.

LG Richard
Folgende Benutzer bedankten sich: Marlene, nanabosho
Moderatoren: Martin