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Das "liebe" Geld... Spirituelle Ökonomie

20 Feb 2010 12:57 #8965 von Holger
Hallo ihr,

Geld, etwas daß mir nie viel bedeutet hat, gehöre ich doch eher nicht zu den Menschen der Sorte:

mein Haus, mein Auto, meine Jacht usw.

Und ich habe mir, in dem Wissen damit nie reich werden zu können (ein Glaubenssatz?), einen Beruf erwählt, der auch Berufung und Erfüllung darstellt.

Meinen *Lohn* in erster Linie erlebe ich durch den Erfolg, den ich in meinem beruf als Pferdewirt erleben darf.
Das Vertrauen der Pferde, manchmal auch der Mitarbeiter, die Erfolge die diese auch durch mich geprägten Pferde auf den Rennbahnen erzielen und die Momente der Siegerehrungen in Hamburg zum Deutschen Derby 2000, 2006 und zuletzt 2008 ist ein *Wert* den mir niemand nehmen und den niemand schmälern kann.

Also ich liebe die Pferde und ich liebe meinen Beruf, es ist nur die Arbeit die ich hasse :-)
Nein, Scherz, aber es gibt einen Punkt den ich noch nicht im Griff habe (mir fällt dazu nicht wirklich eine besser passende Formulierung ein) und das ist das mit dem Wert der sich im Lohn, den ich hier von meinen Chefs erhalte, messen lässt.

Da sehe ich mich plötzlich in derselben Falle wie Manfred.
20 Feb 2010 22:34 #8968 von Manni
Martin schrieb:

In Deiner Antwort lese ich etwas anderes, nämlich:

und messe den Wert, den ich mir selbst wert bin bei meiner Arbeit halt in diesem Geld

Und das ist genau Dein Problem: Du gibst Dir Deinen Wert nicht selbst, sondern machst ihn von dem Urteil der anderen (in Form des Geldes, das zu Dir kommt) abhängig.


Lieber Martin

In der Tat ist mir die Liebe zu meinem Beruf durch all diese Wertschätzungen (nicht bezahlte Rechnungen) über die Jahre ganz klar vergangen.

Ich bin Dienstleister und mir wurde schon von einem Kunden gesagt, dass ich dienen und nicht leisten solle. Das heißt nichts anderes als dass der Kunde König ist und ich nur das zu tun habe, was er von mir wünscht. Meine eigenen Ideen und Vorlieben sind da nicht gefragt. Wie soll ich da noch Freude dran haben, wenn meine Leistung nicht mehr gefragt ist? Ich muss immer öffter sagen, dass ich dies oder jenes eben nicht tue, damit ich mir selbst noch was wert bin.

Es ist ja auch nicht so, dass ich nur meinen Kopf durchsetzen möchte aber wenn der Bauherr mir vorschreiben will, wie und was ich zu tun habe, dann kommen wir auf keinen gemeinsamen Nenner. Wer einen Mercedes haben möchte aber nur einen Trabanten bezahlen will, kann dies von mir dann eben nicht bekommen, so gern es mir leid tut. ;)

Auch bestehende Gesetze und Verordnungen kann ich nicht nach dem Willen der Bauherren ändern oder umgehen und mich dann dafür in die Haftung begeben. Was soll mich denn dabei mit Liebe und Freude erfüllen? Da vergeht einem das Lachen und zwar gründlich!

Also sage ich NEIN und bleibe mir wenigstens treu. Nur meine Rechnungen kann ich so auf Dauer eben nicht mehr bezahlen. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass meine Berufshaftpflichtversicherung sich mit einem freundlichen Lächeln von mir zufrieden geben wird.

Wie also soll ich mir die Freude an meinem Beruf erhalten und meine Kunden davon profitieren lassen? In Vorkasse geht von denen auch keiner. Da ich dem Werkvertragsrecht unterliege habe ich erst Anspruch auf Bezahlung wenn sich der gewünschte Erfolg eingestellt hat. Das kann je nach Leistungsumfang mehr als 5 Jahre dauern. Bis dahin haben Bauträger ihre Scheinfirmen für das jeweilige Projekt längst wieder abgewickelt und meine Honoraransprüche laufen ins leere, da mein Vertragspartner eben nicht mehr existent ist.

Soviel Spaß kann mir meine Arbeit dann doch nicht machen, dass ich all diese Pleiten ganz locker wegstecke. Da geht dir das Messer in der Hose auf und du musst dich schon arg zurückhalten, dass du nicht zu einem Straftäter wirst.

Es geht schon lange nicht mehr darum, seine Arbeit gut zu machen und Qualität abzuliefern. Das will oder kann keiner mehr bezahlen. In Zeiten von "Geiz ist Geil" möchten die Leute immer nur das Geschäft ihres Lebens machen und dabei ist ihnen jedes Mittel Recht.

Sicher sind nicht alle Menschen so veranlagt und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass die dann den Weg zu mir finden werden, im Rahmen einer Fügung, sozusagen. Jedenfalls ist meine Botschaft an das Universum ganz eindeutig. Für betrügerische Aktionen stehe ich nicht zur Verfügung. Mir ist nicht am schnellen Geld gelegen sondern am nachhaltigen Bauen. Mich erfüllt die gründliche Arbeit und nicht das Oberflächige. Ich bin auch kein Fan von Modetrends und dem letzten Schrei, der gerade auf den Markt gekommen ist, sondern halte fest an alt bewehrten Bauausführungen (Qualität, die sich durchgesetzt hat). Doch offenbar will das keiner mehr.

Muss ich mir nun einen neuen Beruf suchen?
Manfred
21 Feb 2010 13:25 - 21 Feb 2010 17:17 #8970 von Martin
Lieber Manfred,

leider weiß ich nicht GENAU, was Du machst, außer dass es in der Baubranche ist.
Ich mutmaße jetzt einfach mal, dass Du eine ausführende Firma hast, die sich auf bestimmte Gewerke (welche?) spezialisiert hat.

Manchmal kann allein die Detailausrichtung Probleme machen. Ich versuche es mal mit zwei Beispielen:

1. Lebensmittelbranche:
Hast Du einen Discounter, der möglichst billig anbietet, so wirst Du den härtesten Konkurrenzkampf haben und nur Kunden anziehen, die es noch billiger haben wollen - koste es was es wolle. Richtest Du Dich dagegen lieber auf ein Spezialgebiet mit hohem Qualitätsanspruch aus, z.B. als Bio-Laden, dann suchen die Kunden in erster Linie Qualität und gute Beratung und sind auch bereit, dafür zu bezahlen.

2.Baubranche: Willst Du mit einem der vielen Billighausanbieter konkurrieren, dann ist es dasselbe wie als Discounter: Die Leute wollen noch billiger und das notfalls mit unlauteren Methoden. Baust Du stattdessen eine sehr hochwertige Ökohausfirma auf, so wollen die Leute Deine Qualität und bezahlen auch dafür. Baufritz ist hier ein Paradebeispiel.

Vielleicht hilft es Dir, eine neue Ausrichtung zu finden?

Liebe Grüsse

Martin
21 Feb 2010 20:23 #8972 von Miakoda
Für mich sind die Ameisen ein gutes Beispiel.
Alle arbeiten jeder wie er kann, und jeder hat das was er braucht zum Leben.
Zum Geld habe ich so keinen Bezug, auser das jeder von mir will aber wenn ich zu meinem Chef gehe keines mehr bekomme, wobei ich sagen muß das was ich von meinem Chef bekomme würde mir auch reichen, würde da dem Vaterstaat sogar freiwillig noch was abgeben, aber bitte nicht die Hälfte von meinem Lohn!


Lieben Gruß Miakoda
21 Feb 2010 21:10 #8973 von karo
Habe heute bei "Mona Lisa" im ZDF ein schönes Beispiel gesehen wie man seinem Leben und auch seinem Geld einen Sinn geben kann:
www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/97...ichtet-auf-Vermoegen
22 Feb 2010 08:25 - 22 Feb 2010 08:59 #8978 von Manni
Guten Morgen zusammen
Lieber Martin

Gerade bin ich dabei diese neue Ausrichtung zu finden. Ich bin Freischaffender Architekt und hatte ein Büro mit fünf Mitarbeitern. Inzwischen kämpfe ich selbst um's Überleben.

Manchmal zweifle ich auch daran, ob es in der Baubranche überhaupt noch mit rechten Dingen zugeht. Schaut man sich einmal die Vergabeverhandlungen an, könnte man meinen, es sei ein Sport, den anderen Vertragspartner bis an seine Schmerzgrenzen und darunter zu drücken. Da ist dann auch kein Mensch mehr richtig motiviert eine gute Leistung abzugeben. Die Firmen können sich auch keine guten Fachkräfte mehr leisten und stellen Hilfsarbeiter ein, die natürlich immer mehr Mist bauen. Somit steigt auch mein Überwachungsaufwand. Eine Schraube ohne Ende.

Nicht selten stehe ich auf der Baustelle und zeige den Leuten dort, wie man was macht und was nicht geht, sofern sie mich überhaupt verstehen, weil sie meine Sprache nicht sprechen. Aber ich habe nicht den ganzen Tag Zeit dazu und kann auch nicht immer daneben stehen. Außerdem wird mir dieser erhöhte Aufwand auch nicht bezahlt. Mache ich es jedoch nicht und es kommt zu Folgeschäden aus diesen Mängeln, muss ich das wieder in Ordnung bringen. Habe also erneut Aufwand damit, muss die Firma dazu bewegen die Mängel zu beseitigen usw. Auch das wird mir nicht bezahlt. Ganz im Gegenteil, denn wenn der Wert der Leistung dadurch gemindert wurde, stellt das einen wirtschaftlichen Schaden da, den ich meiner Berufshaftpflichtversicherung zur Regulierung melden muss. Dabei bin ich dann mit einer hohen Selbstbeteiligung immer mit dabei, die nicht selten höher ist, als das Honorar, welches ich für diesen Auftrag zu bekommen habe. Insofern werde ich dann auch noch Geld von zu Hause mitbringen müssen.

All diese Umstände haben über die Jahre dazu geführt, dass ich meine Mitarbeiter entlassen musste, keine Rücklagen mehr bilden konnte und schlussendlich von der Hand in den Mund lebe. Selbst kleine Aufträge kann ich nicht mehr annehmen, da sie meine Kosten nicht decken würden. Zu dem schreibt mir das Finanzamt auch noch vor, wieviel Gewinn ich machen müsste, damit meine Tätigkeit nicht als Liebhaberei angesehen wird. Ich darf insofern auch keine Verluste schreiben. Und die Sozialversicherungen haben auch Mindestsätze, die sie mir zu Grunde legen. Da bleibt einfach nichts mehr übrig für meine Familie und mich zum Leben.

Zu dumm, dass ich meinen Beruf dennoch liebe und gerne am Bau mitwirke. Allerdings bin ich nicht bereit, dies auf Kosten anderer Menschen zu tun. Bei dem letzten Großprojekt bin ich ausgeschieden, als ich den Anspruch einer Kostensenkung von 60 Mio. auf 30 Mio. durch ungerechtfertigte Abzüge in den Rechnungen erzielen sollte. Den Firmen sollte alles Mögliche zur Last gelegt werden, was einfach nicht der Wahrheit entsprach etc. Für solche betrügerischen Aktionen stehe ich nicht zur Verfügung und dazu benötige ich auch keine neue Ausrichtung.

Ich sehe meine Arbeit als Dienstleistung, muss jedoch rein rechtlich ein Werk erfüllen. Wie kann ich dies tun, wenn dabei andere Menschen Mitentscheidungsträger sind? Stelle ich z. B. einen Bauantrag, der nicht genehmigt wird, habe ich keinen Anspruch auf Honorierung. Das Amt ist jedoch nicht verpflichtet eine Genehmigung zu erteilen. Viele Entscheidungen unterliegen einem Ermessensspielraum. Wie soll ich da, dem Bauherrn etwas garantieren können? Selbst die Ämter untereinander haben oftmals gegensätzliche Vorstellungen. Na da vermittel mal und erreiche das, was sich der Bauherr wünscht. Es ist schier unmöglich!

Meine "Berufung" ist es also Unmögliches möglich zu machen und das zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten, damit ich mein Werk erfüllt habe und auch mein Honorar bekomme. :S

Welche Ausrichtung würdest Du da für mich nun sehen?
Manfred

PS.
Sehr treffend in diesem Zusammenhang fand ich die Verfilmung einer wahren Begebenheit "Das Streben nach Glück" mit Will Smith und seinem Sohn, die gestern Abend im Fernsehen lief. Da habe ich mich auch an vielen Stellen drin wiedergefunden. Mal sehen, wann ich meine Abschlussprüfung bestehe. B)
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