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Unsicherheit und Gewalt enden, sobald wir eine innere Verbindung mit der göttlichen Energie verspüren, eine Verbindung, die von den Mystikern aller Schulen geschildert wurde. Einer der Maßstäbe für die Existenz dieser Verbindung ist ein Gefühl der Unbeschwertheit und der Tatenfreude sowie ein konstantes Gefühl der Liebe. Sind diese Zeichen gegeben, so ist die Verbindung mit der göttlichen Energie echt, sind sie es nicht, handelt es sich dabei lediglich um eine angenommene Verbindung.

Die Sicht des Beobachters / Meine Einstellung

08 Sep 2009 13:46 #5962 von Rita
Hallo ihr Lieben,

meine Gedanken dazu sind, dass ich mein Wissen, meine Erfahrungen zur Verfügung stelle aber ohne den Anspruch, dass es in Anspruch genommen wird.
Und man muss einfach mal lassen können. Lassen wie es ist, jemandem seine Entscheidung lassen, nicht einmischen sondern andere einfach machen lassen ohne jegliche Bewertung und sie an nehmen können, auch wenn sie etwas nicht nach meiner Vorstellung tun.
Ich empfinde diese Position als sehr angenehm - für beide Seiten.

Liebe Grüße von
Rita
08 Sep 2009 19:33 #5963 von Taika
Hallo Olli, hallo Rita,

dieses Buch, das Du nennst, Olli, kenne ich nicht, aber ich habe das Tao te King von Laotse gelesen. Auch darin kommt öfters dieser Begriff des Nicht-Handelns - im Zusammenhang mit dem Beobachten - vor. Du hast mit Deiner Vermutung also völlig recht, denn wirkliches Beobachten funktioniert eigentlich nur im Nicht-Handeln - wobei wie auch von Dir zitiert - nicht unbedingt die Untätigkeit des Körpers gemeint ist. Der Körper kann das tun, was (wirklich) getan werden muss. Deshalb ist nach meiner Auffassung auch zu einem großen Teil die "Untätigkeit" des Geistes, sprich des Verstandes, gemeint.

Wir alle kennen sicher dieses äußerst unangenehme Gefühl, wenn wir uns zwischen zwei Dingen nicht entscheiden können. Egal, ob es sich dabei um etwas Vergnügliches, oder um Arbeit handelt. Dafür ist nur der Verstand verantwortlich, denn wenn wir im Fluss wären, käme diese "Entscheidung" ganz automatisch, ohne überhaupt noch als Entscheidung angesehen zu werden.

Ich würde auch gerne eine Stelle aus dem Tao zitieren:

Ohne Geschäftigkeit, eins mit dem einen:
Kann sich der Geist dann noch zerstreuen?
Den Atem sammeln, beweglich und biegsam:
Kann nicht das Kindsein dann wiederkehren?
Die Einsicht klären, das Tiefe schauen:
Kann man sich nicht vom Irrtum befreien?
Die Menschen lieben, den Staat ordnen:
Kann das nicht ohne Wissen gelingen?
Das Himmelstor öffnen und schließen:
Kann das ohne das Weibliche geschehen?
Die Klarheit, die alles erleuchtet:
Kann sie dies nicht ohne Tätigkeit?

Der Weise läßt die Dinge wachsen und werden,
läßt sie wachsen und besitzt sie nicht,
handelt ohne zu erwarten,
lenkt ohne zu herrschen.
Das heißt verborgene Kraft.


Der Kommentar, der in meinem Büchlein dazu geschrieben steht, lautet folgendermaßen:

Viele Menschen, auch diejenigen mit durchaus guten Absichten, glauben, immer geschäftig sein zu müssen - um etwas zu leisten, um etwas zu bewirken, oder gar um die Welt zu verbessern. Doch all diese Geschäftigkeit ist im Weltgefüge nur ein sinn- und zielloses Hin und Her. Um Zusammenhänge und das Gesamtbild zu erkennen, bedarf es weder hektischer Umtriebigkeit, noch auswendig gelerntem Wissen -
Achtsamkeit, Bewusstheit und Beobachtung führen weiter.


Du hast völlig Recht, Rita, denn mehr kann man für andere nicht tun. Ich arbeite auch daran, meine eigenen Vorstellungen (wie die Welt funktionieren sollte) bei anderen völlig raus zu lassen. Jeder hat seinen eigenen Weg, von dem wir nichts wissen. Man kann reden, man kann diskutieren, aber Entscheidungen kann nur jeder für sich selber treffen. Diese Position ist wirklich angenehm, denn man gibt den Menschen damit ihre Verantwortung zurück und übernimmt die eigene.

Liebe Grüße,

Monika
17 Sep 2009 17:21 #6059 von Natrak
Hallo Celestiner,

die beiden Bücher, von denen Monika und Oliver sprechen kenne ich auch.
Gerade die 5. Prophecy von Celestine hat mir besonders geholfen in einem wichtigen Bereich die sicht des Beobachters einzunehmen: Im Verhältnis zu meinen Eltern!

Meine Eltern habe bis nach meinem Studium mein Leben enorm geprägt und versucht, mein Leben zu gestalten und planen und "alles zu regeln".
Entsprechend habe ich Widerstand geleistet, war oft DAGEGEN nur weil es die Idee oder Vorstellung meiner Eltern war.

Als ich begann mich und meine Reaktionen, meine Ressonanzen zu reflektieren und das handeln meiner Eltern nicht sofort zu verurteilen bin ich gelassener geworden...
"Lass´se reden..." habe ich mir gedacht, genau wie es die Ärzte in Ihrem Lied beschreiben.

Ich muss ja nicht immer reagieren, wenn andere -indem Fall meine Eltern- etwas tun oder in meinem Leben herumdoktern wollen. Jedenfalls muss ich das nicht gleich oder sofort tun und auf keinen Fall alles annehmen. Eine freundliche Ignoranz habe ich mir da angewöhnt.

Seitdem ich also meine Einstellung zu diesen Ereignissen, also den Plänen und Aktivitäten meiner Eltern geändert hatte und selbst ruhiger und gelassener wurde, hat sich das Verhältnis zu meinen Eltern gebessert.
Und das führe ich darauf zurück, dass ich selbst mich nicht mehr geärgert habe, locker geblieben bin und nicht alles angenommen oder als persönlichen Angriff gewertet habe. Wie sich herausstellte, meine Eltern wollten ja nur das beste für mich, wie es so schön heißt!

Das gilt womöglich für alles.
Hier im Forum habe ich ja auch schon gelesen, dass einige von Euch auch so Ihre Probleme mit Ihren Eltern hatten.
Aber hatten wir wirklich Probleme mit unseren Eltern?
Oder haben wir uns viel zu wichtig genommen und Situation, die ganz wertfrei waren, zu problemen aufgepauscht, weil wir unserer selbst nicht sicher waren?

Also mir hat die Sicht des Beobachters, die 5. Prophezeiung am meisten von allen geholfen!

ciu
Natalis
Folgende Benutzer bedankten sich: Schelm
24 Sep 2009 12:42 #6094 von Schelm
Liebe Leute,

die Beschreibung von Natrak ist mir nicht fremd.
Gerade gegenüber meinen Eltern schalte ich oft auf "Durchzug" und akzeptiere sie so wie sie sind, ohne jede Aktion und Aussage auf die Goldwaage zu legen oder umzusetzen.

Mir fellt dazu noch ein anderer Vergleich ein. Ein Richter...

Ist die Sicht des Beobachters immer eine unparteische? Ereignisse und Aktivitäten neutral zu beobachten und daraus Urteile zu schließen, die objektiv und fundiert, also keine Vorurteile sind?

Ein paar Beiträge vorher wurde auch von Ignoranz gesprochen oder davon gar nicht zu handeln und alles so zu lassen wie es ist!
Das glaube ich nicht. Ein Richter bei Gericht beobachtet die Situation, lässt sich von allen Beteiligten oder Fach und Sachkundigen Menschen deren Sichtweise erklären und handelt dann: Er spricht ein Urteil...

Der Unterschied zwischen dem Richter und uns ist, dass der Richter immer für andere entscheidet. Wir müssen immer für uns selbst entscheiden, wie wie weiter handeln und leben wollen.

Es gibt übrigens seit jeher noch eine andere Figur, die anderen einen Spiegel vorhält, um sich selbst und Ihre Umwelt einmal anders wahrzunehmen: Der Narr oder Schelm :P

Euer Rainer "Schelm"
28 Sep 2009 18:55 #6114 von Natrak
Hallo,

ist Gott vielleicht ein Schelm???

Naja, ich weiß es ja nicht! Allerdings weiß ich dass (auch) seit jeher Gott ein wunderbares Beispiel dafür ist, wie die Sicht des Beobachters "gelebt" werden kann!

Wie oft fragen wir uns: Warum lässt Gott so etwas zu? Warum tut er nichts dagegen? Warum hilft er nicht dieses oder jenes zu erreichen?

Nun, übt sich Gott nicht in der Sicht des Beobachters, indem er nicht bewertet und nicht ver- oder beurteilt? Und uns Menschen, trotz all der Fehler, die wir gerne tun, einfach mit Liebe gegegnet?

ciu
Natalis
Folgende Benutzer bedankten sich: Nirvana
02 Okt 2009 10:08 #6142 von KeepOnSmiling
Das Gott auch ein Schelm sein kann, halte ich (als Atheist) für einen sehr charmanten Gedanken :P , liebe Community!

Und ja, ich denke auch, dass egal von welcher Religion ich ausgehe, der jeweilige Gott das Musterbeispiel dafür ist, wie die Sicht des Beobachters wahrhaftig gelebt wird...

KeepOnSmiling
OlliKöhl
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Moderatoren: Martin