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Warum, Was und Wie Arbeiten...???

14 Feb 2013 08:36 #19011 von KeepOnSmiling
Liebe Community,

gerade habe ich die Diskussion im Beitrag Überwachung am Arbeitsplatz verfolgt.

Gerade der Beitrag von Jeliel hat mich sehr nachdenklich gemacht; sie hat mir in großen Teilen aus der Seele gesprochen.

Da mir selbst gerade die Worte fehlen, mache ich einfach mal mit ein paar Fragen eine neue Diskussion auf:
  • Warum Arbeiten wir eigentlich?
  • Was ist Arbeit und warum erhalte ich Geld dafür?
  • Muss ich 40, 50 oder 60 Stunden arbeiten - oder vielleicht 10, 20 oder 30 Stunden?
  • Brauche ich überhaupt regelmäßige Arbeitszeiten und dementsprechend auch regelmäßige Pausen?
  • Was ist der Unterschied zwischen Arbeit und Hobby - zwischen Job und Beruf?
  • Arbeiten Arbeitslose gar nicht? Wenn ja, was machen die dann den ganzen Tag?
  • Brauche ich Arbeit für mich, für andere oder für was oder wen?
  • Finde ich Erfüllung (nur) wenn ich Arbeite?
  • Schließen sich Arbeit und Selbstverwirklichung aus oder bedingen sie einander?
  • Warum muss ich irgendwann aufhören zu arbeiten?
  • Muss ich irgendwann in Rente oder darf ich weiterarbeiten?

Auf die Fragen hab ich ja irgendwie eigentlich schon so etwas wie ein Antwort, denke ich...
Und mit all meinen Antworten fühle ich mich nicht so ganz wohl!

Ich freue mich auf Eure Gedanken, Fragen und Erfahrungen...

KeepOnSmiling
OlliKöhl
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14 Feb 2013 10:04 #19013 von Jeliel
Hallo OlliKöhl und alle anderen,

ich danke dir für das Erstellen dieses Themas! Passt ja auch gut zur Diskussion "Überwachung am Arbeitsplatz".

Bei mir ist es so, dass ich grundsätzlich schon immer gegen Regeln und Gesetze waren. Nicht gegen alle. Aber irgendwie schon aus Prinzip gegen Regeln und Gesetze, da ich nicht begreife, warum der Mensch soetwas überhaupt braucht. Wenn alle "anständig" wären, bräuchten wir das jedenfalls nicht. Aber dem ist ja nicht so. Ich habe daher ein Grundproblem mit Menschen und mit der Gesellschaft (und der Welt, also alle Regierungen, alle Gesetze, Religionen und Kapitalismus und andere Staatsformen).

Und das ist auch der Punkt. Der Kapitalismus. Irgendwann mal vom Menschen eingeführt stellt er, der Mensch, fest (und das schon lange), dass es vielleicht doch keine so gute Idee war. Gemeint ist nicht mal das Geldsystem, sondern die Art, wie es funktioniert und das viele, zu viele, Menschen nach wie vor (das werden sie wohl "ewig") nach noch mehr Gütern, Produkten, Waren, Dienstleistungen, Macht usw. gieren (werden) und dass der Mensch gleichzeitig dem nicht hinterherkommt/hinterherarbeiten kann. Das geht einfach gar nicht. Der Mensch führte irgendwann vor unzähligen Jahren auch noch das Zeitsystem ein. Arbeiten nach Zeit. Auf Zeit. Immer mit Druck. Immer gestresst. Alles MUSS.

Dabei ist das Quatsch. Nichts muss. Ausgenommen Berufe, in denen es um Leben und Tod geht. Und in der Lebensmittelproduktion und -industrie sollte auch auf Vieles geachtet werden, genau wie in der Medizin etc. Aber in vielen "Büroberufen" könnte man vieles anders machen.
Den Druck nehmen. Ich merke hierbei nur an, da es sonst zu weit führen würde, dass natürlich ausgeglichenere Menschen weniger krank werden würden und daher das Gesundheitssystem auch entlasteter wäre. Aber das ist Utopie, es wird niemals geschehen, weil unser System ist, wie es ist. Und weil wir gar nicht ausgeglichen sein können, finde ich. Es gibt zu viele Menschen auf dem Planeten, als dass sich jeder ein schönes Fleckchen Erde in der Natur (wo gibt es denn bitte noch Natur, in die der Mensch noch kein bisschen eingegriffen hat?!) suchen und sich dort erhohlen könnte. Und ich spinn den Faden mal weiter. Ich z.B. würde mich "ewig" ausruhen wollen, in wunderschöner Umgebung und Ruhe. Ich würde das Leben dann einfach genießen, nach Muße leben und nach den Jahreszeiten usw. Natürlich hätte mein Leben weiterhin keinen größeren Sinn, aber ich würde gemächlicher leben können. Könnte Freunde und Familie treffen. Unternehmungen anstellen, oder auch nicht. Es wäre vielleicht alles friedlicher. Und dann? Für wie lange? Was mache ich dann? Ich lebe einfach in die Tage hinein. Kümmere mich vielleicht um Nahrung und Tiere. Oder passe auf Kinder auf, spiele mit ihnen. Musiziere. Lese. Lese vor. Backe Kuchen und koche.
???

Das erinnert mich gerade ans Mittelalter und die vielen Jahre danach. Was haben die Menschen seit jeher gemacht? Sie haben sich die Zeit mit IRGENDWAS vertrieben. Nahrung, Kleidung, Wohnung, Gesundheit und Nachwuchs. Wenn für das alles gesorgt ist - WAS DANN? Wie die Indianer um ein Feuer sitzen und Geschichten erzählen, bis nichts mehr zu Erzählen ist? Wobei - ich glaube, das dauert lange, wenn jeder etwas erzählt, denn jeder hat etwas zu erzählen. Feste feiern - wozu?

Und wieder komme ich zu dem Punkt: Alles ist sinnlos. Versteht ihr langsam, wie ich das meine?

Selbst in der Natur. Es ist alles ein ewiger Kreislauf. Aber zu keinem höheren Zweck. Mit keinem tieferen Sinn. Es ist einfach so, weil es so ist. Und verändert sich (minimal oder auch auffällig) im Laufe der Zeit. Es geht nur ums Überleben, um Nahrung, um Verteidigung, Anpassung, Fortpflanzung und Tod.

Mir reicht das nicht. Euch sicher auch nicht. Aber wir können nichts dagegen tun. Vielleicht reicht es uns ja doch. Vielleicht heute noch nicht, aber später?

Um aufs Arbeiten zurückzukommen und OlliKöhls Fragen diesbezüglich zu beantworten (ich beantworte sie nacheinander, so wie sie gestellt wurden; es sind "nur" meine Ansichten):

Wir "von heute" wurden in das System hineingeboren. Wir können also nichts dafür, wir haben uns das nicht ausgedacht. Daher ist es wohl nicht so einfach, dem Warum auf die Spur zu kommen. Vor allem, wenn so viele Menschen mitwirk(t)en. Wie entwickelte sich das überhaupt - das "Ding" "Arbeit" (so, wie wir es heute kennen)(ich habe keine Antworten auf die ersten zwei Fragen)?

Ich bin dafür, dass niemand irgendetwas MUSS. Wenn, dann sieht er die Notwendigkeit, etwas zu tun und macht es dann gerne. Und um in irgendeiner Form "Anerkennung" oder eine Art Lohn zu bekommen. Ich finde, jeder sollte nur ein paar Stunden pro Tag arbeiten. Da reichen maximal vier Stunden aus. Bis 8 oder 9 Uhr schlafen, frühstücken, ein paar Stunden arbeiten gehen und zum Mittag Pause machen. Und dann hat man ab 15 Uhr Zeit, andere Dinge zu machen.

Aber in manchen Berufszweigen ist soetwas nicht möglich. Oder doch?
Ich würde ja auch das Schulsystem komplett umstellen bzw. verändern...

Ich persönlich brauche keine geregelten Arbeitszeiten. Ich würde gerne kommen und gehen, wann ich will. Auf Pausen lege ich großen Wert.

Arbeit ist für mich etwas, das ich nicht mit dem Herzblut betreibe wie mein Hobby, nämlich die Musik. Das bedeutet nicht, dass Arbeiten für mich anstrengend ist oder sein muss. Sie kann mir ebenso Spaß machen und meinen kreativen Geist anregen usw. Aber es ist eben doch etwas anderes, wenn man z.B. in der Dienstleistungsbranche ist und daher stets (!) höflich, freundlich, bestimmt, selbstbewusst, sicher, kompetent und mit einem Lächeln auf dem Lippen präsent sein MUSS, auch wenn man gar nicht will. Auch wenn mich keiner zwingt, zu lächeln etc., mach ich es doch reflexartig von selbst! Es sitzt eben alles so tief, schon seit Kindestagen an. Aber die Kundinnen und Kunden können ja nichts dafür und so nimmt die Gedankenkette ihren Lauf... (ich hoffe, ihr könnt mir folgen?!)

Vieles kann man nicht pauschalisieren bzw. in die eine Schublade und das andere in die Schublade stecken. Viele Arbeitslose, die gar nicht arbeiten gehen, machen wohl genau das, was ich oben beschrieben habe: schlafen, essen, ein bisschen Haushalt (oder auch nicht, denn wozu? Es sieht eh keiner, außer ich selbst und solange ich mich noch nicht vor dem Schmutz ekel, ist es ja noch in Ordnung. Außerdem hab ich keine Lust. Ich will TV gucken, Computer spielen, im Internet surfen, bei sozialen Netzwerken online sein und dort posten, dass ich mir gestern die Haare mal wieder neu gefärbt habe, das mache ich ja wöchentlich, denn dafür hab ich Geld. Ich muss doch gut aussehen. Morgen geh ich wieder zur Maniküre...), TV gucken, Internet/PC, Körperpflege (bei Frauen vorzugsweise nur die Fingernägel und Haare, alles andere ist mehr oder weniger egal), Kinderbetreuung und soziale Kontakte persönlich pflegen. Arbeitslose, die arbeiten gehen (z.B. ein Nebenjob auf 400€-Basis), gehen eben ein paar Stunden in der Woche nebenbei arbeiten.

Aber was soll man großartig auch schon, wie gesagt, machen? Ab und an mal ein bisschen Kultur. Kino, Lesebühnen, Poetry Slams, Satire, Kabarett, Comedy (ich persönlich finde ja kaum noch etwas lustig...), mal schwimmen gehen, etwas Sport machen, wandern gehen, tanzen gehen, essen gehen.

Manche gehen arbeiten, weil ihnen ihr Beruf Spaß macht, sie völlig aufgehen in dem, was sie tun und anderen helfen können und dadurch einen Beitrag für die Gesellschaft leisten. Viele sind auch tatsächlich für das, was sie tun, berufen. Es liegt ihnen im Blut, sie haben das Talent. Daher gehen diese Menschen wohl eher anders mit diesem Thema um, als andere. Irgendwie muss das Rad ja auch laufen. Wenn ich irgendwohin gehe, zum Einkaufen, dann möchte ich mich ja eigentlich auch darauf verlassen, dass alles gut funktioniert. Ich möchte einen reibungslosen Ablauf. Ohne viel Trara. Ich schaue mir z.B. Schuhe an, lasse mich ggf. beraten und kaufe sie dann oder entscheide mich dagegen und verlasse den Laden wieder. Ich habe etwas davon, und das Personal auch. Andersherum ist es ja in der Bibliothek genauso. Da bin ich Personal und helfe weiter, wo ich helfen kann. Und derhenige, der z.B. etwas für einen Schulaufsatz sucht, ist zufrieden. Jeder leistet ja einen gewissen Teil für die Gesellschaft bei, einfach in Form von Dienstleistungen, sei es nun im beruflichen oder im privaten Bereich - es ist ja überall und fast immer da.
Aber was ist mit den Leuten, die anderen nur auf der Tasche liegen und/oder die nichts für die Gesellschaft beitragen, wie z.B. "Penner" und Obdachlose?
Und Arbeitslose?

Und warum muss eigentlich immer etwas in den Topf reingekippt werden (Beitrag für die Gesellschaft, auch in Form von Geld)?
Wir sind einfach zu viele Menschen... auf einem viel zu engen Raum. Wenn es weniger gäbe, und kleinere Gemeinden und Dörfer, dann würde Vieles anders laufen. Wir würden besser zusammenhalten usw. (Stichwort Solidarität)... Oder?

Viele finden in der Tätigkeit, der sie nachgehen, sicherlich alles - aber keine Erfüllung. Wiederrum andere gehen wie gesagt richtig darin auf und erleben tatsächlich Erfüllung. Es ist also immer von vielen Faktoren abhängig, subjektiv und unterschiedlich. Denn jeder Mensch ist ja auch anders in seinem Denken, Fühlen und Handeln.
Oder?
Ich finde Erfüllung in vielen anderen Dingen, die nichts mit der Arbeit zu tun haben. Das kann ein tolles Frühstück sein, ein schöner Spaziergang zu zweit... Verweilen in schönen, angenehmen Momenten - das ist Erfüllung für mich. Wenn ich sie auskosten und genießen kann. Mit meinen Liebsten. Aber soetwas geht auf Arbeit nicht wirklich.

Schließen sich Arbeit und Selbstverwirklichung aus oder bedingen sie einander?


Diese Frage schiebe ich mal nach hinten, da ich sie im Moment als philosophisch betrachte und daher gern noch etwas darüber nachdenken würde.

Das System hat ja viele Regeln und Gesetze. Beinahe alles ist vertraglich festgelegt (Bürokratie lässt grüßen), daher ist die "Arbeitszeit" begrenzt, auch nach Alter. An sich heißt das ja eigentlich nicht, dass man aufhören muss zu arbeiten. Wenn man sich noch gesundheitlich dazu in der Lage fühlt, annehmbare Arbeiten zu erledigen - warum nicht? Es würde einen nur kaum noch jemand einstellen. Und wenn dann für wenig bis gar keine Bezahlung, oder man könnte sich ehrenamtlich engagieren. Bis der Körper oder/und der Geist wirklich nicht mehr mitmachen.

Mit der letzten Frage kenne ich mich nicht so gut aus, daher belass ich es erstmal bei dem, was ich geschrieben habe. Reicht erstmal für heute. ;)

An OlliKöhl: Warum fühlst du dich mit all deinen Antworten nicht wohl? Welche meinst du genau? Wie ist denn das Gefühl, kannst es du beschreiben?

Ich danke für die Aufmerksamkeit, und grüße euch.

Jule
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14 Feb 2013 19:08 - 14 Feb 2013 19:58 #19014 von Batory
Hallo an alle,

Ein interessantes und sehr zeitgemäßes Thema.

Zuerst möchte ich gerne OlliKöhl´s Fragen in der Reihenfolge nach beantworten, kurz und knapp, so wie ich sie empfinde. Danach werde ich noch ein paar Gedankenansätze zu Jule´s Post beisetzen.

Warum Arbeiten wir eigentlich?


Ganz einfach und unspektakulär: um unseren Lebensunterhalt zu finanzieren, uns ab und an einmal ein paar schöne Dinge leisten zu können und Freiraum für Freizeitaktivitäten und Hobbys zu haben.

Was ist Arbeit und warum erhalte ich Geld dafür?


Arbeit heißt, dass ich eine bestimmte Anzahl an Stunden des Tages an einer angemeldeten Arbeitsstelle (oder in meinem eigenen Gewerbe) verbringe und für meine aufgebrachten Leistungen einen Tausch eingehe (Dienstleistung für Andere gegen Geld).

Muss ich 40, 50 oder 60 Stunden arbeiten - oder vielleicht 10, 20 oder 30 Stunden?


Müssen tun wir erstmal gar nichts. Das hängt ganz allein davon ab, wie viel man in seinem Job verdient. Aber ein Alleinstehender wird wohl eher seine 40 Std/Woche hinter sich bringen müssen, um über die Runden zu kommen, als zB. eine Hausfrau, die aufgrund ihres Kleinkindes nur auf 400 € Basis oder Teilzeit ein paar Stunden in der Woche arbeiten kann (wenn sie es denn überhaupt nötig hat, denn einige haben auch das Glück Ehemänner zu haben, die so viel verdienen, dass es locker für die ganze Familie reicht).

Brauche ich überhaupt regelmäßige Arbeitszeiten und dementsprechend auch regelmäßige Pausen?


Manch einer braucht es wohl, weil er ohne Druck nicht arbeiten kann. Da ist Struktur schon von Vorteil. Für die Freidenker von uns ist das wohl eher nicht der Fall, weil sie sich schnell von äußeren Rahmenbedingungen wie eingezwängt fühlen.

Was ist der Unterschied zwischen Arbeit und Hobby - zwischen Job und Beruf?


Na, ich würde in erster Linie einmal sagen, dass ich für mein Hobby normalerweise nicht bezahlt werde, dafür aber für meine Arbeit. Aber wenn man schlau ist und dazu noch Glück hat, dann kann man ja auch sein Hobby zum Beruf machen und damit Geld verdienen :)

Arbeiten Arbeitslose gar nicht? Wenn ja, was machen die dann den ganzen Tag?


Da ich selbst einmal eine Zeit arbeitslos war, kann ich schon sagen, dass meine Zeit damals nicht nur aus "Beine hochlegen" bestand. Ganz im Gegenteil, ich fand es ganz schön stressig. Jeden Tag Bewerbungen schreiben. Mehrmals die Woche Vorstellungsgespräche. Das Amt hat einen ja auch nie in Ruhe gelassen und ich musste meist jede Woche wegen irgendwelchen Falschberechnungen meines ALG II hin und habe dort Stunden verbracht. Auch mit anderen Behörden musste ich mich wegen meiner Arbeitslosigkeit auseinandersetzen, was mich viel Nerven kostete. Und dann musste ich mich auch immer rechtfertigen, warum ich denn nicht arbeiten gehe und das ich es doch ach so gut hätte, vom Staat leben zu können bla bla...also ehrlich, diese Vorurteile gingen mir einfach gegen den Strich, gerade, weil ich mich ja einfach verwirklichen wollte und die Zeit zum orientieren brauchte.

Brauche ich Arbeit für mich, für andere oder für was oder wen?


Nunja, ich denke, die meisten Menschen fühlen sich mit einem Job einfach wertvoller und anerkannter von der Gesellschaft. Es wird ihnen von Kindheit an eingeredet (und das nachmittagliche Harz4-Programm im Fernsehen zeigt es ebenfalls), dass man wohl nicht mehr richtig Teil der Allgemeinheit ist, wenn man keiner Erwerbsfähigkeit nachgeht.

Finde ich Erfüllung (nur) wenn ich Arbeite?


Siehe Frage darüber. Ich glaube, die meisten Menschen sehen es so.

Schließen sich Arbeit und Selbstverwirklichung aus oder bedingen sie einander


Ich denke, die Arbeit ist produktiver und geht leichter von der Hand, wenn sie Spaß macht und einem einen Sinn bringt.

Warum muss ich irgendwann aufhören zu arbeiten?


Muss ich doch gar nicht ;)

Muss ich irgendwann in Rente oder darf ich weiterarbeiten?


Soweit ich weiß, gibt es in bestimmten Branchen gewisse Altersbegrenzungen, nach denen dann nicht mehr weiterpraktiziert werden darf. Das heißt aber nicht, dass sich der Pensionierte dann aber nicht nach einer anderen Arbeiststelle umsehen darf - solange er noch genommen wird.
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14 Feb 2013 19:55 #19015 von Batory
Ok, und nun zu Jule´s Beitrag:

Bei mir ist es so, dass ich grundsätzlich schon immer gegen Regeln und Gesetze waren. Nicht gegen alle. Aber irgendwie schon aus Prinzip gegen Regeln und Gesetze, da ich nicht begreife, warum der Mensch soetwas überhaupt braucht. Wenn alle "anständig" wären, bräuchten wir das jedenfalls nicht. Aber dem ist ja nicht so. Ich habe daher ein Grundproblem mit Menschen und mit der Gesellschaft (und der Welt, also alle Regierungen, alle Gesetze, Religionen und Kapitalismus und andere Staatsformen).


Aber Regeln und Gesetze können dir auch viel Gutes bringen. In einer anarchistischen Politform würde ich zB, überhaupt nicht leben wollen bzw. überleben können. Es hat schon einen imensen Vorteil, dass dich ein Gesetz davor schützt, auf offener Straße legal erschossen zu werden. Du hast Meinungsfreiheit und dein Eigentum darf dir auch keiner so mir nichts dir nichts wegnehmen etc. Ich bin froh, in einem so friedlichen Land wie Deutschland zu leben und zB. nicht in Afghanistan oder in Sierra Leone.
Warum nutzt du denn nicht deine eigene Macht aus? Du kannst jede Regel und auch jeder Hierarchie zu deinem Vorteil benutzen und dir in deinem Leben deine eigenen Gesetze erschaffen, die du dann wenigstens in deinem privaten und gesellschaftlichen Bereich anwenden kannst. Jeder Mensch kann in seinem eigenen Mikrokosmos sein "Königreich" regieren und gleichzeitig mit der Welt außer ihm interagieren.

Und ich spinn den Faden mal weiter. Ich z.B. würde mich "ewig" ausruhen wollen, in wunderschöner Umgebung und Ruhe. Ich würde das Leben dann einfach genießen, nach Muße leben und nach den Jahreszeiten usw. Natürlich hätte mein Leben weiterhin keinen größeren Sinn, aber ich würde gemächlicher leben können. Könnte Freunde und Familie treffen. Unternehmungen anstellen, oder auch nicht. Es wäre vielleicht alles friedlicher. Und dann? Für wie lange? Was mache ich dann? Ich lebe einfach in die Tage hinein. Kümmere mich vielleicht um Nahrung und Tiere. Oder passe auf Kinder auf, spiele mit ihnen. Musiziere. Lese. Lese vor. Backe Kuchen und koche.


Das ist ja schonmal eine schöne Vorstellung. Aber auch dein Häusschen in der Natur, die Freizeitaktivitäten, der Besuch bei Freunden und Familienmitgliedern (vielleicht ist ein Auto von Nöten, um zu ihnen zu gelangen, was nur die wenigsten abschaffen wollen würden, weil es bequemer ist aber ohne Arbeit eben auch nicht mehr zu bezahlen wäre), die Bücher, Musikinstrumente, Nahrung, Kosmetika, Genussmittel, Arztbesuche, ab und an mal schöne Kleidung oder ein Reise muss von irgendwas finanziert werden. Es sei denn, du würdest aus vollem Herzen sagen, dass es dir wirklich egal wäre, aus deinem jetzigen Lebensstandard auszusteigen und du komplett auf Luxus verzichten magst. Meiner Erfahrung nach sind dazu die wenigsten im Endeffekt in der Lage. Es wird zwar immer über die Gesellschaft gemeckert und die Menschen sehnen sich nach einem Ausstieg in Abgeschiedenheit zur Natur, aber auf warmes Wasser, Strom, und gewisse Luxusgüter wollen und können sie trotzdem nicht verzichten.

Selbst in der Natur. Es ist alles ein ewiger Kreislauf. Aber zu keinem höheren Zweck. Mit keinem tieferen Sinn. Es ist einfach so, weil es so ist. Und verändert sich (minimal oder auch auffällig) im Laufe der Zeit. Es geht nur ums Überleben, um Nahrung, um Verteidigung, Anpassung, Fortpflanzung und Tod.

Mir reicht das nicht. Euch sicher auch nicht. Aber wir können nichts dagegen tun. Vielleicht reicht es uns ja doch. Vielleicht heute noch nicht, aber später?


Ich weiß nicht, was denn an den Kreislauf der Natur so schlimm sein soll? Warum sollen wir denn bitte Depressionen bekommen, nur weil etwas nicht irgendeinem höheren Zweck dient? Es ist doch alles gut so wie es ist. Die Natur ist so komplex, da können wir Menschen gar nicht mithalten. Und sie ist hart und gerecht. Neues kommt und Altes vergeht. Meine ehrliche Meinung? Mir reicht das. Ich finde es völlig passend, dass es nur "ums Überleben, um Nahrung, um Verteidigung, Anpassung, Fortpflanzung und Tod" geht. Weswegen will der Mensch in allem immer einen höheren Sinn sehen?

Aber was ist mit den Leuten, die anderen nur auf der Tasche liegen und/oder die nichts für die Gesellschaft beitragen, wie z.B. "Penner" und Obdachlose?


Eigentlich sind sogenannte Obdachlose noch die sozialsten Menschen, denn sie beziehen keine Arbeitslosenhilfe oder sonstige Gelder vom Staat (sonst wären sie ja nicht obdachlos) :lol:
Also auf der Tasche können sie dir schonmal nicht liegen.
Aber eigentlich verstehe ich auch gar nicht, warum es sie in Deutschland überhaupt gibt, denn jeder hat hier das Recht auf eine bezahlte Wohnung, eine angemessene Krankenversicherung und Lebensmittel, wenn er sich beim Jobcenter anmeldet. Aber diese Leute haben schon ganz mit ihrem Leben abgeschlossen - und wollen das auch gar nicht mehr. Sie haben sich entschieden auszusteigen, aber meist aus perfideren Gründen und das wäre wohl ein Thema, was wir eventuell mal an einer anderen Stelle diskutieren könnten.

So, das waren meine Gedanken erstmal zu euren Fragen und Aussagen.
Ich verabschiede mich von heute.

LG Batory
14 Feb 2013 20:30 #19017 von Karu
Guten Abend an alle!:)

Auch ich möchte meine Meinung zu einem Teil vo OlliKöhl´s Fragen kund tun.

1) Finde ich Erfüllung (nur) wenn ich Arbeite?
Also ich finde in meiner Arbeit schon auch Erfüllung, aber nicht nur in meiner Arbeit. Ich arbeite im Sozialvers.-system, habe Gleitzeit und gehe nur halbtags (Kleinkind)arbeiten. Meine Arbeit hat viel mit Verständnis für Menschen zu tun, vorallem Kranke. Wenn ich helfen kann (gelingt auch nicht immer, das Paragraphensystem für den Kunden passend zumachen ) erfüllt mich das schon mit einem guten Gefühl. Und wenn ich dann auch noch angemessen bezahlt werde, ist es noch schöner Mittel zur Verfügung zu haben, um mich in meiner Freizeit zu verwirklichen.

2)Schließen sich Arbeit und Selbstverwirklichung aus oder bedingen sie einander?
Bei mir schließt meine Arbeit meine Selbstverwirklichung auf keinen Fall aus. Ich arbeite eng mit Kunden, und bin oft ein ganz kleiner Seelenklempner, und eine meiner Interessen gilt der Psychologie. Auch schwierige Leute finde ich nicht schlimm, da ich an diesen nicht einfachen Situation nur wachsen und reifen kann.

LG Karu


"Man sieht nur mit dem Herzen gut"
15 Feb 2013 06:46 #19019 von Sillisunshine
Hallo Zusammen

Auch von mir einen Einwurf!

Was wäre wenn:

......, das System einfach nur kollabiert, weil niemand mehr mitmacht?

......, wenn keine Energiereserven mehr vorhanden sind (peak Oil), kein Auto mehr fährt, kein Strom mehr zu erzeugen wäre, keine Wärme unsere Wohnungen mehr versorgen würde, kein Wasser mehr durch die Leitung fließt........?
....., wenn alles im Chaos versinkt?
....., wenn man/ich nur noch 6 Monate zu leben habe?

Gehen wir dann eigentlich weiterhin brav zur Arbeit um das System aufrecht zu erhalten?
Sind wir wirklich ein Ameisenstaat?
Ich denke, dass wir alle nicht so richtig weit von dem Chaos entfernt sind.
Uns wird nur suggeriert, dass es unendlich so weitergehen kann in Sicherheits- und in der Bequemzone........wir werden von außen manipuliert und das funktioniert hervorragend.
Sorry aber ich schließe mich von der Maschinerie nicht aus, doch langsam beginne ich zu begreifen und suche Händeringend nach einem anderen Weg (Ausweg-Ausstieg).
Bisher bin ich aber noch nicht angekommen.:pinch:
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