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Angst

12 Jan 2012 23:23 - 12 Jan 2012 23:29 #16559 von kathrinro
Hallo an alle,

Angst war eins der Gefühle, die ich am massivsten verdrängt habe. Ich hatte einfach totale Panik davor. Bis ich eines Tages endlich genau hingeschaut habe. Das war für mich ein überraschendes Erlebnis:

Vor etwa zwei Jahren lag ich abends im Bett und in mir wuchs - gemeinsam mit der Windstärke des aufkommenden Sturms - die Panik: wird das Dach das aushalten ?? Welche losen Bretter an der Scheune können abreißen ?? Und die Bäume neben dem Haus......
Und dann bekam ich plötzlich mit, wie der bewährte Verdrängungsmechanismus einsetzte: aach, Kyrill war viiiel schlimmer, da ist auch nichts passiert,... die Bäume sind eigentlich weit genug weg vom Haus.......... STOP !!
Mir wurde plötzlich die einmalige Chance bewußt, meine Angst endlich mal genau kennen zu lernen.
Im Kopf war schon klar, dass keine wirkliche Gefahr bestand, mein Leben nicht bedroht war und ich zur Rettung des Hauses im Moment ohnehin nichts unternehmen konnte.
Aber das Gefühl war noch da. Das Gefühl der Angst. Und ich konnte es mir in dieser Situation leisten, es noch zu verstärken. Ich habe mir also vorgestellt, wie das Dach abgedeckt und die Fenster durch herumfliegende Schiefer zertrümmert werden, Sturm und Regen über meine Bett hinwegpeitschen.... der Sturm hat mit lautem Geheul die wunderbarste Geräuschkulisse für meine Phantasien geliefert...

Mein Körper war total angespannt, der Atem ging schnell, der Herzschlag ebenso.
Genau beobachten. Hier und jetzt. Aha. So reagiert mein Körper in einer Gefahrensituation. Welche Muskeln genau sind angespannt ?? Atem wahrnehmen ! Körper wahrnehmen ! Aha. Vor allem der Bauch, die Beine, Arme und Hände. Genau die Muskeln, die ich brauche um aufzuspringen, loszurennen, etwas festzuhalten oder abzuwehren.......
Ich war völlig fasziniert. Und dazu der beschleunigte Atem, das schnell schlagende Herz, um all die Muskeln in kürzester Zeit mit möglichst viel Sauerstoff zu versorgen. Genial !!
Ich mache mir kurz klar: ich bin Kathrin - da ist ein Gefühl. Das Gefühl braucht nicht, dass ich darin versinke, es braucht, dass ich mich darum kümmere.
Also die Frage - was GENAU braucht es von mir ? Was kann ich ihm geben ?
Ich kann hier und jetzt mit meinem ganzen fühlen bei ihm sein. Ich kann ihm von ganzem Herzen mein Mitgefühl und mein Verständnis geben. Es möchte da sein dürfen und von mir beachtet werden. Schließlich kann es in einer WIRKLICH brenzligen Situation helfen, mein Leben zu retten. Und dafür kann ich es von ganzem Herzen würdigen, es endlich als wichtigen Teil von mir anerkennen.
.... und im langsamen hinüberdämmern in den Schlaf habe ich noch mit Verwunderung bemerkt, dass Angst garkein unangenehmes Gefühl ist. Unangenehm war nur der ewige Kampf dagegen.....
..... und sie gehörte auch nicht in diese Situation. Das heulen des Sturmes klang nun in meinem gemütlichen Haus fast wie ein sanftes Schlaflied.....
Danke.


Mir ist vor längerer Zeit ein schönes Bild zu den Gefühlen und unserem Umgang damit gekommen.
Es ist, als hätte ich eine Horde Kinder um mich. Manche mag ich, manche will ich am liebsten nicht in meiner Nähe haben. Also schiebe ich sie weg - manchmal gelingt es mir sogar, sie nach draußen zu schieben, die Tür zu schließen. Aber irgendwann drängen sie immer wieder zurück. Dann nehme ich sie auf den Arm, ungeduldig, rede mit ihnen, möchte, dass sie sich verändern ("transformieren") oder doch irgendwie gehen ("auflösen","loslassen"), wenn ich mit ihnen geredet habe, aber sie klammern sich schreiend an mich, halten sich an mir fest, spüren, dass sie einfach zu mir gehören - und zwar so wie sie sind.
Erst wenn ich innehalte, mich ihnen mit meiner ganzen Aufmerksamkeit zuwende, höre, was sie mir zu erzählen haben, sie auf den Arm nehme, sie wiege, ihnen mein ganzes Verständnis entgegenbringe, mein Mitgefühl, ihnen erlaube, dass sie bei mir bleiben können, dann werden sie ruhig, beginnen leise zu spielen, ich kann sie auf den Boden setzen, kann mich wieder anderen Dingen widmen - Das Kind, das Gefühl, ist endlich zu Hause angekommen. Es kann MICH endlich loslassen. Wissend, dass ich es kenne, dass ich es wahrnehme wenn es die Situation erfordert.


Liebe Grüße, Kathrin.
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13 Jan 2012 18:36 #16561 von Martl
Danke Katrin,

ich hatte sowas mal bei meiner 22 Tägigen Alpenüberquerung unbewusst erfahren "können".

Da hatte ich an 20 Tagen Gewitter. Oft recht heftig sogar.

Und mit der Zeit ist mir dann sogar das passiert, das Marlene als Angst vor der Angst bezeichnet. Wenn ich schon das erste Grollen hörte dachte ich: "Scheiße jetzt geht das schon wieder los ..."

Erst ganz zum Schluss wurde mir diese Angst dann so vertraut, dass ich sie locker ertragen konnte. Ich bin mir ganz sicher, dass wenn ich die Angst bewusst getragen, erfühlt hätte, wäre sie mir schon viel eher ein leichter Begleiter gewesen.

Alles Liebe,

Martl
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14 Jan 2012 02:58 #16562 von Löwenherz
Hallo Kathrin,

sehr beeindruckender Beitrag. Du schaffst es, dass was ich fühle, es aber nicht in Worte fassen kann zu beschreiben!
Ich hoffe, dass möglichst viele die ein Problem mit ihrer Angst haben diesen Beitrag lesen werden. Denn er hat eine heilende Wirkung :)

Vielen Dank!
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14 Jan 2012 18:57 #16566 von kathrinro
Lieber Löwenherz,

vielen Dank für Deine Worte. Sie berühren mich gerade sehr und bewirken bei mir Heilung.
Heilung auf dem Weg, mich Stück für Stück aus meinem Beruf als Töpferin zu lösen um mehr und mehr meiner Berufung zu folgen.
Auf diesem Weg begegnen mir immer mal wieder Ängste ganz anderer Art.;)
14 Jan 2012 20:28 #16568 von kathrinro
Lieber Martl,

das ist ja eine ziemlich heftige Aufgabe. Also ich meine, ein ziemlicher Unterschied, bei Gewitter in einer Felswand zu hängen, oder bei einem Stürmchen gemütlich im Bett zu liegen. :huh:

Mein Hochachtung !!

Aber ich denke, gerade diese "Trockenübungen" sind für solche Ernstfälle sehr nützlich. So wie Du es oben ja auch schon mit den wilden Männern beschrieben hast:

Setz Dich erst zu Hause hin, und stell Dir vor, wie eine Gruppe sehr wild und mächtig aussehender Männer um Dich ist....


LG, Kathrin.
14 Jan 2012 20:42 #16569 von Richard179
Akzeptieren heißt, Gefühle zuzulassen, die du im Augenblick empfindest. Es gehört zum Sosein des Jetzt. Du kannst nicht das ändern, was ist. Du kannst dich zwar dagegen sträuben, aber dann leidest du. (Eckhart Tolle)

Liebe Kathrin, dein Beitrag ist viel mehr als diese Sätze jemals transportieren könnten. Hab herzlichen Dank! So eindringlich hab ich das noch nicht dargestellt gesehen: es gehört alles zu uns und will in Liebe umarmt werden, erst dann kann es heilen und sich auflösen.

Ja Martl, da stimme ich zu, Angst ist was Natürliches. Sie gehört zu unserem körperlichen und mentalen Dasein. Wir erhalten Botschaften in Form von Gefühlen, die uns in diesem Dasein steuern. Diese Steuerung wird benötigt, weil so automatische Abläufe möglich werden, die wir sonst bewusst kontrollieren müssten. Gefühle und Information haben wir um uns und in uns in Form von Energie. Dabei wurde ein großer Teil dieser Energie auch nicht vom Einzelnen selbst erschaffen.

Es muss nicht gleich Angst sein, die sich mit Herzrasen zeigt. Da gibt es Unwohlsein oder leichten Stress, auf den wir reagieren, um uns in Situationen zu bringen, die günstiger sind, wenn wir darauf hören.

Und da war auch noch diese sanfte Steuerung, dieses Bauchgefühl, die Intuition, das sanfte Geführt Werden. Das was wir wahrnehmen, wenn wir unserem Höheren Sein, unserer Seele zuhören können. Zugegeben, das ist nicht immer leicht, bei dem Lärm, den die angstvollen Gefühle und Gedanken machen.

Wenn wir Probleme mit Angst haben, dann handelt es sich wohl um recht deutliche Botschaften. Diese Botschaften gehören oft zu Situationen, zu denen sanftere Botschaften nicht gehört wurden oder zu Situationen, denen ich mich nicht ergeben will, gegen die ich kämpfe, oder ich habe keine Klarheit dazu, habe Widersprüche in mir, bin hin und hergerissen. Wird das lange nicht aufgelöst, können die nächsten Botschaften auch in Form von Schmerzen oder Krankheit erscheinen.

Ich stimme euch zu. Schauen wir der Angst ins Gesicht. Sie ist was sie ist. Sie ist ein Gefühl. Sie ist nicht die Situation selbst. Die Situation ist dieselbe, ob du nun die Angst akzeptierst oder nicht. Erst die Gedanken machen es schlimmer. Passen wir auf, was uns die Gedanken vormachen. Auch hinter Zorn, Vorwürfen, Unzufriedenheit, nicht Vergeben, usw. steckt Angst, nur dass wir uns damit im Moment besser fühlen. Doch das ist nur Schein, die Angst bauen wir damit nicht ab.

Halten wir das Angstgefühl aus und schauen auf die Gedanken, die nicht gerade liebevoll sind. Du stirbst schon nicht. Schau zu und erlebe wie die Angst abflacht. Spüre die Liebe im Hintergrund, die heilsame Quelle. Die Liebe ist bedingungslos, für ausnahmslos Jeden da und es gibt keinerlei Bestrafung oder Verstoßen. Vertraue und übergebe die Ängste (wie bereits in anderen Beiträgen zu lesen ist).

Wir müssen auch nicht etwas „durchziehen“, wenn da Ängste sind. Wir dürfen unseren Ängsten Zeit lassen und auf die innere Führung warten, einen nächsten Schritt zu tun. Wenn es sich dann leicht anfühlt, den Schritt zu tun, wenn es einfach fließt, dann hast du dich ergeben. Das was dir Angst machte brauchst du gar nicht mehr.

Ich habe auf diesem Weg einen Berg alter Ängste und Konflikte aufgelöst. Und immer noch weitere tauchen auf. Das Wissen, dass mein derzeitiges körperliches und mentales Dasein nur eine kleine Nebenepisode, ein kleines Schauspiel ist, das hilft ungemein und frühere Sorgen haben viel an Bedeutung verloren.

Liebe Grüsse, Richard
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