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Sterben vor dem Sterben = Leben

18 Sep 2012 08:58 - 18 Sep 2012 09:03 #18337 von nanabosho
Schwer, darauf zu antworten, Manfred,

denn mir scheint, es sei ein Prozess gewesen, eine Ablösung Stück für Stück. Als z. B. mein Haus "über den Jordan" ging (mit empfindlichen Verlusten übrigens), habe ich richtig getrauert; also da flossen Tränen. Danach aber war es schnell durch und es tut nicht mehr weh, wenn ich mal in meine "alte Gegend" fahre und aus Neugier sehe, was der neue Besitzer daraus gemacht hat. Mit der Frau war es schon schwieriger. Die Schuldgefühle zogen sich da schon eine Weile hin, Jahre sogar. Jetzt aber, wenn wir uns begegnen - und bei 3 Kindern, die groß sind und selber z. T. schon Familie haben, passiert das hin und wieder -, ist es wahnsinnig entspannt und locker. Finde ich angenehm; und ich freue mich auch über den neuen Partner, den sie hat.
Auf all das blicke ich jetzt schon manchmal, als sei es jemand anderem passiert und nicht mir. Sonst könnte ich wohl nicht so locker darüber schreiben. Wann aber das Loslassen angefangen und wann aufgehört hat, vermag ich nicht zu sagen.
Vielleicht begann es mit der heftigen Einsicht, dass ich nichts würde mehr (fest)halten k ö n n e n. Danach nahm es seinen Lauf. Angst hatte ich mächtig, vor allem Existenzangst, weil es eben richtig in die Tiefe ging. Meine wochen- und monatelangen Versuche damals, mein Denken in eine positive Richtung zu zwingen, machten alles noch schlimmer, weil ich durch das trotzdem eintretende Desaster auch das Vertrauen in meine mögliche Macht verlor, woran ich z. T. immer noch zu kauen habe. (Manchmal werde ich heute noch wütend, wenn mich jemand auffordert, ich solle doch nur "positiv denken"! Keiner dieser Prediger hat sich je die Mühe gemacht, sich in meine Lage zu versetzen...)
Was sich jetzt aufbaut, geschieht wie von selbst. Mit etwas Geduld manchmal, aber eben doch. Obwohl äußerlich gesehen noch nicht alle Altlasten beseitigt sind und ich jeden Tag hohe Risiken eingehe (verzichte seit längerem auf Hartz IV, weil ich das als weitere heftige Fessel empfand), um am Leben teilnehmen zu können, erlebe ich inzwischen so etwas wie Glück und empfinde Erfüllung, weit stärker als je vorher (als es mir materiell gut ging). Habe also zu guter Letzt auch noch die Reste an Sicherheitsdenken über Bord werfen müssen. Aber nur so löst sich die Angst tatsächlich auf... Und sogar der Fluss des Materiellen setzt wieder ein.

Herzliche Grüße,
Andreas
18 Sep 2012 10:55 #18338 von Manni
Herzlichen Dank Andi,

für das Bild, welches Du mir da von deiner Situation gegeben hast. Ich kann einiges davon auch bei mir erkennen.

So habe ich auf Harz IV verzichtet und schlage mich halt durchs Leben, weil ich eben doch noch nicht von allen materiellen Dingen loslassen kann. Von Haus und Hof habe auch mich mich schon getrennt, doch von Frau und Kinder mag ich mich nicht trennen. Auch an meinem Pferd hänge ich sehr. Und um hier noch meinen Beitrag leisten zu können, stehe ich halt immer wieder auf, so schwer wie das auch immer sein mag.

Leider werden die Schläge immer härter, die ich dabei einstecken muss, so als wolle man mich zur Aufgabe zwingen.

Na mal sehen, was dann passiert, wenn ich nicht mehr hoch komme.

LG Manni
Folgende Benutzer bedankten sich: nanabosho
19 Sep 2012 11:29 - 19 Sep 2012 11:35 #18343 von KeepOnSmiling

Mannimen schrieb: Na mal sehen, was dann passiert, wenn ich nicht mehr hoch komme.


Hallo Manfred,

zum diesem Thema "nicht mehr hochkommen" denke ich, dass Du dann eben "wirklich" (biologisch) tot bist.

Wann das Loslassen wirklich beginnt und endet, ist in der Tat schwer zu sagen. Ich sehe das so wie des Andreas geschildert hat - es ist ein Prozeß.

Allerdings kann ich ein weiteres Bild beisteuern: Den Nadir.
Der Nadir ist der tiefste denkbare Punkt. Also der Punkt, der dem Zenith gegenüber steht. Und wenn Du den erreicht hast (und nicht stirbst), dann bist Du frei!

Ein seltsames Gefühl: Du liegst endlos tief unter Wasser, erdrückt von den Massen und stirbst nicht. Du kannst zwar nicht mehr atmen... Du brauchst es aber nicht - jedenfalls stirbst Du nicht. Du stibrst einfach nicht.
Und während Du an diesem finstren Ort kauerst, keine Zeit und nichts wahrnimmst, außer der Tatsache, dass Du eben nicht stirbst, dann lässt Du los. Jedenfalls habe ich das getan.

Und wenn Du Dinge loslässt, dann fallen sie von Dir ab oder schweben, fliegen davon...
Nur wo sollen Sie hinfallen? Dinge fallen nach unten, also genau dahin, wo Du bist: am tiefsten Punkt. Alles liegt um Dich herum, wobei nicht genau klar ist, ob es liegt oder du liegst oder wo genau jetzt was und wie ist.
Du fängst an, das Licht zu suchen. Du kennst die Geschichten von dem Licht, wenn Menschen sterben...
Im Nadir, wenn Du nicht stirbst, ist aber kein Licht. Es ist finster - stockfinster. Eigentlich müsste es doch kalt sein... Aber Nichts hat eben keine Temperatur!

Und irgendwann, wenn Du vor lauter Denken nicht mehr Nichts tun oder sein kannst, dann hast Du das Unten, den Nadir satt. So eine Scheiße - nichts, einfach nichts, nicht mal Sterben!

Und dann irgendwann verwandelt sich Dein Magen in einen Fahrstuhl...
Dieses Gefühl, wenn Du mit dem Fahrstuhl ein paar Stockwerke tiefer fahren willst, es geht aber noch oben: Irritation! So scheiße, wie es mir geht, kann es doch nur weiter abwärts gehen? Nur leider nicht, wenn Du den Nadir erreicht hast.

Auf Dauer ziemlich nichtig da unten, das kann ich Dir sagen! Also wieder nach oben...
Und all das, was Du dann nach diesem Trip "da oben" im Licht noch in Dir findest, obwohl Du es "da unten" losgelassen hast... Das hast Du immer bei Dir, weil es in Dir ist!

KeepOnDying
:) lliKöhl
Folgende Benutzer bedankten sich: Schelm
19 Sep 2012 22:12 - 19 Sep 2012 22:13 #18345 von Manni
Wow Olli,

das klingt logisch.

Danke dir B)
Folgende Benutzer bedankten sich: KeepOnSmiling
Moderatoren: MartinYvonne