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Warum, Was und Wie Arbeiten...???

15 Feb 2013 07:54 #19022 von KeepOnSmiling
Wow, liebe Community,

in kurzer Zeit so viel Text, so viele Rückmeldungen. Danke.

Ich greife anhand der Frage von Jeliel einfach mal ein, zwei Punkte heraus:

An OlliKöhl: Warum fühlst du dich mit all deinen Antworten nicht wohl? Welche meinst du genau? Wie ist denn das Gefühl, kannst es du beschreiben?

Meine Antworten und Gedanken decken sich weitestgehend mit denen von Batory:

Warum Arbeiten wir eigentlich?
Ganz einfach und unspektakulär: um unseren Lebensunterhalt zu finanzieren, uns ab und an einmal ein paar schöne Dinge leisten zu können und Freiraum für Freizeitaktivitäten und Hobbys zu haben.

Ist das nicht schrecklich?
Arbeiten gehen, also Zeit verbrauchen, um Zeit/Freiraum für Freizeitaktivitäten zu haben?
Das klingt für mich fast wie die Idiotie, mein Geld zum Fenster herauszuwerfen, um Steuern zu sparen…

Fakt ist: Um meinen Lebensunterhalt zu beschreiten, muss ich nicht „arbeiten gehen“. Wenn ich will, kann ich auch von HarztIV oder Sozialhilfe leben, kann betteln oder vielleicht aus meinem Hobby einen Beruf machen…

Und da sind dann auch schon bei dem Punkt, warum nicht mit dem Hobby Geld verdienen? Warum nicht den Job durch einen Beruf, eine Berufung ersetzen. Ich nehme wahr, dass viel zu viele Menschen (ich auch noch) einfach irgendeinen Job machen, um sich Dinge leisten zu können, von denen Andere sagen, dass sie für ein schönes, tolles, erfülltes Leben notwendig sind oder "um eine Pflicht zu erfüllen".
Also wieder: Zeit für Geld eintauschen, um sich schöne Zeit kaufen zu können…

Ich glaube nicht, dass es Heute auf der Arbeit oder im Job mehr Druck und Zwang gibt als früher. Die heutige moderne Sklaverei ist sicher um vieles angenehmer als die Sklaverei und Arbeitsbedingungen in der Vergangenheit.
Mein Unwohlsein gründet sich wohl eher auf die wachsende Erkenntnis, dass ich und viele, viele Andere immer mehr erkennen, dass wir (für die Arbeit) unsere Lebens-Zeit mit irgendeinem Mumpitz oder Kokolores verplempern, um dadurch ein schönes Leben haben/erreichen zu können. Diese Selbsterkenntnis drückt schon mal aufs Gemüt, kann auch krank machen.

"Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird… Aber ich weiß, dass es anders werden muss, wenn es besser werden soll!" Diese philosophische Aussage ist wohl derzeit mein Credo…

Dass ich etwas ändern muss, wenn ich so (mit dem Unwohlsein) nicht weitermachen will, habe ich sehr wohl erkannt. Dass ich noch nicht so recht entdeckt habe, was und wie ich ändern will und werde, dass macht mir unwohl. Tief im Bauch und Herzen stöbere und suche ich noch nach meiner Selbsterkenntnis…
Ist das auch Arbeit ;-)

KeepOnSmiling
OlliKöhl
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15 Feb 2013 08:38 - 15 Feb 2013 10:10 #19023 von Batory
Sillisunshine schrieb:

Was wäre wenn:

......, das System einfach nur kollabiert, weil niemand mehr mitmacht?

......, wenn keine Energiereserven mehr vorhanden sind (peak Oil), kein Auto mehr fährt, kein Strom mehr zu erzeugen wäre, keine Wärme unsere Wohnungen mehr versorgen würde, kein Wasser mehr durch die Leitung fließt........?
....., wenn alles im Chaos versinkt?
....., wenn man/ich nur noch 6 Monate zu leben habe?

Gehen wir dann eigentlich weiterhin brav zur Arbeit um das System aufrecht zu erhalten?
Sind wir wirklich ein Ameisenstaat?


Du hast dir deine Antwort schon selbst gegeben: alles würde im Chaos versinken.

Als am 24. Oktober 1929, der US-Amerikanische Aktienmarkt zusammenbrach (schwarzer Donnerstag) befand sich die Weltwirtschaft auf ihrem Tiefpunkt. Massenarbeitslosigkeit, Hungersnot und Armut, wo man nur schaute. Die Menschen waren so traumatisiert, dass sie gar nicht anders handeln konnten, als sich vorerst um ihr eigenes Überleben und das ihrer Familie zu kümmern, ohne Rücksicht auf Verluste. Freunde wurden zu Feinden. Dem Nachbar wurde nicht mehr vertraut, denn er galt als Fressfeind.

Ich denke, so würde es auch wieder aussehen, falls der nächste Crash kommen sollte. Ein System von Geben, Nehmen und Nächstenliebe? Sorry, das ist vielleicht in einer autarken Lebensgemeinschaft, in denen sich die Menschen bewusst entschieden haben, diese Form der Philosophie zu pflegen, ansatzweise möglich. Aber niemals in einer globalisierten Industrialisationsgesellschaft.
Wie Jeliel schon meinte, wir sind einfach viel zu viele Menschen auf dem Planeten.

Das System würde nicht kollabieren, weil keiner mehr mitmachen will(denn dazu haben die Menschen viel zu sehr Angst, aus der Erwerbsfähigkeit auszuscheiden), sondern eher, weil niemand mehr arbeiten kann, wenn es irgendwann nicht mehr genug Arbeitsplätze geben sollte oder die Bedingungen für eine Arbeitsaufnahme nicht mehr getragen werden können.

Ameisenstaat? Ich denke, die Ameisen sind uns mit ihrer "Logistik" da ganz schön weit voraus und wir könnten viel von ihnen lernen ;)

Wenn ich nur noch 6 Monate zu leben hätte? Na dann würde ich auch nicht mehr arbeiten gehen und die Zeit mit meinen Liebsten verbringen - und all die Sachen tun, die ich schon immer machen wollte :)

OlliKöhl schrieb:

Warum Arbeiten wir eigentlich?
Ganz einfach und unspektakulär: um unseren Lebensunterhalt zu finanzieren, uns ab und an einmal ein paar schöne Dinge leisten zu können und Freiraum für Freizeitaktivitäten und Hobbys zu haben.

Ist das nicht schrecklich?


Nur für den, der mit seiner momentanen Arbeitssituation unzufrieden ist, weil er anscheinend den falschen Job gewählt hat. Und da heißt es sich zu fragen: was möchte ich eigentlich mit meinem Leben anfangen? Wozu brauche ich das Geld? Will ich mich nicht vielleicht doch umorientieren und schauen, was auf mich zukommt?
Wie kann ich das verwirklichen?

Ich sehe Geld nicht als etwas Schlechtes an. Wenn ich ehrlich für mein Geld gearbeitet habe, dann bin ich sogar noch stolz drauf und habe mehr Freude, mir damit einen Wunsch zu erfüllen (oder einfach Rechnungen zu bezahlen bzw. in meinem Fall, das Geld in weitere Bildung und meiner Selbstverwirklichung zu investieren).

Fakt ist: Um meinen Lebensunterhalt zu beschreiten, muss ich nicht „arbeiten gehen“. Wenn ich will, kann ich auch von HarztIV oder Sozialhilfe leben, kann betteln oder vielleicht aus meinem Hobby einen Beruf machen…


Leider kann man sich von HarzIV aber auch keinen Lebenstandard leisten, sondern lediglich die Kosten für das eigentliche Überleben decken und ich muss sagen, meiner Meinung nach ist das einfach zu wenig um glücklich und sorgenfrei existieren zu können. Man kann sich kein Auto leisten wie der Otto-Normal-Bürger, Freizeitaktivitäten, Bildung oder das einfache Weggehen mit Freunden, wird schon zum Pfennigkampf, den man drei mal umdrehen muss. Reisen? Kredite für ein eventuell neues Berufskonzept? Vergiss es!
Das bekommst du nicht mal im Lila Lutscher Land.

So viel erstmal dazu.

LG Batory
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15 Feb 2013 10:43 - 15 Feb 2013 10:46 #19024 von Jeliel
@Batory:
Für mich ist es so, dass ich es schlichtweg nicht „normal“ und richtig finde, wenn Menschen andere Menschen erschießen. Ich verstehe das alles einfach nicht. Es ist für mich unbegreiflich. Dass es überhaupt Waffen gibt usw. Waffen, die eben nicht (nur) zum Zwecke des Tötens von Tieren zur Nahrung dienen, sondern als Machtsymbol und „Haaahaaa, seht her! Ich bin ein Mensch und ich habe Waffen! Ich erschieße dich jetzt! Weil ich bekloppt bin! Haaarrrhaaarhaaaar!“
Meine Gedanken gehen da eben irgendwie immer ins Philosophische. Wozu brauchen wir denn Gesetze? Wenn, wie gesagt, jeder „normal“ wäre, eine dementsprechende Erziehung hätte, dann würden wir so handeln, wie wir es für richtig hielten und bräuchten soetwas gar nicht. Was also läuft bei so vielen Menschen falsch? In deren Gehirnen? Ich verstehe das einfach nicht…

Ich würde in gar keiner Politform leben wollen. Ich möchte einfach frei leben. Alle Menschen leben neben-und beieinander, mit Respekt, Vertrauen und in Solidarität.

Utopie, wie gesagt.

Seht ihr denn nicht, dass Gesetze nur Schall und Rauch sind? Es sind nur gedruckte Buchstaben auf einem Blatt Papier. Denn die Menschen tun doch trotzdem das, was die Gesetze verbieten!

Ich bekomme und/oder habe keine Depressionen, weil nichts einen höheren Sinn hat. Ich bin aber so konzipiert, dass ich gern, wenn ich an etwas arbeite, sehen und merken will, wenn es vollendet ist. Aber nichts ist je vollendet. Alles geht weiter. Alles ist wie eine Sysiphos-Aufgabe. Damit habe ich Probleme, das gebe ich ganz offen und ehrlich zu. Es zermürmt mich oft innerlich. Nichts hat ein Ziel. Es ist immer, als würde man Wasser auf heißen Stein gießen. Es verdunstet, wird irgendwann zu Rauch, der wiederrum irgendwann Wasser wird, das ich dann wieder auf den heißen Stein gieße…Ich habe gemerkt, dass ich dafür nicht geschaffen bin. Mehr wollte ich damit gar nicht ausdrücken.

Ich meine auch keinen „höheren“ Sinn. Sondern einen anderen Sinn. Ich will und brauche etwas Anderes. Etwas völlig Neues.

Etwas, dass nicht wie ein Kreislauf ist. Nichts, was sich wiederholt usw.
Ja, ich merke oft, dass ich das Gefühl habe „alles schon mal erlebt und gesehen zu haben“ bzw. schlichtweg die Lust am Leben verloren habe. Eben weil es so verschwenderisch und „nichts“ ist. Nicht mehr als das, was es ist jedenfalls.


Ja, Obdachlose liegen mir persönlich nicht auf der Tasche, das ist richtig. Ich meinte, dass sie aber auch keinen Teil zur Gesellschaft beitragen. Genau wie Punks. An sich finde ich das ok bzw. habe nichts dagegen. Aber wenn das jeder machen würde, dann würde alles ganz anders sein…Und ich finde Obdachlose und auch Punks z.B. NICHT sozial. Wo empfindest du sie denn sozial? Nur weil wir nicht direkt Steuern an sie bezahlen?

Das „Recht“ zu etwas zu haben… Ach, da könnte ich mich schon wieder aufregen bzw. weiter diskutieren^^ Das ist so ähnlich wie mit den Gesetzen, nur persönlicher. Ein andermal.

Fakt ist: Um meinen Lebensunterhalt zu beschreiten, muss ich nicht „arbeiten gehen“. Wenn ich will, kann ich auch von HarztIV oder Sozialhilfe leben, kann betteln oder vielleicht aus meinem Hobby einen Beruf machen…


@Olliköhl: Von irgendwoher muss aber das Geld dafür kommen. Wir leben nun mal leider in einer kapitalistischen Gesellschaftsform, d.h. ALLES kostet Geld. Also Lebensmittel, Kosmetika, Hobbyzeug und Co. Wer soll das bezahlen, wenn alle aussteigen, weil es natürlich so viel schöner und angenehmer ist (mehr Zeit für sein Hobby zu haben z.B. bzw. für Dinge, die einem Spaß machen und die man eben viel lieber macht als arbeiten – den meisten geht es jedenfalls so. Es gibt natürlich auch Ausnahmen, die auch gerne arbeiten und darauf auch nicht verzichten würden wollen). Wenn also jeder von der Sozialhilfe bzw. von Hartz4 lebt/leben würde, würde das System ebenso zusammenbrechen. Obwohl ich glaube, dass es sogar eine gewisse Zeit lang gehen würde, wenn alle reichen Menschen in Deutschland jene finanziell unterstützen würden…

Mein Unwohlsein gründet sich wohl eher auf die wachsende Erkenntnis, dass ich und viele, viele Andere immer mehr erkennen, dass wir (für die Arbeit) unsere Lebens-Zeit mit irgendeinem Mumpitz oder Kokolores verplempern, um dadurch ein schönes Leben haben/erreichen zu können. Diese Selbsterkenntnis drückt schon mal aufs Gemüt, kann auch krank machen.


Da stimme ich dir nur zu. Traurig, aber wahr. Doch wie sollen wir da ausbrechen? Nicht jeder hat eine Berufung. Es gibt Menschen, die tatsächlich „kaum“ oder „nichts“ können. Oder die nur das können, was sie „gelernt“ haben. Ich wüsste z.B. selbst nicht, was ich dann machen würde. Berufsmusikerin geht nur, wenn man studiert hat usw. Und das möchte ich nicht, weil ich mich nicht für alles, was ich dort lernen würde, interessiere, eigentlich für kaum etwas davon. Ich will das auch gar nicht „perfekt“ können/machen. Das ist wieder so ein Punkt, bei dem ich aushohlen müsste, geht auch tief in mein Unverständnis bezüglich der Gesellschaftsentwicklung usw…

Habt ihr euch denn tatsächlich schon mal Gedanken über das Leben einer Ameise gemacht?

Meine Meinung dazu:

Jeder Ameise steht genetisch bedingt eine Aufgabe zu. Sie ist so konzipiert, dass sie nur dieser Aufgabe nachkommt. Natürlich ist es schon erstaunlich, was Ameisen leisten und wie sie sich verständigen, kommunizieren usw. Doch stellt euch vor, ihr kommt nur auf die Welt, um Futter zu besorgen, tagein tagaus. Und um die Nachkommensschaft zu pflegen, zu hüten, zu bewachen. Oder den Staat oder die Königin zu bewachen. Oder als Männchen nur um den Nachwuchs zu zeugen. Nichts weiter. Kann eine Ameise bspw. soetwas wie ein gutes Gefühl haben? Niemand weiß das von uns, ok. Aber macht es den Anschein? Sie funktionieren schlichtweg. Sind wie kleine Roboter. Gesteuert von ihren Genen, Sinnen und bestimmten Hormonen/Stoffen usw. Natürlich herrscht in einem Ameisenstaat Ordnung, alles ist strukturiert, und alle Beteilligten wissen bescheid, weil sie es einfach instiktiv und per Sinneswahrnehmungen wissen und vllt. sogar „spüren“. Doch – das ist doch kein „schönes“ Leben, oder? Was will sich denn der Mensch noch alles von der Tier-und Pflanzenwelt abschauen? Wozu denn? Ja, möglich, dass ich das Leben einer Ameise z.B. als nicht so toll empfinde, weil ich ja ein Mensch bin und eben menschliche Erfahrungen und Sinneswahr-nehmungen usw. habe (und eben ein menschliches Gehirn, mit dem ich dies alles verarbeite und mir Gedanken darüber machen kann. Kann eine Ameise auch „denken“, wie ein Mensch? Wir werden es nie erfahren. Eigentlich ist das ja auch egal. Finde ich.), daher ist es subjektiv. Aber ich habe eben noch nie gerne das gemacht, was jemand von mir verlangte. Regeln empfand ich schon immer als überflüssig und sinnlos, da ich jedenfalls die Dinge, die verboten wurden, sowieso nicht gemacht hätte. Und jeden, der das gemacht hätte, schlichtweg für bekloppt gehalten hätte. Es wäre mir eben unbegreiflich gewesen, und ist es bis heute. Und andererseits, vllt. gerade WEIL ich gegen die Regeln bin, habe ich ein paar doch mal gebrochen. Was für eine Rebellion, nicht wahr… (Sarkasmus).

Eine Ameise kann kein Freidenker sein. Sie muss sich an die Regeln halten. Vielleicht kann sie gar nicht anders. Das ist doch irgendwie grausam, oder? Jedenfalls wenn man weiß, wie es anders sein kann. Vielleicht ist aber auch genau das der Punkt. Wir wollen alle individuell sein. Alle frei. Wir sind alle Egos. Wir sind Jemand. Wenn wir „nichts“ weiter wären, als funktionierende Lebewesen… dann würde die Gesellschaft vielleicht auch so funktionieren wie in einem Ameisenstaat. Wer will das? Könntet ihr euch sowas vorstellen? Ich möchte auf meine „Freiheit“ nicht verzichten, aber wie gesagt vllt. nur, weil ich ja weiß, wie es ist bzw. sein kann. Wenn wir von Geburt an so wie eine Ameise wären, wäre das alles natürlich anders.
Andererseits: Was bringt uns denn diese Freidenkerei und unsere Individualität? Im Grunde nichts…
Es ist und bleibt ebenfalls etwas vom Mensch Entwickeltes. Oder durch die Evolution. Hängt sicherlich mit dem Gehirn zusammen…

Die Fragen von Sillishunshine erinnern mich an das Märchen "Es ist immernoch kurz vor 12, was unseren gesamten Planeten vor allem in Bezug auf die Umweltverschmutzung angeht"...
Meiner Meinung nach ist der Zug sowas von schon längst abgefahren... Ich mach mir da nichts vor.

Bis später,
Jule
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15 Feb 2013 11:50 - 15 Feb 2013 11:55 #19025 von Bea
@ KeepOnSmiling
"Und da sind dann auch schon bei dem Punkt, warum nicht mit dem Hobby Geld verdienen? Warum nicht den Job durch einen Beruf, eine Berufung ersetzen. Ich nehme wahr, dass viel zu viele Menschen (ich auch noch) einfach irgendeinen Job machen, um sich Dinge leisten zu können, von denen Andere sagen, dass sie für ein schönes, tolles, erfülltes Leben notwendig sind oder "um eine Pflicht zu erfüllen".

Dass ich etwas ändern muss, wenn ich so (mit dem Unwohlsein) nicht weitermachen will, habe ich sehr wohl erkannt. Dass ich noch nicht so recht entdeckt habe, was und wie ich ändern will und werde, dass macht mir unwohl. Tief im Bauch und Herzen stöbere und suche ich noch nach meiner Selbsterkenntnis…

Du sprichst mir da auch aus der Seele und ein Hallo an die anderen,
zahlreiche Jobs habe ich bis jetzt schon hinter mir, um einfach Geld zu verdienen und mir was leisten zu können, aber glücklich hat mich die Arbeit nie gemacht, wohl mehr unzufrieden und dein beschriebenes Unwohlsein wächst in mir nahezu täglich.

Jetzt bin ich dabei meine Berufung zu leben sprich in der spirituellen Lebensberatung zu arbeiten, was mehr oder minder auch nicht einfach ist.

Mein letzter Job wurde mal wieder wegen einer Befristung beendet, jetzt stehe ich wie schon so oft an dem Wendepunkt meines Lebens und sage mir dann, ich möchte das tun, was mir wirklich Spass macht, nämlich Karten legen.

Von den Ämtern bekommst du dann zur Auflage gemacht, dass du dich bewerben musst, mindestens 5 Bewerbungen im Moment schreiben musst, dich täglich nach neuen Stellen umschaust und dann dann wieder auf ein neues zu den Vorstellungsgesprächen rennst, in der Hoffnung, vielleicht doch irgendwo Arbeit zu finden.

Ich war gestern auch wieder bei einem sogenannten Vorstellungsgespräch, wo mein Gegenüber mir dann sagte, "eigentlich hätte ich ja gerne jemand, der 10 Jahre bei einem Arbeitgeber beschäftigt war" und fragt mich dann noch kackenfrech, ob er eine Förderung bekommt, wenn er mich als Arbeitsloser einstellt.

Es geht doch hier nur noch ums Geld, man wird wieder über den Tisch gezogen, egal wo man hin geht und sich vorstellt, von Zeitarbeit will ich gar nicht erst reden, weil das habe ich auch durch, danke...

Wutentbrannt bin ich gestern nach Hause, war durchgefroren von und auf der Suche nach Arbeit und bitte schön, für was?

Ich möchte einen kleinen Bürojob haben, 20 Stunden reichen mir schon, damit ich endlich mal mit meiner Selbständigkeit weiter komme, weil das Karten legen steht für mich schon lange auf dem Plan.

Mein Unwohlsein kommt einfach daher, weil ich nicht machen kann, was ich will. Weil mir die Hände gebunden sind. Wie bitte schön, soll ich mit meiner Selbständigkeit weiterkommen, wenn ich nur unter15 Stunden arbeiten darf?

Wenn ich drüber liege, bin ich nicht mehr arbeitslos und muss mich abmelden.

Und so mit, kann ich dann von nichts leben in der Zeit, bis meine Selbständigkeit läuft, weil so was hochzuziehen dauert eine Weile und Wunder dauern auch in der Regel etwas länger. :)

Ich frage mich dann allzu oft, warum??? lässt man mich einfach nicht in Ruhe?

Warum lässt man mich nicht einfach mein Ding machen und gut ist?

Man muss sich schön an alle Vorgaben halten, aber dann frag ich mich warum?

Man bekommt Stellenangebote aufs Auge gedrückt, die man gar nicht haben will, nur um aus der Statistik zu fallen, macht arbeiten so noch Spass, ich denke eher weniger.

Für mich bedeutet es ein täglicher Kampf aufzustehen und immer wieder zu sagen "Es geht doch"...

Aber ich möchte mir "diesmal" nicht wieder einen X-beliebigen Job suchen, den ich mache, um nicht mehr arbeitslos zu sein, denn im Grunde genommen, bin ich ja nicht arbeitslos, ich habe meine Berufung gefunden.

Das Ganze nagt an mir, wo ich dann überlege, ich setze einfach alles auf eine Karte, melde mich bei dem Amt ab und gut ist, aber dann kommen wieder die Existenzängste, läuft meine Selbständigkeit, ich muss mich selbst krankenversichern, habe ich die nötigen Mittel dazu?

Dann sage ich mir, geh ins Vertrauen, das Richtige wird schon für mich kommen, aber! ein bitterer Beigeschmack bleibt immer.

Noch dazu bin ich für einen Bürojob ja schon zu alt :), für die andere Geschichte gerade erst am Anfang.

Und mein größter Wunsch ist es, eine Ausbildung zum spirituellen Lebensberater zu machen, weil ich weiß, dass ich eben nur diese eine Sache machen möchte in meinem Leben.

Ich möchte eigentlich nur noch arbeiten, weil mir meine Arbeit Spass macht und an feste Arbeitszeiten halte ich mich dann auch nicht, denn in der Spiritualität gibt es nichts festes, sie sollte frei fließen können, frei sein von allen Gesetzen und Grenzen.

Ich möchte Menschen helfen, die keinen Ausweg finden, die kurz davor stehen, von irgend einer Klippe zu springen, denn für solche Menschen bin ich da und vor allem habe ich ein Herz dafür und höre diesen Menschen zu und nehme mich ihnen an.

Das ist mir mehr Wert, als draußen umherzuirren und irgend welchen Jobs nachzujagen, damit die Reichen immer reicher werden und die Armen immer ärmer.

Es geht in dieser Gesellschaft nur um das "haste was, biste was, haste nichts, biste nichts"...

Und davon möchte ich mich distanzieren, denn ich bin gut so, wie ich bin und ich möchte auch nicht mehr, dass mich irgend jemand verbiegt.

Viele Grüße Bea :)
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15 Feb 2013 11:59 - 15 Feb 2013 12:20 #19026 von Batory
Hallo Jule,

Bevor die Arbeit ruft, möchte ich dir gerne jetzt noch antworten:

Meine Gedanken gehen da eben irgendwie immer ins Philosophische. Wozu brauchen wir denn Gesetze? Wenn, wie gesagt, jeder „normal“ wäre, eine dementsprechende Erziehung hätte, dann würden wir so handeln, wie wir es für richtig hielten und bräuchten soetwas gar nicht. Was also läuft bei so vielen Menschen falsch? In deren Gehirnen? Ich verstehe das einfach nicht…


Was ist denn für dich eine "normale" Erziehung? Tu dies nicht, tu das nicht, halte die andere Wange hin, sei lieb und anständig, weil man es von dir verlangt? Logisch und vorausschauend denken, das können nur die wenigsten Leute und da helfen auch keine Erziehungsmaßnahmen. Das ist auch in der Natur und im Tierreich so (lassen wir den Darwinismus mal raus). Es gibt schwache (dumme) und starke (schlaue) Kreaturen (nehmen wir in dieser Diskussion mal den Menschen).

Du willst wissen, warum es Gesetze gibt, wenn doch jeder eigentlich selbst darauf kommen müsste, dass es fatal für ihn selbst und seinen Mitmenschen ist, wenn er jemanden aus Beklopptheit erschießt? Eben, weil die meisten Menschen schwach sind und sich der Verantwortung ihrer Tat nicht bewusst sind.

Es ist ein Kennzeichen der modernen Gesellschaft, dass sie ihre Vorschriften und Regeln nach dem größtmöglichen Supergau ausrichtet. Vorsichtsmaßnahmen orientieren sich an dem, was der Dümmste von allen anzurichten in der Lage ist. Somit ist aber der Dümmste gleichzeitig derjenige, der die Norm vorgibt, und an dessen geistigen Potenzial intelligente Menschen sich messen lassen müssen.

Weil es gerade so gut passt, ein Beispiel: das Waffengesetz. Waffen sind in der Bundesrepublik streng verboten und es ist mühsamer, einen Waffenschein zu erhalten als eine Audienz bei dem Papst zu bekommen. Wer sich jedoch eine Waffe anschaffen will, um sich im Notfall- bei Bedrohung von Leib und Leben - verteidigen zu können, scheitert an der Gefahr des Missbrauchs von Waffen seitens jener, die aufgrund ihrer unterentwickelten Persönlichkeit damit auf wehrlose Bürger losballern könnten. Ergebnis: der Dumme ist der Herr (weil die Gesetze seiner Intelligenz angepasst werden), der Intelligente ist der Knecht - und muss sich notfalls ohne Gegenwehr erschießen lassen.

Genau so im Arzneimittelgesetz: Selbst relativ harmlose Medikamente sind nicht mehr frei verkäuflich, weil auch hier Erwachsene sich einer "Kindersicherung" zu beugen haben. Derjenige, der ein schnelles und wirksames Schmerzmittel benötigt, bekommt es rezeptfrei in der Apotheke nicht, da andere - die sich eventuell damit verkrüppeln würden - aufgrund der Gleichheit aller ebenfalls freien Zugriff auf jenes Medikament besäßen. Wieder einmal ist es das schwächste Glied der Kette, das alles dirigiert.

Bei illegalen Drogen laufen die Dinge nach dem gleichen Grundmuster. Warum macht der Eine sich aufgrund seines Rauschmittelkonsumes kaputt, während der andere - der damit umzugehen weiß - stets das gesunde Maß zwischen Selbsterhaltungstrieb und dem Recht auf Rausch findet? - Weil Menschen eben nicht gleich sind. Der Gesetzgeber jedoch orientiert sich am Versager.

Und ich finde Obdachlose und auch Punks z.B. NICHT sozial. Wo empfindest du sie denn sozial? Nur weil wir nicht direkt Steuern an sie bezahlen?


Dazu müssten wir jetzt eine Grundsatzdisskusion beifügen, was man denn bitte unter "Sozial" und "A-Sozial" verstehen soll? Im Netz gibt es genug Interpretationsbeispiele dafür. Aber ich beschränke mich jetzt erstmal darauf, dass es mir wirklich nur darum ging, dass Obdachlose keine Geldleistung in Anspruch nehmen. Im Gegensatz zu Arbeitslosen, die das System abzapfen oder der Superverdiener, der seine Streuer regelmäßig ins Ausland buxiert und das Finanzamt bescheißt ;)

Habt ihr euch denn tatsächlich schon mal Gedanken über das Leben einer Ameise gemacht?

Meine Meinung dazu:

Jeder Ameise steht genetisch bedingt eine Aufgabe zu. Sie ist so konzipiert, dass sie nur dieser Aufgabe nachkommt.


Da magst du Recht haben. Ich bin auch lieber Mensch als Ameise.

Sie funktionieren schlichtweg. Sind wie kleine Roboter. Gesteuert von ihren Genen, Sinnen und bestimmten Hormonen/Stoffen usw. Natürlich herrscht in einem Ameisenstaat Ordnung, alles ist strukturiert, und alle Beteilligten wissen bescheid, weil sie es einfach instiktiv und per Sinneswahrnehmungen wissen und vllt. sogar „spüren“. Doch – das ist doch kein „schönes“ Leben, oder?


Ich weiß nicht, ob es schön ist. Es ist lediglich eine andere Form von Leben. Aber das Tierreich hat uns schon immer gezeigt, wie es auf Erden wirklich zugeht. Ich bin froh ein Mensch zu sein und mir keine Gedanken über das Leben der Ameisen machen zu müssen.

Wir wollen alle individuell sein. Alle frei. Wir sind alle Egos. Wir sind Jemand. Wenn wir „nichts“ weiter wären, als funktionierende Lebewesen… dann würde die Gesellschaft vielleicht auch so funktionieren wie in einem Ameisenstaat. Wer will das? Könntet ihr euch sowas vorstellen? Ich möchte auf meine „Freiheit“ nicht verzichten, aber wie gesagt vllt. nur, weil ich ja weiß, wie es ist bzw. sein kann. Wenn wir von Geburt an so wie eine Ameise wären, wäre das alles natürlich anders.


Das erinnert mich an den Mythos von Luzifer, des einst schönsten Engels im Himmelreich, der sich gegen Gott auflehnte, weil er erkannte, dass er weit mehr sein kann als ein Sklave unter Sklaven und demzufolge zur Rebellion aufrief. Er wachte auf und merkte, dass er nicht von Gott abhängig sei und einen freien Willen besitzt. Ein Ego. Völlig individuell mit eigenen Wünschen, Träumen und Gedanken, die es sich auszuleben lohnt.

Andererseits: Was bringt uns denn diese Freidenkerei und unsere Individualität?


Ich kann nur von mir sprechen: Mich hat die "Freidenkerei" wirklich "frei" gemacht. Ich plädiere auf meine Individualität und lebe glücklich damit. Ich bin eh ein Eigenbrödler und bastel mir alles so zurecht, wie ich es gerne haben will und stehe für das, was ich wirklich will mit vollem Herzen ein. Das man da manchmal mit Ellenbogen und Tränen vorbeiziehen muss, nun, das gehört dazu. Man kann das Eine nicht ohne das Andere haben.

LG Batory
15 Feb 2013 12:21 #19027 von Karu
Hallo Bea,

du fragst:

Ich frage mich dann allzu oft, warum??? lässt man mich einfach nicht in Ruhe?

Warum lässt man mich nicht einfach mein Ding machen und gut ist?

Man muss sich schön an alle Vorgaben halten, aber dann frag ich mich warum?


Ich denke es gibt nicht allzuviele (auf die große Menge bezogen), die sich selbst ihren Weg aus der finanziellen Abhängigkeit suchen wollen. Sehr viele (nicht alle!!!!), und glaub mir ich kenne genug davon, ruhen sich auf dem Hartz IV aus. Für die wenigen Ansprüche genügt es und ich muss fasst nichts dafür tun.
Dort ein gesetzliches Mittelding zu finden, ist bestimmt nicht ganz einfach.
Für die, die sich selber kümmern, und mag es auch eine Zeit dauern, ist es sicherlich zermürbend, wenn man immer wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht bekommt. Für die "andere Art" ist es wichtig, damit sie die zur Zeit in unserer Gesellschaft bestehende Realität nicht ganz aus den Augen verlieren.
Was mich an den ganzen Vorgaben trotzdem stört, dass sie nur halbherzig sind und nur wenige von denen die sie erreichen sollen, auch wirklich erreichen.
Ich habe Glück, dass ich mich in meiner Arbeit verwirklichen kann, auch wenn nicht alle Tage 100%-ig erfüllend sind.
Auch ich bin trotz allem noch auf der Suche nach etwas Anderem, Spirituellerem. Aber die Zeit wird kommen und dann auch die Chance. Vielleicht bin ich noch nicht reif dazu und mir fehlen noch eine Schritte zu meiner Mitte. Wer weis?

Liebe Grüße Karu;)
Moderatoren: Martin