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Sterben vor dem Sterben = Leben

14 Sep 2012 05:47 #18306 von Manni
Momentan fällt mir dazu nur der Kampf um's Überleben ein, der vieler Orts wie eine Schlacht geführt wird. Auch ich kämpfe ihn nun schon viele Jahre sehr bewusst und frage mich, WARUM.

All die Anforderungen die ich mir selbst gestellt habe und die von anderen Menschen an mich gestellt werden, geben mir keine Gelegenheit mehr zu sterben. Ich bin längst gestorben, weil ich nicht mehr lebe. Insofern muss ich mich dann auch nicht mehr fürchten, vor dem Ablegen meines Körpers. Er war ohnehin nur ausgeliehen.

Viel schlimmer finde ich die Erkenntnis, das Leben mit all seinen schönen Facetten aufgegeben zu haben. Würde ich daran wieder Freude finden, möchte ich bestimmt nicht mehr sterben.

Zumindest ist das meine momentane Schwingung damit und ich versuche das anzunehmen und mich dem zu öffnen, also von allen bestehenden Zwängen wieder los zu lassen. Doch es gelingt mir nicht, weil ich all die anderen Seelen um mich rum nicht im Stich lassen möchte. Aber ich müsste mich mehr lieben als sie, damit ich loslassen kann. Doch das will mir nicht gelingen.

Insofern bin ich schon gestorben vor dem Tot.
Folgende Benutzer bedankten sich: nanabosho
15 Sep 2012 10:29 #18317 von Richard179
Noch eine Anregung von Echkart Tolle:

Alles, was ist oder geschieht, ist die Form, die das Jetzt annimmt. Solange du dagegen innerlich Widerstand leistest, bildet die Form, das heißt die Welt, ein unüberwindliches Hindernis, das dich von dem trennt, was du jenseits der Form bist, vom formlosen einen Leben, das du bist.

Wenn du innerlich Ja sagst zu der Form, die das Jetzt gerade annimmt, wird eben diese Form ein Tor zum Formlosen. Dann ist die Trennung zwischen der Welt und Gott aufgehoben.

Nur wer sich gegen das sträubt, was geschieht, ist dem Geschehen ausgeliefert, und dann entscheidet die Welt über dein Glück oder Unglück.

Alles Liebe,
Richard
Folgende Benutzer bedankten sich: Marlene, nanabosho
16 Sep 2012 08:04 #18319 von nanabosho

Mannimen schrieb:
Insofern bin ich schon gestorben vor dem Tot.


Das bist Du, wenn ich Dich recht verstehe, nicht, Mannimen!
Ich kenne das sehr gut, was Du beschreibst. Doch ein Tod im Vollsinn wäre ein Loslassen von a l l e m in Deiner Umgebung, allen Menschen, allen Dingen. Wäre Dein Körper ganz und gar tot, könnte er für niemanden und nichts mehr weiterfunktionieren. Und wenn die Seele dann immer noch nicht loslassen wollte, würde sie erkennen müssen, dass sie auf der Erde nirgends mehr wirklich eingreifen kann.
TOD heißt tatsächlich: alles derzeit noch Bestehende hinter sich lassen. Sich nicht mehr darum kümmern. Im Blick auf die Angehörigen sozusagen ist der Tod eine extrem "egoistische" Handlung, und deshalb sind wir glücklich darüber, dass wir ihn in Passivität erleben, so als würde er uns geschehen und nicht, als ob wir ihn herbeigerufen hätten (obwohl es auf der unbewussten Ebene bestimmt so geschieht).
So ist er nämlich tatsächlich das Tor zu einem neuen Leben. Denn niemand kann zu neuen Ufern vordringen, ohne die alten zu verlassen (André Gide). Sobald das Alte ganz losgelassen ist, ordnet sich das LEBEN neu. Habe ich jedenfalls so erlebt und erlebe es noch.
Die Haltung, die Du beschreibst und die mich über viele Jahre beherrschte, würde ich jetzt eher als "Resignation" bezeichnen.
Auf Grund meiner Erziehung war mir lange Zeit nicht klar, dass ich aus Pflichtgefühl funktionierte anstatt aus Liebe zu handeln. Und aus diesem Pflichtgefühl resultierte das Bewusstsein, verantwortlich für alle und jeden um mich her zu sein. Daraus bezog ich ein gewisses Maß an Anerkennung, aber eben nur ein gewisses Maß. Und was ich selbst gern gelebt hätte, habe ich ganz tief in mir drin versteckt. Und so wurde der Kampf, all das bis zuletzt nach Möglichkeit durchzuhalten, immer härter. Denn der Mensch braucht ständig mehr und mehr Kraft, um gegen das eigene Gefühl, den eigenen Drang zu leben, anzugehen. Selbstverständlich habe ich allein schon die Idee, ich könnte etwas für mich selbst wollen - was die Menschen um mich her vielleicht befremdet hätte -, als Egoismus bezeichnet. Und da ich selbst nicht in der Lage war, eine Entscheidung zu treffen (weil ich mich davor fürchtete, irgendjemanden damit zu verletzen, denn ich war - und bin - harmoniebedürftig bis dahinaus), tat es das Leben. Es schlug mir alle Verantwortungen und Pflichten regelrecht aus der Hand. Nahm mir dann alles weg, mit einem Schlage. Und als nichts mehr zu retten war, ließ ich los. Immer noch langsam und voller Schuldgefühle. Aber es ging nicht anders.
Einige Jahre blieb ich im Tal und meinte, es geschehe mir recht. Doch dann geschahen Dinge, die mich wieder aufrichteten, so dass ich mich vorsichtig ins Leben hineintaste, das nun spannender und spannender wird und mir so leuchtet wie noch nie zuvor. Jetzt erst stelle ich Stück für Stück fest, was ich selbst wirklich will... - Es ist unbeschreiblich schön, einfach nur zu fühlen und diesem Gefühl zu folgen, obwohl mich irgendeine Stimme zu warnen versucht, dass alles planlos und chaotisch ist und nirgendwohin führen wird. Vielleicht spielt es kaum noch eine Rolle, wohin es führt. Manchmal denke ich, die Seele wird es schon wissen und mich dahin bringen, wo ich glücklich bin (bin es sowieso immer öfter, ohne dass etwas Besonderes passiert). - Es gibt Leute, so will mir scheinen, die haben einen Plan - fast wie der alte Egon aus der "Olsenbande" - und erschaffen sich ihr Leben so, wie sie es sich vorstellen. So etwas funktioniert bei mir höchstens bruchstückhaft, und es ist möglich, dass ich vor allem den Krampf vermeiden will, der einmal mein Leben beherrschte. Als ich glaubte, alles so hinzukriegen, wie ich es wollte (vom Kopf her).
Deshalb fürchte ich mich vor dem "zu starken Wollen". Lasse lieber geschehen, das macht mich glücklicher. Denn es geschehen mehr Dinge, die mir angenehm sind als unangenehme. Ganz automatisch, da brauche ich gar nichts zu tun oder zu denken. Nicht, dass ich das Leben jetzt verstünde! Aber wenn ich den Kampf nicht aufgebe, zerreißt es mich, das weiß ich.

Keine Ahnung, ob Dir das hilft, Mannimen. Ich äußere mich ungern in Gemeinplätzen. Alles, was ich schreibe, hat mit mir selber zu tun; und ich musste nun einfach ein paar Sätze hier einstellen, weil ich das, was Du beschriebst, so s e h r gut kenne.

Herzliche Grüße,
nanabosho
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17 Sep 2012 06:52 - 17 Sep 2012 06:54 #18330 von Manni
Danke nanabosho,

es tut gut zu wissen, dass man damit nicht so ganz alleine dasteht.

Um mich rum passieren ja ähnliche Dinge, die mir das auch bestätigen, dass ich in diesem Sinne nicht tot bin.

Eine Kollegin von mir durchlief auch ein sehr tiefes Tal (private Insolvenz) und hat von allem loslassen müssen, was ihr lieb und heilig war. Nun ist sie wieder da und hat sich dadurch auch stark verändert.

Und ein naher Verwandter liegt schon seit Jahren im Sterben (Krebs). Er wird jetzt 50 und wünscht sich ein Fahrrad obwohl er damit wohl nicht mehr fahren kann (sitzt im Rollstuhl). Auch er hält trotz all der vorhandenen Schwierigkeiten am Leben fest. Ich könnte mir daran ein Beispiel nehmen.

Doch ich möchte lieber loslassen und wäre froh, wenn all die Plackerei ein Ende hätte. Nur das hat sie dann eben auch nicht und diese Gewissheit hindert mich daran loszulassen. Vermutlich werde ich das auch erst können, wenn ich ganz unten im Tal angekommen bin und dann völlig erstaunt sein, welche Wege sich urplötzlich für mich auftun, an die ich zur Zeit nicht zu denken vermag.

Liebe Grüße
Manfred
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17 Sep 2012 07:51 #18332 von nanabosho

Mannimen schrieb: Vermutlich werde ich das auch erst können, wenn ich ganz unten im Tal angekommen bin und dann völlig erstaunt sein, welche Wege sich urplötzlich für mich auftun, an die ich zur Zeit nicht zu denken vermag.


Nun, Manfred,

dass es mir so ging, muss nicht zwangsläufig Deinen Weg ebenso bestimmen. Doch was Du schreibst, klingt so, als wüsste etwas in Dir schon, wie es weitergeht. Und eines kann ich Dir schon mal versprechen: Die Angst vor der "Talsohle" ist extrem viel schlimmer als das Erleben der Talsohle. Das nämlich ist meistens schon die halbe Befreiung, wenn nicht die ganze.

Herzliche Grüße,
Andreas
17 Sep 2012 11:40 #18334 von Manni
Hi Andreas,

wann kam denn bei dir so das Loslassen können?

LG Manni
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