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Warum, Was und Wie Arbeiten...???

18 Feb 2013 17:20 #19072 von Sillisunshine
:cheer: würde ich auch gerne wissen wie das bei Dir geht OlliKöhl..............:cheer:
19 Feb 2013 11:13 - 19 Feb 2013 11:23 #19074 von KeepOnSmiling

Jeliel schrieb: Mich würde interessieren, Olliköhl, wie du tatsächlich nach und nach bzw. immer mehr aus diesem Gefilde ausbrichst! Kannst du uns - mir - das mal genauer erläutern? Mich würde das wirklich interessieren!


Liebe Jule, liebe Sillisunshine,
liebe Community,

wie ich immer mehr "aus dem Gefilde", also dem Geld-Verdienen-Wollen-ZuMüssen ausbreche?
Uiuiui...

Gestern hatte ich Bauchschmerzen - nicht so sehr wegen Eurer Frage, sondern mehr weil ich mehr schlecht als recht faste und mein Magen so laut knurrt, dass ich glaube, er würde schmerzen ;-)

1. Ich breche nicht aus... Immer öfter mache ich einfach nicht mehr mit. Teilweise werde ich vom Zug des Konsumterrors noch mit geschleift, geschubbst und mehr und mehr werde ich für diesen Zug bzw. die Karawane zu träge und bleibe zurück in der Spur liegen.
2. Ich suche nach Vorbildern, die schon außerhalb "des Systems" leben, zumindest teilweise.

Zunächst: Einfach jetzt SOFORT einfach mal so kein Geld mehr zu verdienen ist hart - ganz hart und wird in dieser Gesellschaft zu ganz harten Konsequenzen führen. Mein Weg ist ein anderer: Erstmal kein Geld mehr ausgeben!
Klar ich muss mich ernähren, mein Auto braucht Sprit für den Weg zur Arbeit und mein Vermieter und die Stadtwerke wollen auch monatlich Geld.
Vor ein paar Jahren habe ich begonnen zu meditieren und mir bei jedem Kauf, jedem Geldausgeben die Frage gestellt: Ist das zum Überleben dringend erforderlich. Wenn ich diese Frage nicht sofort und spontan mit JA beantworten konnte, hab ich's nicht gekauft - das geht selbst bei Lebensmitteln. Das führte dazu, dass ich nach und nach immer weniger ausgegeben habe und (als Nebenwirkung) mich darum gekümmert habe, was ich alles noch zu Hause hatte: Konserven, die endlich mal gegessen oder Bücher, die endlich mal gelesen werden wollten, bevor ich schon die "Ersatzinvestition" tätige ohne "das Vorhandene" ver- oder gebraucht zu haben.
Das hat mit massiv geholfen, als HartzIV-Empfänger ganz gut über die Runden zu kommen.

Das geht auch soweit, dass ich als ehemaliger Versicherungsvertreter selbst immer mehr Versicherungen (für mich und meine Kunden) gekündigt habe, weil... ja weil es eben fürs Überleben nicht dringend notwendig ist!

Nun ja die Vorbilder. Da gibt es hilfreiche und schmerzvolle... Beide sind wichtig!
Zunächst mein Vater: Nach 49 Jahren Berufsleben als Schreiner hat er eine bescheidene Rente. Die kommt aufs Konto und das Geld geht mehr oder weniger zeitgleich weg für die üblichen Ausgaben fürs Wohnen, Stadtwerke, ein paar Lebensmittel. Und fast glaube ich, mein Vater lebt in Saus und Praus. Er lässt überall "anschreiben": Seine Arbeit!
Mein Vater ist extrem gut im Dorf vernetzt und eingebunden. Jetzt als Rentner noch arbeitet und hilft er wo er nur kann und lässt sein Lohn anschreiben. Brot vom Bäcker, die Massage beim Physiotherapeut, Einladungen zum Essen. Ich glaub seit Jahren hat mein Vater dafür nichts mehr bezahlt. Neuerdings gibt er mir immer Eier mit: Eine alte Oma hat ihm ihre Hühner vererbt und mein Vater darf sie im Stall eines anderen Bauern unterstellen und bekommt die Eier... mehr als er selbst essen kann!
Mein Vater ist mit seiner kleinen Rente ein reicher Mann, ganz ohne Geldsystem!

Ein Schulfreund von mir:
Er steigt immer wieder aus... Im Gegenteil zu meinem Vater ganz und gar nicht in seinem Ort vernetzt, wohnt oft im Wald oder immer Keller eines Bekannten. Fährt von Zeit zu Zeit Brötchen für den Bäcker aus, wo mein Vater "anschreiben" lässt, um von Zeit zu Zeit etwas Geld zu haben und erhält oft auch die Backwaren, die nicht mehr verkäuflich sind...
Manchmal hab ich das Gefühl er hat mehr Geld als ich... Vor allem weil er weniger braucht ;-)

Zuletzt die Mütter meiner Kinder:
Irgendwann stellte ich fest, dass meine Kinder von den Mütter geimpft wurden!
"Frag den Papa nicht nach Geschenken oder dass er Dir was kaufen soll... Er tat kein Geld!"
Das tut weh... Das sind tiefe Schnitte ins Fleisch des Männer-(Versorger-)Egos, das kann ich Euch sagen! ...UND eine hervorragend Lehrstunde.

Ja ich kaufe meinen Kindern immer noch gerne ein Eis oder zwischendurch mal ein Geschenk... UND tue das nun sehr viel bewußter, herzlicher und mit weniger Geld!
UND obendrein freuen sich meine Kinder. Freuen sich viel mehr, wenn es mal eine Kleinigkeit gibt, weil sie nicht damit rechnen. Ein Dank an meine EX-Frauen ;-)

Soviel gibt es zu erzählen und ich bin sicher, es lässt sich reduzieren:
Demut, Verzicht und die Erkenntnis, dass ich von den Myriaden an Wundern, schönen und angenehmen Dingen der Welt eben nur einen klitzekleinen Bruchteil nutzen, erfahren und erleben kann. Und dann kommt es nicht darauf an, ob ich nun eine Kleinigkeit mehr oder weniger haben kann.

So einfach ist das. So verdammt einfach schwer...
Den Respekt vor sich zu haben, dass mein Sein auch (fast) ganz ohne Haben geht.
Für mich ein teilweise blutiger Weg, den ich noch immer nicht bis zum Ende gegangen bin. Ich möchte gerne ein größeres Auto, würde gerne mal wieder nach Schottland oder Neuseeland fahren, einen neueren Computer, vielleicht ein gutes Zelt und gutes Outdoor-Equipment zum Campen oder mal "Draußen-Sein", ich möchte gerne meinem Sohn etwas zum Mofa-Führerschein beitragen oder meiner Tochter etwas zu Ihrem Reithobby.
Ach sovieles wäre jetzt echt angenehm und ein tolle Sache. So vieles auf das verzichtet werden darf...

Stattdessen habe ich Euch ein Brief geschrieben, meine Zeit mit und für Euch geteilt und wieder eine Menge über mich selbst erfahren. Dank Euch dafür.
Ja, Dankbarkeit. Das vielleicht noch zur Demut und dem Respekt hinzufügen und schon gehts los auf die Reise durchs Leben. Dankbarsein für jedes kleines Fitzelchen aus dem Kosmos, dass ich erleben darf.

Hab ich jetzt eigentlich Eure Frage beantwortet?
KeepOnSmiling
OlliKöhl

P.S.: Wo ich meinen Beitrag gerade selbst gelesen habe... Zu meinem ersten Satz den Bogen spannen: Das "Ausbrechen", dass für mich keines ist, beschreibe ich lieber als Fasten. Sich langsam den fetten Wohlstands-,Zivilisations-,Konsum-Bauch einfach wegfasten...
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19 Feb 2013 12:14 - 19 Feb 2013 12:18 #19075 von Jeliel
Hi, Olliköhl,

hab DU Dank für deine Zeilen! :) Ich muss sagen, dass ich oft schmunzeln musste - dein Beitrag liest sich für mich sehr angenehm und hat keinen sauren Beigeschmack, auch wenn es ums Verzichten geht. :cheer:

Ich denke, dass du eines Tages auch die von dir gewünschten, wie ich finde durchaus nützliche materielle, Dinge erhalten wirst. Wer weiß, nichts geschieht ohne Grund. Und eines Tages, wenn du nicht mehr so daran denkst usw, erfüllt es sich, vllt. "von ganz allein" oder besser gesagt durch "Zufälle". ;) Ich wünsche es dir und deiner Familie jedenfalls von Herzen!

Bei mir ist es auch so, dass ich stets bewusst Geld ausgebe, also dann immer weiß, wofür und warum. Ich habe auch einige Fehlkäufe getätigt, aber das hält sich sehr in Grenzen, und von da an achte ich noch mehr darauf, was ich kaufe (und warum). Mein Ausbildungsgehalt geht eigentlich komplett für die Warmmiete meiner kleinen Wohnung drauf (inkl. Strom und Warmwasser/Heizung). Dann sind noch Versicherungen, ab und an Sprit für das Auto und auch die Telefon-und Internetrechnung zu bezahlen. Ebenso ca. einmal im Monat 15€ Handyguthaben (ja, ich habe noch ein Prepaid-Handy, und damit lebe ich recht gut). Ich gehe 1-2x in der Woche Lebensmittel einkaufen, die Beträge belaufen sich, je nachdem, bis zu 40€ max. Ich gönne mir auch hin und wieder was. Alle 3 Monate ungefähr (es ist unregelmäßig und schwankt daher stark) gehe ich auch mal für 100-200€ Klamotten shoppen. Dafür sortiere ich aber auch immer ältere Klamotten aus und spende sie. Gleiches gilt für Schuhe (wenn ich mal ein neues Paar brauche, sortiere ich dafür mindestens ein altes Paar aus und spende sie ebenfalls). Ansonsten gebe ich noch rund 73€ für eine Monatsfahrkarte für die S-Bahn aus, wenn ich Berufsschule habe, das ist aber zum Glück nicht soo oft, und bald ist ja auch das nicht mehr notwendig. Den "Rest meines Geldes" (wobei sich mein Kontostand kaum verändert!) gebe ich für Freizeitaktivitäten wie Kino-, Restaurant- und Barbesuche bspw. aus. Ich bekomme ca. 650€ Nettogehalt (3. Lehrjahr). Und all dies kann ich davon bestreiten. Natürlich mit einem Puffer auf dem Konto. Ich würde sonst ins Minus rutschen. Aber es hält sich alles immer ziemlich die Waage, sodass es nicht brenzlig wird. Ich lebe so also vergleichsweise recht gut, bin damit zufrieden, für diese Zeit.

Meine Mitazubikollegin erhält das gleiche Gehalt, muss KEINE Miete zahlen (die übernimmt ihre Mutter) und schafft es dennoch JEDEN Monat vllt. gerade mal noch 10€ auf dem Konto zu haben! Sie ist 18 oder 19 Jahre alt und schafft es nicht, mit Geld vernünftig umzugehen. Zudem hat sie meiner Meinung nach sehr naive und dekadente "Wünsche", wie etwa ein Wasserbett usw. Aber es wird leider immer solche Menschen geben... Ich belass es für heute erstmal wieder bei dem Thema. Ich denke ihr wisst, worauf ich hinaus will.

Vielen Dank!
Eure Jule :kiss:
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19 Feb 2013 13:29 #19076 von Jeliel
Ich habe soeben einen zu diesem Thema passenden Link "gefunden" (bzw. er fand mich):

www.markuscerenak.com/die-2-gesetze-des-...emand-auffallen.html

Grüße,
Jule
Folgende Benutzer bedankten sich: Bea, Caillean
20 Feb 2013 08:15 - 20 Feb 2013 08:16 #19078 von Batory
Hallo OlliKöhl,

Nun ja die Vorbilder. Da gibt es hilfreiche und schmerzvolle... Beide sind wichtig!
Zunächst mein Vater: Nach 49 Jahren Berufsleben als Schreiner hat er eine bescheidene Rente. Die kommt aufs Konto und das Geld geht mehr oder weniger zeitgleich weg für die üblichen Ausgaben fürs Wohnen, Stadtwerke, ein paar Lebensmittel. Und fast glaube ich, mein Vater lebt in Saus und Praus. Er lässt überall "anschreiben": Seine Arbeit!
Mein Vater ist extrem gut im Dorf vernetzt und eingebunden. Jetzt als Rentner noch arbeitet und hilft er wo er nur kann und lässt sein Lohn anschreiben. Brot vom Bäcker, die Massage beim Physiotherapeut, Einladungen zum Essen. Ich glaub seit Jahren hat mein Vater dafür nichts mehr bezahlt. Neuerdings gibt er mir immer Eier mit: Eine alte Oma hat ihm ihre Hühner vererbt und mein Vater darf sie im Stall eines anderen Bauern unterstellen und bekommt die Eier... mehr als er selbst essen kann!
Mein Vater ist mit seiner kleinen Rente ein reicher Mann, ganz ohne Geldsystem!


Auch ich fand deinen Beitrag erfrischend zu lesen!
Und dein Vater hat den Dreh wirklich raus ;) Ich denke, falls der Crash kommen sollte, werden auch Andere, die wissen, was sie tun, diesen Weg einschlagen und sich mit ihren Fähigkeiten ganz ohne Geld ihr Brot erwerben. Das ist dann ein Geben und Nehmen, wie es für jeden von Nutzen ist.

Jule schrieb:

Ich habe soeben einen zu diesem Thema passenden Link "gefunden" (bzw. er fand mich):

www.markuscerenak.com/die-2-gesetze-des-...emand-auffallen.html


Ich danke dir :) Jetzt weiß ich noch mehr als zuvor, dass ich auf dem richtigen Weg bin und ganz sicher nicht den Pfad der Massen gehen mag :D

LG Batory
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22 Feb 2013 09:31 #19081 von Richard179
Alles was wir brauchen, um glücklich zu sein, ist etwas, für das wir uns begeistern können CHARLES KINGSLEY.

Liebst du das Leben, dann verschwende keine Zeit, denn daraus ist das Leben gemacht. BENJAMIN FRANKLIN.

Ich glaube, meistens stehen wir uns selber im Weg mit unseren Ängsten und Mustern, wenn wir nicht zufrieden sind oder in unserem Leben keine Erfüllung sehen. Ich meine, allein die Tatsache, dass wir uns hier treffen spricht dafür, dass wir daran arbeiten.

Alles Liebe,
Richard
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