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Angst

04 Jan 2012 12:18 - 04 Jan 2012 12:22 #16370 von Martl
Ich denke, dass die Angst ein solch umfangreiches und auch gewichtiges Thema ist,und es somit angemessen ist, ihr eine eigene Spalte zu widmen.

Angst ist das natürlichste der Welt. Jeder hat sie, kaum einer will sie.

Sie kann ganz real und akut sein, und nur ein reines Gedankengebilde. Ihre Erscheinungsform ist meist gleich: Schweißausbrüche, Herzrasen, Verkrampfung und Durchfall (wir haben die Hosen voll).

Sie kann spontan und schleichend auftreten, ist aber nie präsent, wenn uns eine Situation so fordert, dass wir unsere Konzentration ganz auf das Hier und Jetzt richten (auch wenn diese noch so bedrohlich ist). In solchen Augenblicken kann es passieren, dass wir unsere Wahrnehmung so beschleunigen, und uns unsere Umwelt wie in Zeitlupe vorkommt. Adrenalinjunkys suchen immer wieder diesen Kick.

Sie tritt immer auf, wenn wir unsere Comfortzone verlassen, und Neuland betreten.
Sie ist um so größer, je wichtiger uns etwas ist, und je größer die Gefahr besteht, dass dieses verloren gehen, oder nicht erreicht werden kann.

Wir können ihr Macht über uns geben, sie verdrängen oder sie bewusst überwinden.

Wir können sie zu unserem Freund machen, zu unserem Feind, oder zu unserem Chef.

Sie zu ignorieren ist in vielen Fällen dumm, da sie uns doch auffordert alles nochmal genau zu überdenken. Meine Fähigkeiten, die Risiken, die Begebenheiten... Nur ein Narr springt von einem 10 Meterbrett in ein leeres Schwimmbecken.

Ich kann sie mir zum Wegweiser machen, wenn ich ihr bewusst entgegen gehe. Genau das tue wovor ich noch Angst habe. Und zwar ganz bewusst. Z.B.: Ich mache gerne Musik, traue mich auch in der Öffentlichkeit spielen, traute mich aber nicht aber nicht in die Fußgängerzone zu stellen, und dort meinen Hut aufzustellen. Ich konnte diese Angst erst überwinden, als mir bewusst war, es ist die Angst als Bettler zu gelten. So überlegte ich mir was schlimm an einem Bettelmusikant sein soll, und mir wurde klar es sind die verinnerlichten Vorurteile aus meinem Elternhaus und meinem Freundeskreis. Mir sind auf dem Weg nach Passau trotzdem noch tausend Ausreden eingefallen, von meinem Vorhaben abzurücken, aber ich konnte sie alle entlarfen. Und so spielte ich dann. Zwar hatte ich anfangs noch feuchte Hände, und ein paar Nervösitätsfehler, aber als ich sah, wie ich Freude verbreite, legte sich das ganz schnell. Und hinterher hatte ich das endlos gute Gefühlk, mich von einer Angst befreit zu haben.

Seit dem hinterfrage ich mich immer häufiger, wovor ich noch Angst habe, und überwinde diese dann auch.

Ich habe auch ewige Zeiten das Gegenteil davon gelebt: Verdrängung.

Ich hatte ganz einfach die Angst nicht als Angst wahr genommen. Vielleicht als Unlust, oder ich empfand es ganz einfach als dumm oder unpassend bestimmte Dinge zu tun. Bis ich irgendwann erkannte wie sehr sich mein Horizont einschränkte. Ich glaube, dass sich das auch psychosomatisch auswirken kann, und mein Ischiasproblem damit verbunden war.Die innere Eingeschränktheit deutet auf das gleiche Problem im Außen hin. Auch meine Schultern verweigerten hin und wieder den Dienst - ich war gewissermaßen flügellahm.

Dann gibt es noch eine ganz andere Angst, sie befällt uns wenn Adrenalin in uns einströmt, unser Körper und Geist auf Vollgas gestimmt werden, aber uns die Hände gebunden sind. Wir stehen im Stau und sollen einen wichtigen Termin nicht verpassen, wir sollen einen riesen Berg Arbeit in einer unmöglich kurzen Zeit schaffen, da die unseren Arbeitsplatz gefährdet, ein lieber Mensch liegt im Krankenhaus und kämpft ums Überleben, ... Viele Menschen leiden heute darunter, vor allem Bürotäter, aber auch alle anderen Berufssparten. Man nennt dieses im allgemainen Stress. Auf längerem Zeitraum reagiert der Körper mit Agressivität, Herz -Kreislaufbeschwerden, Krebs, Burnout ..... In akuten Extremfällen (lebensgefahr für unsere liebsten)kann es uns fast in den Wahnsinn treiben. Der Volksmund sagt: Jetzt hilft nur noch beten, und ich glaube genau das sollten wir in solchen Momenten auch tun. Die Angelegenheit an eine höhere Instands abgeben. Das ist eine sehr schwere Übung, aber wir müssen eben bewusst unterscheiden lernen, was unser Part ist, und was nicht. Ausserdem finden wir in dem wir die Angelegenheit abgeben, auch Distanz zur Problematik, und dann auch evebtuell eine Lösung.

Es gibt noch unendlich vieles zu diesem Thema, zum Beispiel, dass es ohne Angst auch keinen Mut geben kann ... aber ich lass jetzt erst mal Euch zu Wort kommen.

Alles Liebe

Martl
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04 Jan 2012 16:17 #16371 von nanabosho
Danke, Martl,

Dein Text spricht mich unbedingt an und er scheint mir in einigen Teilen unmittelbar auf mich zugeschnitten.
Habe mich so einigen Ängsten stellen müssen in den letzten Jahren und eine spezielle, die Existenzangst noch nicht so völlig überwunden. Obwohl es mir schon hin und wieder richtig gut gelingt, mich zu entspannen, wenn ich nicht weiß, woher das kommen soll, was ich morgen und übermorgen brauche (oder zu brauchen meine?).
Der nächste Schritt, an dem ich gerade arbeite ist, dass ich in einer solchen Situation feiere, oder dass ich d i e Situation feiere. Es wird manchmal sehr spannend, aber die Glücksmomente nehmen zu und werden häufiger.
Ich möchte ungern an dieser Stelle auf Einzelheiten eingehen, nur soviel:

Es gab eine Zeit, da bezog ich Hartz IV. Das beruhigte zwar und ich musste mich meiner Angst nicht so total stellen. Aber ich wurde auch überwacht und fühlte mich kriminalisiert. Es war nicht das Gelbe vom Ei.
Das Wagnis, da rauszugehen, erschien mir anfangs hoch, aber als sich einige Zeichen verdichteten, die mir einen Weg zeigten, kam es mir so vor, als müsse ich es tun. Das Grundgefühl, das dann eintrat, war weit besser. Geschehnisse, die mir unbedingt halfen (Aufträge, Verkäufe), gab es ziemlich viele, aber der Wunsch, etwas überblicken oder kontrollieren zu können, hielt eben auch lange an.
So möchte ich auch nicht zu zeitig behaupten, ich hätte die Angst völlig überwunden. Freue mich sozusagen schon, wenn ich sie als gleichberechtigten Partner (und nicht als Herrscher) begrüßen kann.

Herzliche Grüße,
nanabosho
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04 Jan 2012 16:34 #16372 von Jeliel
Ihr Lieben,

danke Martl, für diesen Thread.

@nanabosho:

Was mir zu deinem Beitrag einfällt ist Folgendes. Es führt mir wieder mal vor Augen, wie abhängig viele von uns noch vom Geld und den damit verbundenen Angelegenheiten und Begebenheiten sind. Eigentlich traurig und schlimm, oder? :-/ Wo wir doch wissen, dass es weitaus mehr gibt und wir zwar Nahrung etc., aber kein Geld als solches benötigen.
Aber in unserer (kapitalistischen) Gesellschaft ist es ja nun mal leider so, dass wir auf Geld angewiesen sind und demnach schürt es Existenzängste, wenn keines in unseren Händen oder auf unserem Konto vorhanden ist (oder nicht ausreichend). Ich hoffe, dass sich nicht so viele Menschen davon unterbuttern oder kleinkriegen lassen und ihren eigenen Weg finden und gehen werden/können, hinaus aus dieser Endlosschleife ohne Aussicht auf... nun ja, etwas Besseres als "Leben, um zu arbeiten und Geld zu verdienen" eben.

Das waren nur meine spontanen Gedanken dazu. Später evtl. mehr von mir zu dem Thema, welches ich übrigens als spannend betrachte.

Möge die Macht mit euch sein ;D
Eure Jule
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04 Jan 2012 16:50 #16373 von nanabosho

Jeliel schrieb: Aber in unserer (kapitalistischen) Gesellschaft ist es ja nun mal leider so, dass wir auf Geld angewiesen sind und demnach schürt es Existenzängste, wenn keines in unseren Händen oder auf unserem Konto vorhanden ist (oder nicht ausreichend). Ich hoffe, dass sich nicht so viele Menschen davon unterbuttern oder kleinkriegen lassen und ihren eigenen Weg finden und gehen werden/können, hinaus aus dieser Endlosschleife ohne Aussicht auf... nun ja, etwas Besseres als "Leben, um zu arbeiten und Geld zu verdienen" eben.


Na ja, Jule,

ich hätte tatsächlich dabei bleiben können, diesem "Arbeiten, um Geld zu verdienen". Oder, nachdem ich es durch "Lebensarschtritte" verloren hatte, mir immer neue Möglichkeiten dafür suchen können. Aber ich wollte dann doch irgendwann tun, was in mir war. Und der Auftakt gab mir unbedingt recht.
Es ist eine durchaus gute Schule - auch wenn es eine Weile dauert -, mit der Zeit alle Selbstzweifel zu überwinden und dranzubleiben. Jetzt könnte ich schon sagen: Es hat mich gestärkt.
Aber die Menschen sind unterschiedlich und deswegen befürworte ich beispielsweise die Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens.
Herzliche Grüße,
nanabosho
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04 Jan 2012 20:16 - 04 Jan 2012 20:18 #16377 von Jeliel
Hallo, nanabosho,

vielleicht hast du mich falsch verstanden. Ich bin total gegen Geld im Allgemeinen und im Grunde auch Arbeiten, jedenfalls im herkömmlichen Sinne... Diese gesellschaftlichen Zwänge... Dass wir "irgendetwas tun MÜSSEN/SOLLEN" usw. Egal was, Hauptsache man hat einen Schulabschluss und/oder eine abgeschlossene Berufsausbildung o.ä. anzubieten etc. Ich halte davon nicht viel. Jeder sollte in erster Linie für sich das tun, was er mag, also selbst entscheiden dürfen/können. Jeder kann der Gesellschaft etwas von sich anbieten: Fähigkeiten, Talente, Künste und Fertigkeiten, Wissen etc. Ich finde z.B. die Idee, wie sie im "Schlumpfenland" z.B. gut dargestellt wird, gar nicht verkehrt. Im Gegenteil: Eher sinnvoll und mit am logischsten!

Ich finde es gut, wenn du deinen Weg gehst bzw. wieder auf ihn gefunden hast und es als Chance siehst, deine Träume zu verwirklichen (wenn ich dich jetzt richtig verstanden habe?). :)

Soviel dazu ;)
Herzliche Grüße,
Jule
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04 Jan 2012 21:23 #16378 von nanabosho
[quote="Jeliel" post=16377 Ich bin total gegen Geld im Allgemeinen und im Grunde auch Arbeiten, jedenfalls im herkömmlichen Sinne... [/quote]

Denke, ich habe Dich schon verstanden, Jeliel,

vielleicht war meine Antwort zu "verschwommen". Ich gebe ungern allzu viel von mir preis, aber auf meiner Webseite lässt sich einiges erahnen.
Ob man völlig ohne Geld leben kann, bezweifle ich. D. h., ich glaube schon an autarkes Leben. Aber bei der derzeit auf der Welt lebenden Menschenmenge wäre es echt schwierig.
Daher bin ich dafür den Geldfluss vollkommen anders zu strukturieren. Es unlukrativ zu machen, Geld irgendwo anzuhäufen, und lukrativ, es ständig fließen zu lassen. Ein Konzept des Bedingungslosen Grundeinkommens sieht so etwas ähnliches vor. Man kann das in einem Google-Video genauer sehen, es zu erklären führt hier zu weit.
Denn auch ich denke, dass es wichtig ist, dass ein Mensch seine Talente, Fähigkeiten, Gaben usw. einsetzen soll, um der Welt zu dienen. Und dass es gut ist, diese Tendenz auch bei ängstlicheren Typen zu fördern. Nicht jeder springt so leicht ins völlig Ungewisse...
Ich habe nun elf chaotische Jahre hinter mir und bin immer noch da und habe sogar vieles geschafft. Ein Beispiel davon ist in meinem Blog ersichtlich.
Mein Schaffen befasst sich seit einiger Zeit ganz besonders damit, wie ein Mensch zu seiner Berufung findet, zur Erkenntnis dessen, wozu er hergekommen ist. Die vielen verschlungenen, oft sehr abenteuerlichen, nicht immer gerade der herkömmlichen Moral entsprechenden Wege... Die beschäftigen mich.
Ja, und wieviel Ängste damit verbunden sind, den eigenen Weg endlich und kompromisslos zu gehen.
Herzliche Grüße,
nanabosho
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