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Unsicherheit und Gewalt enden, sobald wir eine innere Verbindung mit der göttlichen Energie verspüren, eine Verbindung, die von den Mystikern aller Schulen geschildert wurde. Einer der Maßstäbe für die Existenz dieser Verbindung ist ein Gefühl der Unbeschwertheit und der Tatenfreude sowie ein konstantes Gefühl der Liebe. Sind diese Zeichen gegeben, so ist die Verbindung mit der göttlichen Energie echt, sind sie es nicht, handelt es sich dabei lediglich um eine angenommene Verbindung.

Neulich im Gottesdienst...

22 Nov 2009 22:19 #7069 von Elefine
Hallo zusammen,

nach langem Suchen und vielen Irrungen und Wirrungen habe ich vor einem Jahr beschlossen, zu der Kirche zurückzukehren, zu der ich "zugeordnet" bin.
Meine Erwartungen an die Pfarrer habe ich damals losgelassen. "Sie sind schließlich auch nur Menschen. Der Heilige Geist (mein Höheres Selbst) wird mich führen und zeigen, was behaltenswert ist und was nicht!" ist seitem meine Einstellung.

In letzter Zeit sind die Gottesdienste unserer drei Pfarrer/in und der Vikarin superklasse. So Themen waren z. B.:

* Darwins Entdeckungen stehen nicht im Widerspruch
zum Schöpfungsglauben.
* an Homosexualität nichts Schlechtes ist, wenn
beide Partner sich treu sind.
* auch wie es sein wird, wenn es einen neuen Himmel
und eine neue Erde gibt.
Bei letzterem wurde erklärt, daß es da eine Veränderung im Bewusstsein der Menschen gibt, die für den einen mehr, für den anderen weniger heftig sein wird. Aber alle dürfen kommen - egal wie voll ihr Päckchen ist, oder ob sie ungläubig sind.
Eine Frau, die da neben mir saß entrüstete sich: "Das war aber eine gewagte Predigt!" Mir fiel leider nichts passendes zur Antwort ein. Aber ich gebe jedes Mal der Person, die gepredigt hat ein Feedback, auch wenn es nur ein Dankeschön für die tolle Predigt ist.
Einer der Pfarrer liest gerade den ersten Band von Celestine. Bin schon voll neugierig.

Es freut mich so sehr, daß diese Gedanken sich immer mehr verbreiten. Und ich dachte schon, ich wäre die einzige hier in unserem Ort... :silly:
Es kommt mir so vor, daß Celestine geradezu Einzug in unsere Kirche gehalten hat.

Gibt es so etwas bei Euch auch?
Wie gehen Eure Pfarrer damit um?

Ich würde mich freuen, wenn Ihr von Euren Erfahrungen mit Eurer Kirche berichtet.

Einen wundervollen Abend noch

Antje
23 Nov 2009 07:32 #7075 von Marion
Guten Morgen Antje,

ich bin danbar, daß du dieses Thema hier ansprichst. Auch mir lag es schon länger brennend am Herzen.

Bei uns in der katholischen Kirche ist vieles eingefahren und seit langem nicht erneuert worden. Die älteren Pfarrer machen sich keine Gedanken und predigen bzw. halten die Kirche stur nach einem gewissen Ritual ab. Es ist nichts lebendiges darin.

Ausnahmen bestätigen aber wie es eigentlich sein sollte.

Vor allem die jüngeren Priester bringen neuen Wind hinein. Es wird geklatscht. Man kann sein Gefühl integrieren und man spürt die Gemeinschaft. Wenn nicht da wieder die "Alten" wären. Sie sträuben sich gegen die Neuerungen und wollen den Priester ganz für sich vereinnahmen. Es ging bei uns schon so weit, daß ein junger Priester der auch sehr um die Jugend bemüht war seine Sachen packen mußte und in eine andere Gemeinde kam. Es ist traurig. Die Jugend sollte an die Kirche herangeführt werden in dem sich die Kirche in ihrem handeln ändert. Es sollte mehr Leben hinein.

Nichts darf in einem Gotteshaus stören. Weder das Schreien von kleinen Kindern noch das Klatschen oder rhythmische Singen der Leute. Alles das bedeutet Leben, Liebe und Freude. Dafür steht Gott und natürlich sollte auch die Kirche alles daran setzen um dieses Vermächtnis Gottes neu aufleben zu lassen.

Unser Pfarrer lebt jetzt auch wieder richtig auf. Seit er eine neue Haushälterin hat ist er viel offener geworden und seine Predigten beginnen zu leben. Auch ist ab und zu erlaubt am Schluß des Gottesdienstes zu klatschen. Er hat aber noch Schwierigkeiten Gospelmessen bzw. rhythmische Messen abzuhalten. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, dann ist auch dies hier möglich.

Mit Hilfe Gottes gibt es nichts was nicht möglich ist. Die Priester sind auch nur Menschen.

Ich bin momentan dabei die Erkenntnisse mit einem Kirchenrektor zu besprechen und dessen Ansichten mir einzuholen. Hier läge ein großer Vorteil darin, da er Kontakt zum Papst hat. Mit viel Liebe und Kraft muss man was ändern, sonst sterben die Kirchen aus und die Jugend hat keine Perspektive mehr. Denn wenn der Glaube stirbt gibt es auch keine Hoffnung und ohne Hoffnung versinkt alles im Nichts.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Lassen wir es nicht soweit kommen.

Maria
10 Dez 2009 08:53 #7561 von Manni
Liebe Antje,
liebe Maria

Mir ist in diversen Kirchen so eine Veränderung noch nicht aufgefallen. Ganz im Gegenteil! Ich habe dort nur Rituale und Gebote erfahren dürfen. Wer nicht danach lebt und handelt bekam eine Ausgrenzung zu spüren. Und genau das widerspricht dem Vorbild Jesu. Er hat niemanden ausgegrenzt sondern alle Menschen mit offenen Armen empfangen, selbst die, die ihm nach dem Leben trachteten.

Ich stelle mir gerade mal so eine Szene vor: Ein Punkerpärchen, bestehend aus zwei lesbischen Frauen, betritt ein Gotteshaus und nutzt diesen Ort der Stille und Liebe zum Schmusen und Liebkosen. Wie würdet ihr darauf reagieren? Mit Empörung oder gar mit Beifall? Oder würdet ihr nur wegschauen und dieses "abartige Treiben" in einer Kirche dulden? Was, wenn auf der Nachbarbank gekiifft oder auch Alkohol gesoffen wird? Was, wenn Rocker das Gotteshaus betreten und "Leben" in diese "Bude" bringen? Oder auf dem Beichtstuhl treiben zwei Schwule ihr "Unwesen"? Ist das nicht eine Verunreinigung dieser heiligen Stätte? Wie soll der Pfarrer oder wer auch immer diesen Menschen vermitteln, dass sie vom rechten Weg abgekommen sind, wenn er sie nicht mit offenen Armen empfängt? Diese Menschen haben ja auch ihre Gründe warum sie sich genau so und eben nicht anders verhalten. Das ist schon eine echte Aufgabe, der nicht jeder Pfarrer tatsächlich gewachsen ist. Auch Jusus Jünger waren schwach, sonst wären sie ja auch keine Schüler.

Ich bin aus der Kirche ausgetreten, weil ich diese scheinheilige Heuchelei extrem zu wider empfand. Kaum ein Mensch hat danach gelebt. Doch ich möchte nicht ausschließen, dass einige wenige gibt, die das wirklich auch tun und nicht nur sagen. Für mich ist Gott überall gegenwärtig. Also brauche ich in kein Gotteshaus zu gehen, um nah bei ihm zu sein. Ich brauche nur in mich selbst zu gehen und auf die Stimme meines Herzens hören. Das bringt mir mehr als jede Predigt, die nur dahin geredet und nicht vor gelebt wird. Ich möchte den Leuten gerne folgen, die das auch tun, was sie im Sinne Gottes sagen. Doch bislang wurde ich dabei nur enttäuscht. Mag sein, dass sich die Kirche nunmehr in einem Wandel befindet, weil ihr die Mitglieder davon laufen oder weil sie die Zeichen der Zeit endlich ernster nimmt.

Hoffen wir mal das Beste
Manfred
10 Dez 2009 09:18 #7562 von Elefine
Hallo zusammen,
Hallo Manfred,

also, wenn ich ehrlich bin, kann ich Dir nicht mit Bestimmtheit sagen, ob ich so oder so reagieren würde, oder ob ich überhaupt reagieren würde.
Ich müsste erst einmal durchatmen und meine Gedanken, Gefühle - aber auch einen gewissen Widerwillen gegen diese Situation - sortieren.

Aber ich habe letztens eine Beobachtung gemacht, die mein Herz strahelen ließ: Ein ziemlich ungepflegter Mann betrat die Kirche. Er war schon etwas spät dran. Angewiederte Blicke trafen ihn. Oder auch nicht. Er schaute sich suchend um. Da kam einer der Pfarrer, hakte sich an seinem Arm ein und zeigte ihm einen freien Platz, wo er sich dankbar hinsetzte.

Das sind solche Gesten, die mir zeigen, daß es auch anders gehen kann. Es sind nicht die großen, weltbewegenden Predigten.

Lieber Manfred, ich kann Dich sehr gut verstehen - mir ging es vor einiger Zeit genauso. Resignierend stellte ich damals fest, daß es keine Kirche gibt, die eine Religion der Herzen lebt.
Wie gesagt: anfangs resignierte ich. Dann habe ich losgelassen - schließlich konnte ich die Kirchenmenschen nicht ändern, so wie ich es gerne wollte. Ich gehe aber nicht nur wegen der Menschen zur Kirche, sondern hauptsächlich, um Gott zu besuchen. Klar, dazu brauchts nicht unbedingt die Kirche. Ich bin ihm auch schon sehr oft in der Natur, beim Musik-Hören... begegnet.
Aber es ist ein schönes Gefühl den Sonntag-Vormittag dafür zu reservieren, ihn in seinem Haus zu besuchen. Dies gemeinsam mit all den anderen Christen - die, jeder für sich, ihren Herrn auf die unterschiedlichsten Weisen anbeten.
Dies versuchen die Pfarrer durch unterschiedliche Formen aufzufangen (mir fiel gerade kein passenderes Wort dafür ein). Letztens sagte ein Pfarrer zu mir: "Schön, daß zur Zeit soviele junge Frauen in den Gottesdienst kommen. Das hat auch Einfluss auf die Predigttexte. Also, wenn ich mir die Besucher vor Augen halte."
Unsere Pfarrerin meinte, sie wäre sich oft unsicher, ob und wie die Predigt ankommt. Das ist für mich so ein Zeichen, daß auch diese Pfarrer auf der Suche sind.

Liabs Grüßle

Antje
13 Dez 2009 08:55 #7625 von Manni
Ja Antje,

es ist schön, wenn man sich Zeit zur Besinnlichkeit reserviert und wenn man dabei auch noch solch Aufgeschlossenheit und Unvoreingenommenheit erleben darf, ist es noch mal so schön.

In der Zurückgezogenheit kann man ja auch keine Begegnungen mit anderen Menschen erleben und selten nimmt man sich dann auch die Zeit für Besinnung. Insofern ist das Zusammenkommen schon sehr wichtig und es ermöglicht auch einen Energieaustausch.

Ich freue mich, dass Du so schöne Erfahrungen in der Kirche machst. Vielleicht sollte ich auch mal wieder dort hingehen. Ich sitze gerade ganz alleine am Rechner und bin auf der Suche nach neuer Energie. Meine Familie schläft noch und ich habe den Frühstückstisch schon gedeckt. Bald werden sie kommen und ich kann die dritte Kerze anzünden. Bis dahin darf ich mich noch etwas besinnen. :blush:

Vielen Dank für deine Antwort
Manfred
13 Dez 2009 13:31 #7627 von Rita
Lieber Manfred,

ich bin katholisch erzogen und war als Kind "schwer" katholisch, mit allem Drum und Dran wie Kerzen tragen auf Prozessionen, einem kleinen Altar zu Hause usw..
Als ich erwachsen wurde, kamen bei mir die kritischen Fragen, weil ich manche Zusammenhänge der gepredigten Worte Gottes und des praktischen Lebens der Kirchenmenschen nicht verstand. Ich bekam nur dumme oder zurecht weisende Antworten und zog mich daraufhin aus der Amtskirche zurück. Ich war seit vielen Jahren in keiner Kirche mehr, es sei denn, um sie zu besichtigen. Trotzdem würde mich das von dir beschriebene Szenario der Schwulen, Lesben und Rocker in einer Kirche stören. Nicht weil sie Schwule, Lesben und Rocker sind, sondern weil mich ihr Verhalten in einer Kirche, in der es eher besinnlich zu geht, stören würde. Ich möchte ein solches Verhalten auch nicht im Theater oder auf einer Feier erleben. An solchen Orten passt es FÜR MICH einfach nicht. Ich setze mich ja auch nicht mit einer Schale Fritten und Currywurst in die Kirche oder ins Theater. Ich glaube nicht, dass wegen des Verhaltens dieser Leute die Toleranz oder Großmütigkeit der Priester oder Pfarrer gefragt ist. Sie können großes Verständnis für Menschen haben, die sich anders als die restliche Menschheit verhält, aber sie müssen das Verständnis nicht dokumentieren, in dem sie zulassen, dass in der Kirche jemand sein Unwesen auf dem Beichtstuhl treibt.
Für mich ist eine Kirche ein Ort, an dem ich geballte Energie spüre, die mir gut tut. Sie "schwebt" sozusagen im ganzen Kirchenraum und ist auch noch da, wenn die Menschen längst gegangen sind.

Lieben Gruß von
Rita
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